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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 22.06.2008

Dominique Bona – Camille und Paul - Kunst und Leben der Geschwister Claudel
Silvy Pommerenke

Die französische Literaturwissenschaftlerin Bona hat eine Biographie zum Geschwisterpaar Claudel publiziert, die einmalig ist, denn in der Vergangenheit wurde der Ausnahmekünstlerin Camille...



...Claudel viel zu wenig Aufmerksam zuteil. Dass sie eine jahrzehntelange innige Liebe zu ihrem Bruder hegte, trotzdem er einer der Verantwortlichen für ihre Unterbringung in einer "Irrenanstalt" war, hat sie ihm offensichtlich nie vorgeworfen.

"Camille und Paul" ist eine Doppelbiographie, die es in sich hat. Die Französin Dominique Bona hat eine immense und akribische Forschungsarbeit betrieben und dadurch postum den Geschwistern Claudel eine diffizile Aufarbeitung ihrer Geschichte in Buchform ermöglicht. Zu gleichen Teilen wird sowohl auf die Bildhauerin Camille als auch den Literaten Paul eingegangen. Ein schwieriges Unterfangen, zumal was Paul betrifft, denn das Leben von Bruder und Schwester hätten nicht unterschiedlicher verlaufen können. Dabei ist der eine – Paul – nicht unwesentlich Schuld an Camilles gesellschaftlichem Abstieg, während ein anderer – Rodin – ebenso zum Untergang der Künstlerin beitrug. Zwei genialische KünstlerInnenleben, die sich in ihrer Arbeit aufzehrten, weit über ihre Grenzen gingen und dabei Kunstwerke von einmaliger Schönheit erschaffen haben.

In einer lieb- und freudlosen Familie aufgewachsen, waren Paul und Camille unzertrennlich. Lediglich der Vater förderte die künstlerischen Interessen seiner Zöglinge, wogegen die Mutter sich immer stellte. Fast mag man versucht sein, die lieblose Mutter als Ursache für das weitere Leben und Leiden – vor allem Camilles -, zu sehen. Aber eine Vita ist mehr als das, und für die begnadete Bildhauerin sollte Auguste Rodin ihr Fallstrick werden. Mit vierundzwanzig Jahren traf sie auf den damals mittellosen aber dennoch legendären Künstler, dessen bevorzugte Schülerin sie wurde. Ihn überzeugte zuerst ihr Talent, dann ihre Schönheit, wovon diverse Briefe und Aussagen anderer Zeitgenossen zeugen. Camille blieb allerdings immer nur Rodins Zweitfrau, worunter sie extrem litt und weswegen sie die Trennung forderte. Sie sollte daran zerbrechen, dem Wahnsinn nahe ein abgesondertes und einsames Leben führen, was letztendlich zu der Einweisung in die Psychiatrie führte.

Paul, ihr Bruder machte derweil Karriere als Diplomat, hatte in Rodin den Erzfeind par excellence und litt selbst unter einer unerwiderten Liebe. Der literarische Bruder sammelte seine Erfahrungen in der gesamten Welt, in der er als kosmopolitischer Botschafter Frankreichs unterwegs war. China, die USA, Japan, Deutschland und noch viele andere Länder mehr sammelte er auf der Landkarte seines eigenen Lebens. Dies hat er in seine zahlreichen Romane, Theaterstücke und Gedichte einfließen lassen, fand schließlich auch durch einen Erleuchtungsprozess zu Gott und hatte zwar immer noch eine innige Zuneigung zu seiner Schwester, dennoch ließ es ihn nicht davon abhalten, sich vor allem dem Willen der Mutter zu beugen, die Camille während ihrer dreißigjährigen Internierung weder Besuche noch schriftliche Kontakte zu ihren ehemaligen FreundInnen hat aufnehmen lassen.

Camille Claudel starb 1943, ohne dass jemand ihrer Familie bei der Beerdigung anwesend war und wurde anonym bestattet. Paul Claudel starb zwölf Jahre später und hatte ein Staatsbegräbnis in der Kathedrale Notre Dame unter dem Geleit der Republikanischen Garde, bei dem eine riesige Trauergemeinde anwesend war. Unterschiedlicher können Leben und Tod von zwei Menschen nicht sein.

Weiterlesen: "Camille Claudel. Ein Leben in Stein" von Barbara Krause

Weitersehen: Camille Claudel (Spielfilm Frankreich 1989, mit Isabelle Adjani in der Hauptrolle)

AVIVA-Tipp: Dominique Bona hat eine erschütternde und hochkomplexe Doppelbiographie geschrieben, die sowohl den künstlerischen Genius der beiden Claudels beleuchtet als auch die tragischen Lebensumstände, die Bruder und Schwester zu dem gemacht haben, wofür sie der Nachwelt bekannt geworden sind: Die eine bildhauerte traumhaft schön, während der andere unstetig anmutige Literatur produzierte. Genie und Wahnsinn liegen eben scheinbar nah beieinander.

Zur Autorin: Dominique Bona hat sich mit erstklassig recherchierten und einfühlsam geschriebenen Künstlerbiographien einen Namen gemacht. Von ihrer Doppelbiographie über Camille und Paul Claudel wurden in Frankreich über 50.000 Exemplare verkauft. Die Autorin wurde dafür mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Leserpreis der Zeitschrift "Elle". (Quelle: Verlagsinformationen)

Dominique Bona
Camille und Paul
Kunst und Leben der Geschwister Claudel

Knaus Verlag / Random House GmbH, erschienen März 2008
Gebunden, 384 Seiten
mit 8 Seiten SW-Bildteil
ISBN: 9783813503104
22,95 Euro

Literatur Beitrag vom 22.06.2008 Silvy Pommerenke 

   




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