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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 21.12.2011

Monika Jaeckel, Katrin Rohnstock (Hg.) – (M)ein bewegtes Leben
AVIVA-Redaktion

Die Initiatorin der Mütterzentren und Frontfrau der "Flying Lesbians" war nicht nur eine bekennende, sondern eine begeisterte Workaholic. Im Jahr 2008 erhielt die ständig Beschäftigte eine...



... Diagnose, die ihre Zeit schmerzlich verkürzen sollte: Uteruskrebs. Kurz vor ihrem Tod erzählte sie ihrer Vertrauten Katrin Rohnstock ihre Lebensgeschichte.

1949 in Tokyo geboren, wuchs Jaeckel dreisprachig in Japan, Kanada und später Deutschland auf, langweilte sich im autoritären Unterricht des Mädchengymnasiums und zog nach dem Abitur erneut hinaus in die Welt, um sie zu verändern.

Gesagt, getan. Sie besetzte mit den anderen StudentInnen sowohl verfügbare Häuser als auch die Frankfurter Universität und schmuggelte sich als Fließbandarbeiterin bei Opel ein, um fast ein Jahr lang deren Arbeitsbedingungen zu protokollieren und von innen her im Betriebsrat zu wirken. Während einer Planungsversammlung meinte ein Genosse namens Joschka Fischer, festlegen zu dürfen, dass Frauen nicht im Betriebsrat reden werden. Jaeckel aber ließ sich weder von Fischer, noch von sonst jemandem den Mund verbieten. Sie reagierte mit scharfer Kritik auf die Machoallüren ihrer männlichen Mitstreiter und fasste die Notwendigkeit eines frühen Differenzfeminimus` in der Bewegung mit den treffenden Worten zusammen:

"Wir mussten auf Distanz gehen, damit wir ungestört gegen das bestehende Geschlechterverhältnis andenken konnten, mit dem wir ja selbst identifiziert waren."

Das Dogma des Kinderkriegens als einziger Weg zur weiblichen Erfüllung entsprach zwar nicht ihrer Vorstellung von Glück, aber sich für Kinder und deren Mütter einzusetzen, war ihr ein Bedürfnis. Als Mitwirkende in den ersten deutschen Mütterzentren initiierte und organisierte sie generationenübergreifende Betreuungs- und Unterstützungsmöglichkeiten, eine Bewegung, die sich bald international vernetzen konnte.

Bei aller Solidarität und Gruppenaffinität blieb ihr jedoch ein tiefes Misstrauen gegen alles, was mit Vereinsklüngelei einher kam:

"In allen Vereinen, denen ich angehörte, traf ich Leute, die nur Mitglied geworden waren, um Macht ausüben zu können. Für Bewegung und Veränderung waren das die Falschen."

Die Aufzeichnungen Katrin Rohnstocks sind durchsetzt mit Jaeckels regelmäßigen, anrührenden "circular letters", mit denen sie seit der Krebsdiagnose ihren großen und weit verstreuten FreundInnenkreis über ihr Leben auf dem Laufenden hielt.
Monika Jaeckel kam nicht mehr dazu, das erste fertige Kapitel ihrer Lebensgeschichte zu lesen. Sie starb am 6. November 2009 in Amsterdam, wo sie mit ihrer Ehefrau Marieke Geldermalsen-Jaeckel gewohnt hatte.

Zur Autorin: Katrin Rohnstock, geboren 1960 in Jena, studierte Literatur- und Sprachwissenschaften. Sie spezialisierte sich auf (Auto)Biografien und gab während der 1990er Jahre die Reihe "Ost-westlicher Diwan" heraus, welche die gesellschaftlichen Verhältnisse des Westens und des Ostens in der Zeit nach der dem Mauerfall heraus arbeitet. 1999 begann sie, als Ghostwriter die Lebensgeschichten anderer zu Papier zu bringen, das Projekt mit Namen "Rohnstock Biografien" wurde 2006 von der Initiative "Deutschland – Land der Ideen" als "Ort der Ideen" ausgezeichnet.

AVIVA-Tipp: Hausbesetzerin, Rocksängerin, Politaktivistin, immer unterwegs und immer an mehreren Projekten zugleich dran: Jaeckels Leben war so voller Power, dass es für drei hätte reichen müssen. Ein inspirierendes Buch, das frau wünschen lässt, sie hätte sie kennen lernen dürfen.

Monika Jaeckel, Katrin Rohnstock (Hg.)
(M)ein bewegtes Leben

Ulrike Helmer Verlag, erschienen Oktober 2011
Paperback, 196 Seiten
ISBN 978-3-89741-333-7
19,95,- Euro
www.helmer.de


Weitere Informationen finden Sie unter:

www.monikajaeckel.com

www.rohnstock-biografien.de

www.muetterzentren-bv.de



Quellen: Rohnstock Biografien, Homepage Monika Jaeckel, Ulrike Helmer Verlag

Literatur Beitrag vom 21.12.2011 AVIVA-Redaktion 

   




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