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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 16.05.2008

Rachel Cusk – Arlington Park
Andrea Petzenhammer

Hinter den Türen der Vorstadt lauert das Grauen. Unterforderte und gelangweilte Hausfrauen fragen sich in bitterbösem Ton, ob ihr Traum von der Familie zum Albtraum wurde, der sie krank macht.



Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass dieses Buch nicht geeignet ist für Menschen, die gerade einen Umzug in die Vorstadt planen. Prasselnd bedrohlicher Regen bringt die Menschen im Schlaf zum Weinen, weil der Lärm sich wie ein tosendes Publikum anhört, das die BewohnerInnen der Einfamilienhäuser durch die Fenster beobachtet.
Rachel Cusk wählt damit einen passenden Einstieg in ihr bedrückendes Buch, das vom Leben der Mütter und Hausfrauen erzählt, deren gelangweilte Unter- und Überforderung in Labilität und Depression mündet.

Scheinidylle in der Vorstadt

Wie die anderen Frauen in Arlington Park hat Christine Albträume. Sie träumt von bedrohlichem Ungeziefer auf ihrem Kopf und davon, dass ihr Mann sie im Stich lässt. Die Frauen sind verbittert, alleine und stets im Wechselbad der Gefühle. Einerseits langweilen sie sich - allein zu Hause - intellektuell an den Rand des Wahnsinns. Andererseits fordern ihre Kinder und ihr Mann rund um die Uhr Aufmerksamkeit und Betreuung, sodass die Hausfrauen abends wie tot – aber gelangweilt – ins Bett fallen. Sie lernen, dass Unternehmer kein Interesse an Mutterschutz haben, dass ihre Partner nicht die Ansprechpartner sind die sie brauchen und sie schon gar nicht in ihren häuslichen Aufgaben unterstützen. Sie stellen mit Entsetzen fest, dass ihr Traum von einer erfüllenden Mutterschaft und einer glücklichen Ehe nichts als ein Hirngespenst ist, das sie ihr Leben lang verfolgen wird.

Der Wunsch zu fliehen

In Gedanken schmieden sie Ausbruchs- und Mordpläne: Sie versuchen sich zu verändern, indem sie sich die Haare abschneiden. Um sich intellektuell zu bereichern und nicht ganz so einsam zu sein, veranstalten sie vormittags Kaffee-Treffen mit anderen unterforderten Hausfrauen. Doch sie erreichen nichts als ausgewachsene Psychosen, Selbstvorwürfe und inhaltslose Pseudodiskussionen, in denen es letztendlich doch wieder nur um Kindererziehung, Wohnungseinrichtung und die Berufe der Männer geht.

Zur Autorin: Rachel Cusk , geboren 1967 in Kanada, aufgewachsen in Los Angeles, lebt heute in Bristol. Sie ist verheiratet und hat ein Kind. Für ihr inzwischen fünf Romane und ein Sachbuch umfassendes Werk wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Whitbread Award und dem Somerset Maughan Award. Außerdem zählt sie zu den Granta´s Best of Young British Novelists.

AVIVA-Fazit: Arlington Park ist ein bitterböses Buch über die Zustände von Frauen, die ihr Leben nicht sich selbst sondern ausschließlich ihrer Familie widmen. Schonungslos deckt die Autorin Selbstbetrug und Selbstgerechtigkeit auf, die sich in den Köpfen der Frauen, in ihrer eigenen Logik und ihrer eigenen Welt aufbauen. Trotz des beeindruckend authentisch wirkenden Handlungsverlaufs entsetzt die Autorin den/die LeserIn mit dem Ende auf zwei unterschiedliche Arten. Zum einen wird es dem Spannungsbogen des Buches bei weitem nicht gerecht, zum anderen – sollte es tatsächlich beabsichtigt gewesen sein – trägt es eine endlose Tragik in sich, die viele Leserinnen weit von Kinderwunsch und Vorstadtidylle entfernen wird.

Rachel Cusk
Arlington Park

Rowohlt Taschenbuch Verlag, erschienen Mai 2008
Taschenbuch, 320 Seiten
ISBN 978-3-499-24458-2
8,95 Euro

Literatur Beitrag vom 16.05.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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