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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 06.05.2008

Karen Duve – Taxi
Anna-Lena Berscheid

Taxifahren bedeutet ein Leben hinterm Lenkrad, zwischen Taxistand und Kneipe, mit Zuhältern auf dem Beifahrersitz und Omas auf der Rückbank. Schön klingt das nicht, aber amüsant ist es allemal.



Die Geschichte der Ich-Erzählerin Alex, eine der wenigen weiblichen TaxifahrerInnen in den 80er Jahren, handelt von ihrem Leben, welches sie ganz und gar der Fahrgastbeförderung verschrieben hat – ohne es zu wollen.

Alex hat gerade ihre Ausbildung abgebrochen und weiß nicht, was sie mit ihrer Zukunft anfangen soll. Studieren will sie nicht, Geld hat sie sowieso keines. Eigentlich interessiert sie sich ohnehin nur für Menschenaffen, über die sie ein Buch um´s andere verschlingt. Ein Job muss her, also beschließt Alex, den Taxischein zu machen. Die Tatsache, dass sie eine Frau ist, rettet sie durch die Fahrprüfung. Ohne wirkliche Ahnung vom Hamburger Straßensystem heuert sie bei Taxi Mergolan an – und fährt fortan die Nachtschicht mit der "Zwodoppelvier", ihrem elfenbeinfarbenen Mercedes mit der Funknummer 244.

Alex´ Leben besteht bald nur noch aus Taxi fahren und schlafen. Den Kontakt zu alten FreundInnen verliert sie vollständig, was ihr jedoch egal ist. Es ist das Geld, das sie jeden Tag dazu antreibt, ins Auto zu steigen. Obwohl sie ungebunden bleiben möchte, werden sie und ihr Kollege, der verkannte Künstler Dietrich, ein Paar – und bleiben es über Jahre hinweg, denn Alex traut sich nicht, die Beziehung wieder zu beenden.

Sie trifft ihren kleinwüchsigen Schulfreund Marco wieder und beginnt eine Affäre mit ihm – doch aufgrund seiner Größe kann sie nicht zu ihm stehen. Als dann auch noch Jens Majewski, ein Journalist mit enormem Frauenverschleiß, in ihr Leben tritt, ist es mit der Ordnung ganz vorbei.

Am Rande der eigentlichen Geschichte über ein verkorkstes Leben, erzählt Alex von vielen ihrer Taxi-Touren, von Alltäglichem, aber auch von kuriosen oder gefährlichen Erlebnissen, von zahlungsunwilligen KundInnen und den Problemen, die eine weibliche Taxifahrerin mit männlichen Fahrgästen so hat. Diese Episoden verfügen über großen Unterhaltungswert

Alex´ Antriebslosigkeit, die mehr als fünf Jahre anhält und sie im Verlauf des Romans kaum wachsen lässt, ist jedoch auf Dauer nervtötend. Obwohl sie selbst feststellt, dass ihr Leben gelinde gesagt "beschissen" ist, schafft sie zu keiner Zeit den Absprung. Den Männern gegenüber verhält sie sich nahezu unterwürfig und vermag nicht, unliebsame Verhältnisse aus eigener Kraft zu beenden.

Zur Autorin: Karen Duve, 1961 in Hamburg geboren, lebt mit ihrer Englischen Bulldogge bei Brunsbüttel. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, ihre Weihnachtsgeschichten "Weihnachten mit Thomas Müller" und "Thomas Müller und der Zirkusbär" sind inzwischen Klassiker, ihre Romane "Regenroman" (1999), "Dies ist kein Liebeslied" (2002), und "Die entführte Prinzessin" (2005) waren Bestseller und wurden in 14 Sprachen übersetzt.

AVIVA-Tipp:
Karen Duve schrieb mit "Taxi" einen herrlich kurzweiligen Roman. Neben den Taxi-Episoden ist vor allem der feministische Disput zwischen Alex und Rüdiger, einem frauenhassenden Kollegen, lesenswert. Alex bricht dabei eine Lanze für die unterdrückten Hausfrauen und merkt erst spät, dass sie sich selbst in einer ähnlichen Abhängigkeitsbeziehung befindet. Und auch wenn Alex in manch einer Situation eine für die Leserin nicht nachvollziehbare Entscheidung trifft – am Ende des Buches schreit frau nur: "Mehr davon!"
Lesen Sie auch unser Interview mit Karen Duve.


Karen Duve – Taxi
Eichborn Berlin, erschienen im Mai 2008
Hardcover mit Schutzumschlag, 320 Seiten
ISBN 13: 978 3821 809533
19,95 Euro

Literatur Beitrag vom 06.05.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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