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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 22.10.2008

Steinunn Sigurdardottir - Sonnenscheinpferd
Clarissa Lempp

Die isländische Autorin Steinunn Sigurdardottir verwebt poetisch das Portrait einer Familie mit Liebesgeschichten, die vom Verlassen und Sich (nicht) wiederfinden in allen Lebensphasen erzählen.



"Du bist kein Sonnenscheinpferd", sagt Halla, die nette Verkäuferin aus dem Lebensmittelladen zu der Achtjährigen Lilla. Und Lilla fragt sich, warum sie kein Sonnenscheinpferd ist und ihr fallen viele Antworten ein. Die Versorgung des kleinen Bruders Mummi, die Sorge, ihrer Mutter Ragnhild in die Quere zu kommen, die sich als Kinderärztin verdingt, heimgesucht von den kleinen Seelen ihrer verstorbenen PatientInnen. Der unsichere Umgang des Vaters Harald mit den beiden Kindern. Das Wissen um das Liebesleid des "Ehepaares", wie die Kinder ihre Eltern nennen, denn eigentlich hatte sich jeder von ihnen nach einem anderen Menschen gesehnt. Und schließlich das Putzen, Waschen und Kochen, das Lilla übernommen hat, seit Magda, das deutsche Kindermädchen, die Familie verlassen hat.

Als Lilla ihren Liebsten findet, der sie nur Li nennt, wie ein Wesen aus dem fernen Osten, könnte sie fast ein Sonnenscheinpferd werden. Denn zum ersten Mal fühlt sich Lilla, die inzwischen zum Teenager herangereift ist, von einem Menschen nicht nur wahrgenommen, sondern erkannt. Zusammen streifen sie durch die Straßen Reykjaviks, es sind immer die gleichen Wege, und doch immer fremd. Aber eines Tages im Café Mokka verlässt Li ihren Liebsten. Es musste einfach sein. 30 Jahre später begegnen sie sich wieder in diesem Café, mit der gleichen Zärtlichkeit für einander, die sie als Jugendliche empfanden.

Steinunn Sigurdardottir ist Islands bekannteste Schriftstellerin. Nach dem Lesen der poetisch lakonisch erzählten Geschichte Lillas ist klar, warum: Sie versteht es, sich in verschiedenen Zeitebenen zu bewegen, immer Modernität und Tradition im Blick, sie erzählt eine persönliche Geschichte und spiegelt darin das Bild eines ganzen Volkes – ein melancholisches Bild, ohne Happy End, aber mit einer unfassbaren Kraft und Mystik.

Zur Autorin: Steinunn Sigurdardóttir wurde 1950 geboren und gehört zu den bekanntesten isländischen Autorinnen. Ihre Werke markieren wichtige Etappen der isländischen Literatur der achtziger und neunziger Jahre. International bekannt wurde sie durch ihre Romane "Der Zeitdieb" und "Herzort", beide im Rowohlt Verlag erschienen. (Quelle: Verlagsinformation)

Lesen Sie auch unsere Rezension zu "Die Liebe der Fische" von Steinunn Sigurdardóttir

AVIVA-Tipp: Steinunn Sigurdardottirs Geschichte über Menschen, die im eigenen Leben abwesend sind, die dem Tod näher stehen als dem Leben, die sich der Frage nach dem Grund der Existenz entziehen, weil sie einfach sind, ist berauschend schön geschrieben und hinterlässt doch auch den bitteren Geschmack eines Spiegels. Wer kennt es nicht, das "sich durch die Tage schleppen", die Müdigkeit, die das Leben manchmal mit sich bringt. "Sonnenscheinpferd" ist deshalb der perfekte Herbstroman, wenn es draußen grau wird und der Geist sich schmollend in die warme Decke der Melancholie einkuscheln will.


Steinunn Sigurdardottir
Sonnenscheinpferd

Übersetzt von Coletta Bürling
Rowohlt Verlag, erschienen Oktober 2008
Gebundene Ausgabe, 173 Seiten
ISBN-10: 3498063944
ISBN-13: 978-3498063948

Literatur Beitrag vom 22.10.2008 Clarissa Lempp 

   




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