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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 26.02.2008

Die verborgene Welt
Nicole Bruschkeit

Der Erstlingsroman von Shamim Sarif hält einige Entdeckungen bereit. "Ein eindrucksvolles Debüt", so die britische "Times", das an "Grüne Tomaten" erinnert – angerichtet auf indische Art.



Als Frau ein eigenständiges, unabhängiges Leben zu führen, neugierig und voller Tatkraft dem Drang nach Entfaltung nachzugehen, Stolz, Selbstvertrauen und Mut zu kultivieren – das ist in manchen Kulturen noch heute ein starkes Stück!

Mit einer solchen eigensinnigen Lebensführung ruft die junge Amina, die noch dazu "Männerkleidung" trägt und "Männerarbeit" verrichtet, Bestürzung und Unverständnis hervor in der Gemeinschaft indischer Einwanderer im Südafrika der 1950er Jahre. Die Tradition verlangt von einer Frau Wohlerzogenheit, Fügsamkeit und Unterordnung. Miriam ist eine von diesen unzähligen traditionellen Frauen, die sich unhinterfragt diesen Konventionen beugen. Verheiratet mit einem ihr vor der Hochzeit unbekannten und auch danach weitgehend fremd gebliebenen Mann, inzwischen Mutter von drei Kindern, lebt sie in einer lieb- und freudlosen Umgebung in innerer und äußerer Einsamkeit.
Erst ihre Begegnung mit der lesbischen Amina veranlasst sie zum Nachdenken, und sie beginnt ihren eigenen verborgenen Wünschen, Fähigkeiten und Stärken nachzuspüren.

Die verborgene Welt, so der Titel des Erstlingsromans von Shamim Sarif, hält noch mehr Entdeckungen bereit: Es ist spannend, welche Familiengeheimnisse zu Tage treten, wie Skandale totgeschwiegen werden, was Gerede aus dem Verborgenen hervorzerren will ... Und es ist geradezu erschütternd, wie grenzenlos der Hass ist, der Menschen entgegenschlägt (und keineswegs nur verbal!), die Tradition und Rassenschranken überwinden wollen und damit "Unehre" über ihre Familien bringen und die Apartheidsgesetze verletzen ...

AVIVA-Tipp: Trotz alledem ist Die verborgene Welt kein deprimierendes Buch, aber eben auch – zum Glück – keine schwüle Love-Story unter der sengenden Sonne Afrikas. Der Autorin Shamim Sarif ist es gelungen, ein atmosphärisch dichtes und glaubwürdiges, ein lebendig-eindrucksvolles Bild von der Welt ihrer Protagonistinnen zu zeichnen, und dabei meistert sie so manche Gratwanderung: Sie beschönigt nicht, dramatisiert aber auch nicht; sie berührt, ohne rührselig zu werden; sie erzählt sensibel, ohne in Sentimentalität abzugleiten. Mit anderen Worten: ein rundum gelungenes Debut!

Zur Autorin: Shamim Sarif lebt mit ihrer Lebensgefährtin Hanan und ihren beiden Kindern in London, doch ihre Wurzeln liegen in Indien und in Südafrika. "Die verborgene Welt" ist ihr erster Roman, die Übersetzung des zweiten ist in Vorbereitung. Shamin Sarif gilt als eine der vielversprechendsten jungen britischen AutorInnen.

Die verborgene Welt ist soeben verfilmt worden und wird im April 2008 im Rahmen des schwullesbischen Filmfestivals VERZAUBERT in München, Frankfurt, Köln und Berlin gezeigt.

Shamim Sarif
Die verborgene Welt

Originaltitel: The World Unseen.
Aus dem Englischen übertragen von Andrea Krug
Krug & Schadenberg Verlag, erschienen 2007
304 Seiten, gebunden, mit Lesebändchen
Euro 22,90

Literatur Beitrag vom 26.02.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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