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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 26.05.2008

Wiebke Eden – Die Zeit der roten Früchte
Andrea Petzenhammer

In einer Welt, in der Krieg und gesellschaftliche Zwänge in das Leben der Menschen einschneiden, versucht eine junge Frau ihren Platz zu finden. Die Suche nach dem Glück wird zum Überlebenskampf.



1932 wirkt der kommende Krieg für die ländliche Bevölkerung nördlich von Stettin noch wie ein fernes Gespenst. Greta führt mit ihren zwei Schwestern und ihren Eltern ein überschaubares Leben zwischen der Arbeit auf dem Hof und dem Café, in dem sie nachmittags in der Küche aushilft. Das anfangs schüchterne Mädchen entwickelt sich bald zu einer jungen Frau mit einem eigenen Kopf. Sie beginnt zuerst ohne, dann zusammen mit ihrer Freundin Anna in Tanzcafés zu gehen und erfindet Ausreden für die strenge Mutter.

Ein eigenwilliges Leben in Kriegstagen

Im Café lernt sie ihre erste Romanze kennen, Johannes, einen Musiker, doch ihre Unerfahrenheit bezahlt Greta mit einem Kind. Trotz des gesellschaftlichen Drucks und des herannahenden Krieges entscheidet sich die junge Frau gegen eine Vernunftheirat und trotzdem für das Kind. Greta gelingt es aber nicht, ihrer Tochter eine Mutter zu sein, zu sehr ist sie noch auf der Suche nach sich selbst. Während ihre Freundin Anna heiratet und sich im Idealbild einer vielfachen Mutter zurecht findet, fängt Greta an auszubrechen, regelmäßig alleine auszugehen und mit Männern zu flirten.

Die Pflichten des Vaters

In dieser Zeit der Selbstfindung bricht der Krieg in aller Härte aus. Sämtliche Männer in Gretas Umgebung werden eingezogen, auch Johannes und ihr geliebter Vater, der ihr kurz zuvor noch eine Anstellung als Straßenbahnschaffnerin organisiert hat. Greta kümmert sich aufopfernd um die Aufgaben, die ihr Vater jetzt nicht mehr übernehmen kann und versucht, ihre Familie zu schützen. Während die alles zerstörenden Bomben fallen, Soldaten das Elternhaus einnehmen und die Familie fliehen muss, findet Greta, was ihrer Vorstellung von Glück am nächsten kommt.

Zur Autorin: Wiebke Eden wurde 1968 in Jever geboren und absolvierte nach einem Studium der Germanistik und Pädagogik ein Tageszeitungsvolontariat. Nach anderthalb Jahren Redakteurinnen-Tätigkeit arbeitet sie seit 1996 als freie Journalistin und Autorin für Zeitungen, Zeitschriften, Radio und Fernsehen. Wiebke Eden hat bereits die beiden Portraitbände "Im Gespräch: Journalistinnen (2000) und "Keine Angst vor großen Gefühlen. Die neuen Schriftstellerinnen" (2001) veröffentlicht und gibt mit "Die Zeit der roten Früchte" ihr Romandebut. Wiebke Eden lebt heute in Berlin, weitere Informationen zur Schriftstellerin finden Sie unter: www.wiebke-eden.de

AVIVA-Tipp: Die Geschichte von Greta ist die starke Erzählung einer lebens- und liebeshungrigen jungen Frau während des zweiten Weltkriegs. Sie ist auf der Suche nach sich selbst, sie will und kann sich nicht anpassen. Zu selbstbewusst, um sich den verworrenen Idealen einer stark reglementierten Gesellschaft unter NS-Herrschaft unter zu ordnen, kämpft sie erst für ihre Freiheit und dann für ihre Liebe. Wiebke Eden erzählt die besondere Lebensgeschichte einer Frau die nie aufgibt, an sich und die Menschen, denen sie vertraut, zu glauben.
Der zu Anfang gewöhnungsbedürftige, emotional-assoziative Schreibstil der Autorin lässt den Roman schnell an Tempo und Intensität gewinnen. Sie nimmt ihre LeserInnen mit auf eine emotionale Reise in eine Zeit, in der nicht über Gefühle gesprochen wurde. Mit einem einprägsamen Statement gegen jede Art von Krieg gelingt es der Autorin, das Leid und die Angst der Menschen nachvollziehbar zu machen.


Wiebke Eden
Die Zeit der roten Früchte

Arche Verlag, Zürich-Hamburg, erschienen Februar 2008
Gebunden, 240 Seiten
ISBN 978-3-7160-2375-4
19,00 Euro

Literatur Beitrag vom 26.05.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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