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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 29.06.2007

Neues von Frida
Clarissa Lempp

Am 6. Juli 2007 wäre Frida Kahlos 100. Geburtstag gewesen. Zeit für einen Blick auf Jubiläumsausgaben und Neuerscheinungen über Leben und Werk der mexikanischen Malerin.



Frida Kahlo war eine Meisterin der Selbstinszenierung. Heute ist sie Mythos, Legende, Kult. Es gibt Filme über ihr Leben („Frida, 2002, mit Salma Hayek), Gaultier erhob sie zur Stilikone und selbst Madonna ist Frida-Bekennerin. Ihre Selbstportraits sind zu Ikonen geworden. In ihnen verarbeitete Kahlo die eigene eingeschränkte körperliche Verfassung, 1925 wurde sie beim Zusammenstoß eines Omnibusses und einer Straßenbahn in Mexiko-Stadt schwer verletzt, die Aufregungen der Ehe mit dem Fresken-Maler und „Murales“ -Mitbegründer Diego Rivera und die Trauer, keine Kinder bekommen zu können. Von etwa 140 Bildern sind 55 Selbstbildnisse. Die Themen, Formen und Symbole ihrer Arbeiten wenden sich aber auch dem Kommunismus zu, der mexikanischen Mythologie und (politischen) Kultur oder auch weniger exemplarisch, der Auseinandersetzung mit der Situation der Frau.
Heute gilt Frida Kahlo als die bedeutendste Malerin Lateinamerikas, ihre Gemälde wurden mit bis zu 5,6 Millionen Dollar gehandelt, soviel wie kein/e andere/r lateinamerikanische/r MalerIn je erzielte.
Am 6. Juli 2007 wäre ihr 100. Geburtstag. AVIVA-Berlin stellt zu diesem Jubiläum fünf Bücher über, von und mit Frida Kahlo vor.


LIVING_ART: Frida Kahlo
Im Rahmen der Reihe LIVING_ART des Prestel-Verlags entstand hier ein kurzweiliges und fundiertes Portrait der Malerin und ihrer Zeit. Die bedingungslose Verknüpfung Kahlos Werk mit ihrem Leben, Beziehungen und ihrem Land, werden durch biographische Ereignisse und einer Einführung in die politische Tradition und Volkskunstgeschichte Mexikos verdichtet. In chronologischer Folge widmet sich der Band den großen Themen in Frida Kahlos Schaffen: Schmerz, Liebe, Revolution und die Verwurzelung in ihrer Heimat.

Mit kleinen Infokästen und einer umfangreichen Bebilderung, birgt dieser von Claudia Bauer zusammengestellte Band eine Vielzahl von Kleinoden an Zitaten, Photographien und Abbildungen auch weniger bekannter Werke Kahlos, wie zum Beispiel ihrer Stillleben. Vieles weiß frau schon als Frida-Kennerin, aber die stetige Verbindung zu den zeitgeschichtlichen Geschehnissen ermöglicht doch einen distanzierteren Blick auf ihre Kunst.

AVIVA-Tipp: Ein informatives Buch, das hervorragend einführt in Werk und Leben der Malerin. Die freundlich-kritische Auseinandersetzung mit der „Frida-Mania“ macht es als Lektüre über die Künstlerin Frida Kahlo besonders empfehlenswert. In leicht verständlicher englischer Sprache.


Frida Kahlo und Diego Rivera
„Der Elefant und die Taube“, soll die Mutter Frida Kahlos das Ehepaar Kahlo-Rivera genannt haben. Tatsächlich erscheint auf Fotografien der beiden Frida wie ein zerbrechliches Püppchen neben ihrem massigen Mann. Was das ungleiche Paar zusammenbrachte, war die große Liebe zu den Traditionen, der Geschichte und der spirituellen Landschaft Mexikos, das gemeinsame Eintreten für die Ideale des Kommunismus und nicht zuletzt eine starke Verbundenheit. Sie begegneten sich bereits in der „Prepa“, die Eliteschule in Mexiko-Stadt die Frida besuchte, als Rivera im Auftrag der Regierung in der Aula das Wandbild „Die Schöpfung“ malte. Nach ihrem schweren Unfall begann Frida zu malen und suchte Diego in seinem Atelier auf, um eine aufrichtige Meinung über ihr Talent zu erfahren. Diego war angetan, wollte aber mehr ihrer Arbeiten sehen und am Sonntag darauf besuchte er, damals bereits ein etablierter und anerkannter Künstler, Frida bei ihrer Familie in Coyocán. Mit 22 heiratete Frida schließlich den 21 Jahre älteren Diego, der damit seine dritte Ehe schloss. Fortan liebten und stritten sie sich.

