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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 28.12.2011

Eileen Chang - Das goldene Joch
Annika Hüttmann

Fünf Kurzgeschichten aus dem China der 40er Jahre geben einen intensiven Eindruck von dem damaligen gesellschaftlichen Umbruch, von dem Aufeinanderprallen von Tradition und westlichen Einflüssen.



Die ProtagonistInnen befinden sich alle irgendwo zwischen der alten und einer anbrechenden neuen Zeit, zwischen strengen Familienhierarchien und ihren eigenen Ansprüchen. Die Titelgeschichte "Das goldene Joch" beispielsweise schildert das Leben der schönen Qiqiao, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt und mit dem bettlägerigen Sohn einer einflussreichen Familie verheiratet wird. Ständige Erniedrigungen aufgrund ihrer Herkunft treiben sie in die Opiumsucht. Gefangen in den traditionellen Sitten der Familie bleibt sie unberührt von dem neuen bürgerlichen China, das um sie herum entsteht. Nach dem Tod ihres Mannes beginnt für sie ein langer Kampf um Unabhängigkeit, der sie, zumindest menschlich, fast zugrunde richtet.

Es sind meist Frauenschicksale, die in den Geschichten im Mittelpunkt stehen. Die einzige Ausnahme macht Zhenbao, ein aufstrebender junger Mann, dessen Leben durch eine Affäre durcheinander gerät. Dies wird in "Rote Rose, weiße Rose" erzählt. Aber auch die Probleme, mit denen Eileen Changs weibliche Hauptfiguren kämpfen, sind sehr unterschiedlich. So gibt "Axiaos trauriger Herbst" Einblicke in den harten Alltag einer chinesischen Angestellten in einem britischen Haushalt, während in "Der Weihrauchkessel" ein junges Mädchen die Schattenseiten des extravaganten Lebens ihrer Tante kennen lernt.

Durch die unterschiedlichen Perspektiven, aus denen das vorkommunistische China der 40er Jahre erlebt wird, entfaltet sich eine Welt, in der sowohl für Gesellschaftskritik als auch für kleine Momente des Glücks Platz ist. Mit jeder Geschichte wird der Eindruck von dieser Zeit erweitert, ergänzt oder auch verändert. Der hohe Stellenwert, den die Familienehre hat, wird problematisiert, ebenso die übergeordnete Position, die Männer einnehmen. Die Schilderung westlicher Kultur, wie sie von chinesischer Seite praktiziert wird, ist nicht selten ironisch. Ein direkter Aufruf zur Veränderung sind die Geschichten dennoch nicht, vielmehr scheint es so, als würde Eileen Chang sich weigern, zu idealisieren. Sie schickt ihre Figuren auf die Suche nach sich selbst und ihrem Platz in der Gesellschaft und lässt so einen lebendigen Eindruck dieser Zeit entstehen.

Eileen Changs Sprache ist voller Bilder, bei denen vor allem Farben eine große Rolle spielen. Sie lässt sich viel Zeit beim Erzählen, die Umgebung und Psyche ihrer Figuren wird mit einer schlichten Sprache auf beeindruckende Art präsent. Für LeserInnen, die sich mit den chinesischen Familienverhältnissen zu jener Zeit nicht auskennen, kann die Anzahl an Figuren, die zum Teil in einer Geschichte auftreten, jedoch verwirrend sein.

AVIVA-Tipp: Die Geschichten entfalten in wunderschönen Bildern leise eine Welt zwischen Hoffnung und Resignation. Eileen Changs einfühlsame Schilderungen lassen einen lebendigen Eindruck ihrer Zeit entstehen.

Zur Autorin: Eileen Chang, eigentlich Zhang Ailing, 1920 geboren, ist eine der wichtigsten Erzählerinnen der Moderne. Ihr literarischer Ruhm begann im von Japan besetzten Shanghai. 1952 zog sie nach Hongkong, da ihre Texte nicht dem kommunistischen Literaturverständnis entsprachen. 1955 wanderte sie in die USA aus und veröffentlichte den Roman "Das Reispflanzerlied". Sie starb 1995 in Los Angeles.

Eileen Chang
Das goldene Joch
Originaltitel: The Golden Cangue
Ullstein Verlag, erschienen im September 2011
Hardcover, 368 Seiten
ISBN 9 783550 088728
19,99 Euro

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

"Das Reispflanzerlied" von Eileen Chang (2009)




Literatur Beitrag vom 28.12.2011 Annika Hüttmann 

   




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