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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 26.03.2008

Jüdisches Brandenburg
Britta Leudolph

Die Herausgeberin Irene A. Diekmann und 28 weitere AutorInnen legen ein umfangreiches Werk über die Geschichte und Gegenwart jüdischer Brandenburger vor. 13 Orts- und 17 Essaykapitel belegen...



... die Vielfalt und Bedeutung des Lebens und Wirkens der Juden in Brandenburg.

Seit dem 13. Jahrhundert siedelten sich jüdische BürgerInnen in Brandenburg an. Damit begann eine facettenreiche und wechselvolle Geschichte einer kontinuierlichen Weiterentwicklung jüdischen Lebens, das in der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 fast vollständig ausgelöscht wurde.
Das Land Brandenburg war bei seiner Gründung das einzige neue Bundesland, in dem keine jüdischen Gemeindestrukturen mehr existierten. Die Shoa hatte diese zerstört und nahezu komplett ausgelöscht, die SED-Diktatur knüpfte an diese Traditionen nicht an.

Diese Publikation spannt den Bogen vom Beginn jüdischer Ansiedlungen bis in die Gegenwart.
Im ersten Teil wird in dreizehn Ortskapiteln, die Entstehung ausgewählter Synagogengemeinden beschrieben, und somit ein historischer Überblick vom Mittelalter bis 1945 gewährt. Die AutorInnen geben anhand von Zeitdokumenten, Bildern und Schicksalsberichten jüdischer Persönlichkeiten einen umfangreichen Einblick in die Geschichte jüdischen Lebens, aber auch in die jahrhundertelange antisemitische Tradition in Brandenburg. Viele der Dokumente, Fotos und Karten sind hier zum ersten Mal abgedruckt, da sie erst jetzt bei der Recherche entdeckt wurden.

Die Ortskapitel sind mit ausführlichen Anmerkungen sowie mit weiterführender Literatur ausgestattet. Behandelt werden die Orte Beelitz, Brandenburg / Havel, Eberswalde, Finsterwalde / Niederlausitz, Frankfurt / Oder, Guben, Lindow, Luckenwalde, Neuruppin, Oderbruch, Potsdam, Prenzlau und Rathenow.

Im zweiten Teil widmen sich die AutorInnen in siebzehn Essaykapiteln übergreifenden Themen, die Vielfalt und Bedeutung des Lebens und Wirkens der Jüdischen Gemeinde belegen. Im Essay von Wolfgang Weißleder wird der Neuaufbau jüdischer Gemeinden in Brandenburg nach 1990 beschrieben, der vor allem auf der Einwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion beruht. Weiterhin wird zum Beispiel in "Theodor Fontane und die `Judenfrage´" die zwiespältige Haltung des brandenburgischen Dichters zu seinen jüdischen Mitbürgern anhand von Gedichten und Schriftstücken nachvollzogen. Andere Essays beschäftigen sich etwa mit hebräischem Buchdruck in Frankfurt / Oder, Moses Mendelssohns Weg von Dessau nach Berlin oder jüdischen Tabakhändlern. Auch die Essaykapitel sind mit ausführlichen Anmerkungen versehen.

Der Band bietet zudem eine Chronologie, ein Glossar und ein Orts- und Personenregister und Kurzinfos zu den AutorInnen.


In seinem Vorwort würdigt der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck das Buch dafür, dass es den Blickwinkel erweitere "[...] indem es erstmalig und differenziert die Vielfalt und Bedeutung jüdischer Einflüsse auf das einstige und heutige Brandenburg darlegt."

Zu der Herausgeberin: Dr. Irene Diekmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neuere Geschichte II und stellvertretene Direktorin des Moses Mendelsohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam.

Zu den AutorInnen: Das Werk wurde von 28 AutorInnen gestaltet. Exemplarisch seien hier genannt:

Jani Pietsch, geboren 1947, Politikwissenschaftlerin und Historikerin, lebt als freie Autorin und Sachbuchlektorin, Themenschwerpunkt, Geschichte und Holocaustforschung, in Schöneiche bei Berlin. Sie arbeitete fünfzehn Jahre lang als Pressereferentin im Rahmen von Nord-Süd-Zusammenarbeit für den Deutschen Entwicklungsdienst (DED) und den Weltfriedensdienst (WFD). Weiterhin beteiligt sie sich an der Stolpersteininitiative in Schöneiche.

Dr. phil. Julius H. Schoeps, geboren 1942, ist ein deutscher Historiker mit den Arbeitsschwerpunkten deutsch-jüdische Geschichte, Religions- und Geistesgeschichte sowie politische Ideengeschichte. Er ist Direktor des Moses Mendelsohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam und Autor zahlreicher Veröffentlichungen, u.a. ist er auch Herausgeber des Buches "Juden in Berlin".

Apl. Prof., Dr. phil. habil. Brigitte Meier ist Professorin für Neuere Geschichte und Landesgeschichte an der Europauniversität Viadrina in Frankfurt / Oder. Sie hat zahlreiche Publikationen zur brandenburgischen Landes-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte verfasst, u.a. "Jüdische Seidenunternehmer und die soziale Ordnung zur Zeit Friedrichs II. Moses Mendelssohn und Isaak Bernhard – Interaktion und Kommunikation als Basis einer erfolgreichen Unternehmerentwicklung"

AVIVA-Tipp: "Jüdisches Brandenburg – Geschichte und Gegenwart" widmet sich umfangreich und sehr detailliert der Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Brandenburg. Es enthält eine Vielzahl von Zeitdokumenten, Abbildungen, Fotografien und Briefen und ist umfassend recherchiert. Einen besonderen Fokus legen die AutorInnen auf die Dokumentation persönlicher Schicksale. Alles zusammen macht diesen Band zu einem unentbehrlichen Nachschlagewerk, nicht nur für BrandenburgerInnen.

Weiterlesen:

"Ich besaß einen Garten in Schöneiche bei Berlin", von Jani Pietsch

Jüdische Friedhöfe in Berlin, von Johanna von Koppenfels

Jüdisches im Grünen. Ausflugsziele im Berliner Umland von Judith Kessler und Lara Dämmig.


Irene A. Diekmann (Hg.)
Jüdisches Brandenburg – Geschichte und Gegenwart

Verlag für Berlin-Brandenburg, erschienen März 2008
Hardcover, ca. 656 Seiten mit ca. 300 S/W-Abbildungen
ISBN 978-3-86650-093-8
29,95 Euro

Literatur Beitrag vom 26.03.2008 Britta Leudolph 

   




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