Zunächst erging sich Frida voll und ganz in ihrer Rolle als Ehefrau des „großen Muralisten und Volkshelden Diego Rivera“. Während ihres gemeinsamen Aufenthalts in den USA zwischen 1930 und 1932 nahm sie aber ihre künstlerische Arbeit wieder auf. „Meine Malerei übermittelt Nachrichten von Schmerzen.“ stellte sie einmal fest. Tatsächlich blieben ihre stärksten Bilder die Selbstportraits, in denen sie ihre körperliche Verletztheit oder ihre seelischen Wunden durch Diegos offenen Affären verbildlicht. Am 6. November 1939 lassen sich Frida und Diego scheiden und heiraten nur ein Jahr später ein zweites Mal. Von da an verändert sich ihre Beziehung. Frida nimmt sich eigene LiebhaberInnen und Diego wird „ihr Junge“, sie entwickelt fast ein mütterliches Verhältnis zu ihm, das beide in ihren Bildern darstellen. Diego Rivera unterstützte, trotz aller leidenschaftsbedingter Differenzen, immer die Künstlerin Kahlo, die Diegos Arbeit ebenso schätzte, nach der zweiten Eheschließung aber auf finanzielle Unabhängigkeit bestand.

AVIVA-Tipp: In dem schön gestalteten Band wird die Liebesbeziehung des berühmtesten Künstlerpaars Mittelamerikas und die Auswirkung auf ihre Kunst, taktvoll und fachkundlich betrachtet. Die Jubiläumsausgabe des Prestel Verlags besticht durch die sprachliche, inhaltliche, wie auch gestalterische Klarheit.


„Ich werde dich nie vergessen…“ – Frida Kahlo und Nickolas Muray
Die Beziehung zu dem Fotografen Nickolas Muray schloss Frida Kahlo bereits während ihrer ersten Ehe mit Diego Rivera 1931. Der aus Ungarn stammende Muray lebte zwar in New York, sie begegneten sich aber in Mexiko, nach Fridas vorzeitiger Rückkehr aus den USA. Schon bald standen die beiden in einem engen Verhältnis und Frida schrieb Nick, dass nur Diego ihr näher stehe. Dies war ebenso ein Beweis ihrer Zuneigung wie auch die Wahrheit darüber, welchem Mann sie sich einzig verpflichtet fühlte. 1935 blieb Frida Kahlo für einen längeren Aufenthalt in New York. In dieser Zeit entstanden einzigartige Farbfotografien, die Nickolas Muray von der Künstlerin aufnahm. Sie fangen nicht nur in besonderer Weise Kahlos Wesen ein, sondern waren darüber hinaus eine fototechnische Errungenschaft, die Muray aus Europa in die USA einführte.

Mit Hilfe von Mimi Muray, Nickolas Tochter, ließ Salomon Grimberg hier ein vielschichtiges Beziehungsportrait entstehen, das die Lücken zwischen den dokumentierenden Liebesbriefen und Fotografien feinsinnig und respektvoll füllt. Die Sammlung der Aufnahmen umfassen ein breites Spektrum der Kahloschen Lebensweise: Fotografien von ihr und Diego, Frida rauchend in New York, mit ihrem zahmen Reh im Patio des „Casa Azul“ oder umringt von Freunden, ihrer Schwester und den Kindern.

AVIVA-Tipp: Hier liegt ein schön gestalteter Bildband vor, mit fantastischen fotografischen Arbeiten und einer zärtlich erzählten Liebesgeschichte. Die schlichte Präsentation der Fotografien lässt genug Raum für die hervorragend restaurierten Farbtafeln und hebt auch die Bedeutung des Künstlers Muray noch einmal hervor.


„Dir sende ich mein ganzes Herz“ – Liebesbriefe
„Manche werden unter einem guten Stern geboren, und andere stehen im Dunkeln – Du magst es nicht glauben, aber ich gehöre zu denen, für die es stockfinster aussieht…“
(Brief an Alejandro Gómez Arias, 29. Mai 1927)

In Frida Kahlos Briefen an Diego Rivera, Alejandro Gómez Arias und Nickolas Muray, offenbart sich eine starke Stimme: empfindsam, leidenschaftlich und drastisch. Sie neckt, umgarnt und bangt um „ihre Männer“. Und immer wieder verlangt sie nach Hingabe und Aufmerksamkeit, die Kraft, Verzweiflung und das Hadern mit dem Verlust ihrer körperlichen Unversehrtheit, spricht sie deutlich aus.
„Bitte schreib mir – anstatt Joe Jings zu lesen, erinnere dich einen Abend lang daran, dass ich auf diesem Planeten existiere.“
(Brief an Nickolas Muray, 06. Februar 1940)

