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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 28.09.2008

Claudia Cornelsen - Ich. Bin. Eine. Mörderin
Anna-Lena Berscheid

Dieser spannende Roman verwischt die Grenzen zwischen Realität und Paranoia. Die Autorin entführt ihre LeserInnen in die wirre Welt von Tereza, einer zur Psychiatrie verurteilten Mörderin.



Tereza ist eine wahre Prinzessin. Sie lebt in einem Schloss mit großem Garten und wird Tag ein, Tag aus von ihren Bediensteten gehegt und gepflegt. Einen Haken hat ihr traumhaftes Leben jedoch: An den Fenstern des Schlosses befinden sich Gitter. Diese sollen keineswegs die BewohnerInnen vor EinbrecherInnen schützen, vielmehr muss die Außenwelt vor den InsassInnen bewahrt werden. Denn Tereza ist nur in ihrer Phantasie eine Prinzessin, eigentlich ist sie psychisch krank – und bis an ihr Lebensende in eine psychiatrische Anstalt eingesperrt.

Im Alter von 15 Jahren erschoss Tereza ihren Zwillingsbruder Gideon. Sie selbst behauptet, dass es Mord gewesen sei, doch die Justiz selbst hat Zweifel an ihrer Schuldfähigkeit und steckt sie in die Psychiatrie, wo Tereza daraufhin ein tristes Leben zwischen einsamer Verfettung, Monologen ihres hermaphroditen Professors und Erinnerungsfetzen führt.

Interessant ist dabei die Verbindung verschiedener Erzählstränge – und Stile, die den verwirrten Geisteszustand der Protagonistin eindrucksvoll untermalen. Da sind die Episoden, die Tereza im Wahn durchlebt – Farben und Formen verändern sich, ihre Wahrnehmung ist getrübt, sie verkennt Orte und Personen. Gleichzeitig bekennt sie sich offen, die Mörderin ihres Bruders zu sein und weitere Morde begehen zu wollen. Und dann ist da noch die tragische Geschichte der Ehe ihrer Eltern – die sie als Mythologie von Jason, dem Argonauten, und dessen listiger Frau Medea erzählt. In Schilderungen ihrer unglücklichen Kindheit und Jugend wird das Ausmaß der familiären Tragödie erst nach und nach offenbar.

Dieser Roman gibt der Leserin ein großes Rätsel auf: Was ist Wahrheit, was Wahnvorstellung? Ist die Protagonistin Tereza eine eiskalt berechnende Mörderin, wurde sie zur Erschießung ihres Zwillingsbruders gezwungen oder war es letztendlich nur eine Finte ihrer Mutter, die durch das Scheitern ihrer Ehe und die Enttäuschung über die Entwicklung der eigenen Kinder selbst durchdrehte?

Zur Autorin: Claudia Cornelsen, Jahrgang 1966, lebt in Oldenburg und Hamburg. Sie ist PR-Beraterin, Journalistin und freie Dozentin für Medienkommunikation. Als Ghostwriterin hat sie bereits zahlreiche Bücher zu den Themen Wirtschaft, Management und Geschichte veröffentlicht. "Ich. Bin. Eine. Mörderin" ist ihr 50. Buch und gleichzeitig ihr erster Roman. Weitere Infos und Kontakt unter: www.claudiacornelsen.de

AVIVA-Tipp: Die Autorin vermag es durch ihren dichten Sprachfluss und gelungenen Wortwitz die Leserin zu fesseln und die Frage nach Schuld und Wahrheit bis zuletzt offen zu lassen. Bisweilen mag die Lektüre verwirrend erscheinen, jedoch gelingt es Claudia Cornelsen, alle Erzählstränge am Ende zu einem plausiblen Ganzen zu verweben. Über eins sollte sich die Leserin jedoch stets im Klaren sein: In Terezas Welt ist nichts so, wie es scheint.


Claudia Cornelsen
Ich. Bin. Eine. Mörderin

Artium Verlag, erschienen am 28. August 2008
Gebunden, 352 Seiten
ISBN: 978-3-85535-080-3
19,90 Euro

Literatur Beitrag vom 28.09.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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