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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 30.04.2004

Ab durch die Mitte
Kirsten Eisenberg

Im "Mittebuch" haben die HerausgeberInnen des "Kreuzbergbuchs" nun einen Cocktail voller Eindrücke zum Bezirk rund um die Hackeschen Höfe gemixt



Was ist aus dem Ereignis Mitte direkt nach der Wende, dem Symbol für modernes Deutschland, dem Inbegriff von Clubkultur geworden?
Im Vorwort des "Mittebuchs" entmythifizieren die HerausgeberInnen Verena Sarah Diehl, Jörg Sundmeier und Werner Labisch zunächst einen Namen, der einige Jahre lang für Hype und Modernität stand.
Sechsundzwanzig Geschichten, Reportagen und Bilder wurden für die LeserInnen zusammengetragen, in denen AutorInnen und KünstlerInnen eine Antwort geben sollen. Die einzelnen Beiträge sind thematisch und formal abwechslungsreich und beschäftigen sich mit Erlebnissen in oder Ansichten über Mitte.

Einige der Texte sind vor allem von politisch-kritischen Tönen geprägt. Mithilfe der Cut-Up-Methode montiert beispielsweise der Redakteur von "Jungle World", Stefan Wirner, Zeitungsartikel, Essays und Reden, um die politische Debatte zum Holocaust-Mahnmal abzubilden.
Jewish Disneyland in Mitte? Kritisch nimmt die Journalistin und Spezialistin für jüdische Geschichte, Iris Weiss, die Reproduktion jüdischer Klischees im Bezirk rund um die Neue Synagoge unter die Lupe.

Auch der Durchschnitts-Mittebewohner wird gnadenlos bloßgestellt.
Mit zynischer Zunge lästert Heike Blümmer, Geschäftsführerin bei flora&fauna media, über coole Mitte-Muttis, die den angesagten 70er Jahre Kinderwagen durch die Strassen schieben.
Bleistiftzeichnungen der Künstlerin Tatjana Doll entlarven andere bezirkstypische Details wie Tretroller-Gehabe und tätowierten Steiß über knapper Hüfthose. Auch Kathrin Funckes freche Skizzen sehen die Mitte-Bewohnerin vor allem als Trendopfer.

Manche Beiträge sind jedoch einfach neutral unterhaltsam, komisch oder auch berührend. So erzählt Tanja Dückers die bewegende Story eines Jungen, der im Montbijoupark mit seinem toten Zwilling den 18. Geburtstag feiert.
Und was passiert, wenn frau von der Krausnickstrasse zur Rosenthalerstrasse tapert? Sie wird, so jedenfalls im Comic von Lilian Mously, mindestens vier mal nach dem Weg zu den Hackeschen Höfen gefragt.

Das "Mitte-Buch" ist aber alles andere als ein bloßer Reiseführer.
Die subjektiven Eindrücke von Mitte-Menschen aus Medien, Literatur, Kunst + Design, Wissenschaft und Musik bieten eine abwechslungsreiche Mischung aus fiktiven Geschichten, Berichten und Zeichnungen.

Kritisch, zynisch und entlarvend: Dieses Buch macht vor allem durch den gnadenlosen Läster-Ton Spaß. Wirklich unterhaltsam ist das "Mittebuch" im Grunde aber nur für Mitte-KennerInnen, denn nur die können in den Beiträgen eigene Ansichten und Eindrücke widergespiegelt sehen. Wer Mitte erst noch entdecken muss, versteht die Anspielungen und den Witz der spitzfindigen Texte sicherlich nicht.

Vielleicht wäre das "Mittebuch" mit einer Spur weniger Zynismus ausgekommen.
Denn dann hätten die AutorInnen es geschafft, nicht mit dem immer gleichen Strom mitzuschwimmen.

Fans dieses Bändchens dürfen schon jetzt gespannt sein auf den abschließenden Teil der Triologie: das "Neuköllnbuch", welches in Kürze im Verbrecherverlag erscheinen wird.





Verena Sarah Diehl, Jörg Sundmeier, Werner Labisch (Hrsg.)
Mittebuch

Verbrecher Verlag 2003
160 S., Einband: kartoniert
ISBN: 3-935843-10-0
Preis: 12,30 Euro
200837928975"



Literatur Beitrag vom 30.04.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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