Diese außergewöhnlich klare und poetische Sprache erinnert an ihre Bilder und, wie bei ihrem künstlerischen Werk, steht auch hier die Aufrichtigkeit gegenüber sich selbst im Mittelpunkt. Die Inszenierung ihrer eigenen, obsessiven Persönlichkeit führt sie im kindlich anmutenden Spiel mit den Worten fort. Impulsiv und von Schmerz und Freude geprägt beschreibt sie ihren Seelen- und Lebenszustand. Sie beobachtet ihr Umfeld kritisch und scheut sich auch nicht davor, die europäischen Surrealisten mit Schimpfwörtern zu betiteln. Gleichzeitig zeigt sie sich in zärtlicher Verantwortung für FreundInnen, Familie und LiebhaberInnen. Vor allem Diego ist Objekt ihrer Fürsorge und wird aus der Ferne mit Anweisungen und aufmunternden Worten bedacht.
„Mein Junge, hier ist deine Gefährtin, fröhlich und stark, wie es sein sollte; sie erwartet schon bald deine Rückkehr um Dir zu helfen und Dich immer in Frieden zu lieben.“
(Karte an Diego Rivera zum Geburtstag, 08. Dezember 1952)

AVIVA-Tipp: Die bibliophil gestaltete Ausgabe des Schirmer Graf-Verlags, mit einem einführenden Vorwort von Raquel Tibol, dokumentiert in Fridas eigenen Worte die kompromisslose und engagierte Liebe Kahlos und bietet dadurch einen authentischen Blick auf ihr Wesen und ihr Leben.


Meine Schwester Frida
Der fiktive Roman „Meine Schwester Frida“, erzählt aus der Sicht der jüngeren Schwester Cristina Kahlo, behandelt das exzentrische Leben und Lieben der Künstlerin. Von Kindheit an stand Frida im Mittelpunkt, obwohl selbst nur ein Jahr jünger, blieb Cristina das Baby für sie. In den Erinnerungen an ihre Schulzeit hebt sich nicht nur Fridas rebellisches Gemüt hervor, sondern auch die Hänseleien der Mitschüler aufgrund des jüdischen Vaters, werden als prägende Erfahrung beschrieben.

Der Monolog über das Leben in Fridas Schatten, beziehungsweise an ihrer Seite, richtet sich an einen „Psychoklempner“, dessen Blick die erzählende Cristina immer wieder auf ihre starke Verbundenheit mit Frida lenkt. Sie sieht sich als die andere, „ihr Zwilling“ und aus dieser Position heraus legt sie auch die Rivalität zur großen Schwester offen. Cristina Kahlo hatte eine Affäre mit Diego Rivera. Dieser Vertrauensbruch ist einer der zentralen Momente in der Beziehung der Schwestern. Trotz, oder gerade wegen des Verrats an Frida, wird Cristina zu ihrer engsten Vertrauten, die sich schließlich am Ende auch der Pflege der bettlägerigen und todkranken Künstlerin annimmt.

AVIVA-Tipp: Bárbara Mujica schafft ein intimes Portrait zweier Schwestern, die innerhalb des exzessiven Lebenswandels der einen, an ungeahnte Grenzen und Erfahrungen reichen. Der derbe Ton Cristina Kahlos wirkt manchmal aufgesetzt und flach, was an der Übersetzung liegen kann. Das fast 450 Seiten starke Buch knickt in seinem Erzählrhythmus zum Ende hin ein, besticht aber durch die charakterliche Dichte, vor allem in der Darstellung Frida Kahlos.


Claudia Bauer
LIVING_ART: Frida Kahlo

In englischer und deutscher Sprache erhältlich
Prestel Verlag München, Berlin, London, New York 2007
128 Seiten, Klappbroschur, 120 Abbildungen, davon 100 in Farbe
9,95 Euro
ISBN 978-3-7913-3314-3

Isabel Alcántara, Sandra Egnolff
Frida Kahlo und Diego Rivera

Prestel Verlag München, Berlin, London, New York 2007
136 Seiten, gebunden im Hartplastik-Schuber, 95 Abbildungen, davon 70 in Farbe
24,95 Euro
ISBN 978-3-7913-3798-2
Hrsg. von Salomon Grimberg
„Ich werde dich nie vergessen…“ – Frida Kahlo und Nickolas Muray

Aus dem Amerikanischen von Christian Quatmann
Schirmer/Mosel Verlag München, 2004
Broschierte Sonderausgabe
Deutsche Ausgabe
120 Seiten, broschiert, 56 Tafeln, davon 25 in Farbe
Format: 26,5 x 32,5 cm,
19,80 Euro
ISBN 3-8296-0220-0
Frida Kahlo
Dir sende ich mein ganzes Herz - Liebesbriefe

Aus dem Spanischen und Englischen von Lisa Grüneisen und Jochen Staebel
Schirmer-Graf Verlag München, März 2007
159 Seiten, mit vierfarbigen Vignetten der Künstlerin
12 Euro
ISBN 978-3-86555-036-1
//www.merio.de/isbn/3865550363?r=aviva-berlin" target="_blank">bestellen
Bárbara Mujica
Meine Schwester Frida

Roman
Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2007
447 Seiten, Taschenbuch, limitierte Sonderausgabe
9,95 Euro
ISBN 978-3-596-17233-7

Bis zum 8.Juli 2007 gibt es eine Ausstellung im Haus am Kleistpark anlässlich des 100. Geburtstags von Frida Kahlo: Frida a los 100 años

Literatur Beitrag vom 29.06.2007 Clarissa Lempp 

   




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