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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 01.07.2002

Das Dienstagskind von Merlyn Frank
Gaby Miericke-Rubbert

Eine Frau liegt im Sterben. Sie muß über 80 Jahre alt sein und ist nur noch ein Schatten der früheren kräftigen, wind- und wettererprobten Westfriesin...



Sie hat keinen Namen. Sie hat ihr Leben lang um Bedeutsamkeit und Anerkennung gekämpft, hat ein ziemlich freud- und glückloses Leben geführt. Hat sich durch die Jahre, durch ihre Ehe, durch den Krieg hindurchgekämpft.
Als sie die dreijährige Lieneke im Sommer 1943 in ihrer Familie aufnimmt, wirbt sie jahrelang um die Aufmerksamkeit und die Zuwendung ihrer Pflegetochter. Es wird der ernsthaften und glücklosen Pflegemutter nie gelingen, Lienekes Vertrauen und Zuneigung zu gewinnen.
Das Mädchen läßt seinen Fluchtkoffer als Droh- und Erpressungsinstrument stes im Flur bereitstehen und verschanzt sich hinter einer Mauer des Schweigens und Mißtrauens. Es möchte in Ruhe in ihren Phantasien und Träumen ihrer leiblichen Mutter nachspüren, aber die Annäherungsversuche ihrer Pflegemutter zerstören immer wieder ihre eigenen an ihre frühe Kindheit.
Und mit ihrem Tod macht die namenlose Frau nun endlich für Lieneke den Weg frei, sich auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter und ihrer jüdischen Vergangenheit zu begeben.
Mit dem Zeitsprung in das Jahr 1933 beginnt der Hauptteil des Romans.
Lienekes Mutter Koosje ist gerade zur Leiterin des neuen Schönheitssalons in einem eleganten jüdischen Kaufhaus befördert worden ist. Koosje ist ein sonniger Typ, lebenslustig, erfolgreich und stets zuversichtlich.
Sie, die eigentlich Konzertpianistin werden sollte, erlebt ihre Arbeit im Schönheitssalon als Herausforderung, ist erfolgreich und beruflich häufig auf Reisen. Sie gibt nebenbei Klavierunterricht, besucht Französischkurse und verbringt mit ihren ehemaligen Schulfreundinnen unbeschwerte Abende.
Langsam dringt auch in Koosjes Leben die sich zuspitzende politische Situation im deutschen Nachbarland ein. Und als der Krieg ausbricht, reagiert sie mit Fassunglosigkeit und Entsetzen, aber auch mit einer unerschütterlichen Zuversicht, daß dieser böse Spuk ein baldiges Ende haben wird.
Sie erlebt, wie in den Niederlanden antisemitische Tendenzen aufkeimen, jedoch läßt sie der wachsende Widerstand gegen die menschenverachtende Politik auf der anderen Seite weiterhin auf eine bessere Zukunft hoffen.
Sie verliebt sich in einen sehr ernsten, eher schwermütigen jungen Mann, von dem sie schon bald ein Kind erwartet. Ihre Tochter Lieneke wird als Dienstagskind im September 1940 geboren, nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in die Niederlande. Es ist beeindruckend, wie Koosje mit ihrem lebenskünstlerischen Talent sich und ihrer kleinen Familie weiterhin aufmunternde Inseln in der zunehmend judenfeindlichen Umgebung verschafft, ein Eissorbet im Café oder Schmusestunden zu dritt mit ihrer kleinen Tochter am frühen Morgen.
Wenige Monate nach der Geburt ihres zweiten Kindes wird die Familie in das Übergangslager Westerbork abtransportiert. Durch ihre Geistesgegenwart, im richtigen Moment das Richtige zu tun, gelingt es Koosje das Leben ihrer Kinder zu retten, indem sie in Sekundenschnelle die Entscheidung trifft, die beiden auf dem Bahnhof von Utrecht an wildfremde Menschen zu übergeben.
Selbst im Lager hält sie an ihrem Optimismus und ihrer Zuversicht fest:
"Wo keine Hoffnung ist, da ist kein Leben. Ich will aber leben."
Sie und ihr Mann wurden am 16. Juli 1943 in den Gaskammern von Sobibor in Polen umgebracht. Aber sie hat es geschafft, ihre unerschütterliche Hoffnung Realität werden zu lassen: ihre Kinder leben.


Diana Verlag, 2002
ISBN: 3-453-19937-5
Preis: Euro 7,00
Inhalt: Biographischer Roman.

Literatur Beitrag vom 01.07.2002 AVIVA-Redaktion 

   




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