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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 25.06.2004

Gender & IT - neue Studie von Susanne Thoma
Ilka Fleischer

Geschlechterperspektive bei der Vermittlung von Computer- und Internetkompetenz. Eine Bestandsaufnahme von Forschungsergebnissen.



Im zur├╝ckliegenden Jahr stieg der OnlinerInnen-Anteil der weiblichen Bev├Âlkerung gegen├╝ber dem Vorjahr um 3,5 % auf 45,6 %, 2001 lag der Anteil noch bei 30,1 %. Da sich die Geschlechterkluft bei der Computer- und WWW-Nutzung in den letzten Jahren in einem rasanten Tempo zu schlie├čen scheint, liegt die Frage nahe: Welchen Sinn macht die Geschlechterperspektive bei der Vermittlung von Computer- und Internetkompetenz ├╝berhaupt noch?

In der Einleitung ihrer Bestandsaufnahme von Forschungsergebnissen nimmt Susanne Thoma dieser Infragestellung ihres Studien-Ansatzes gleich den Wind aus den Segeln: Die j├╝ngsten Erfolge erschienen nur so positiv, weil das Ausgangsniveau so niedrig w├Ąre - insgesamt sei die Situation noch immer unbefriedigend. Beim Vergleich der Web-Nutzung einzelner Bev├Âlkerungsgruppen zeigten sich nach wie vor erhebliche prozentuale Unterschiede zwischen den Geschlechtern, unterstreicht in ihrem Vorwort auch Barbara Schwarze, Gesch├Ąftsf├╝hrerin von Frauen geben Technik neue Impulse e.V.. Am markantesten pr├Ąsentiert sich die Kluft zwischen den m├Ąnnlichen und weiblichen OnlinerInnen bei den ├╝ber 70-J├Ąhrigen: Obwohl Frauen dieser Altersgruppe einen Bev├Âlkerungsanteil von 55% ausmachen, stellen sie nur 2,5% der Web-UserInnen. Neben der "passiven" PC-Nutzung machen sich die Ungleichheiten aber vor allem in der aktiven Mitgestaltung von Hard- und Software bemerkbar: So liegt der Anteil der Erstsemesterinnen in der Informatik bei nur 18,6%.

Vor diesem Hintergrund formuliert Susanne Thoma ihr Leitmotiv:
"Technisches Knowhow fungiert bis heute als scharfe Trennungslinie zwischen den Geschlechtern. Der Umgang mit Technik und Technologien, ihre Nutzung und die Teilhabe an der Technik- und Technologieentwicklung spielen eine bedeutende Rolle bei der geschlechtshierarchischen Teilung des Arbeitsmarktes in Frauen- und M├Ąnnerberufe [...]. Soll diese Teilung nicht als dauerhaftes strukturelles Merkmal unsere Gesellschaft pr├Ągen, bedarf es auch weiterhin zahlreicher Anstrengungen, u.a. im Bildungsbereich. Das zentrale Anliegen ist dabei, die Geschlechterstereotype aufzubrechen und Bildungskonzepte zu entwickeln, in denen Frauen und M├Ąnner gleicherma├čen ihre Bed├╝rfnisse entfalten k├Ânnen."

Mit dem Ziel, wissenschaftliche Befunde zusammenzustellen, um Empfehlungen f├╝r eine geschlechtssensible Gestaltung bei der Vermittlung von Computer- und Internet-Kompetenz auszusprechen, hat die Autorin in einer Literaturstudie ├╝ber 300 Quellen ausgewertet und eine ExpertInnenbefragung per Fragebogen durchgef├╝hrt. Somit flie├čen sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse als auch Ergebnisse aus der Praxis der Frauenbildung in ihre Studie ein. Dabei hat sie sich in ihrem knapp 100-seitigen Werk auf folgende Themenschwerpunkte konzentriert:

  • Genderansatz in der Erwachsenenbildung
  • Konzepte und Strategien der Frauenbildung seit den Anf├Ąngen der Neuen Frauenbewegung in Westdeutschland
  • Theorieans├Ątze: Defizit-/ Distanztheorie, Differenztheorie, Potenziale-Theorie
  • Geschlechtsspezifische Aspekte bei der Vermittlung von Computer- und Internetkompetenz
Mit der Studie, die vom Verein Frauen geben Technik neue Impulse e.V. ver├Âffentlicht wurde, vermittelt Susanne Thoma zugleich einen ├ťberblick ├╝ber das weite Themenfeld und eine Defizit-Analyse zum Forschungsstand. So zeigt sie zwar unterschiedliche Ans├Ątze zu geschlechtsdifferenten Lernprozessen auf, betont aber auch, dass die zugrunde liegenden Daten weitgehend "ohne fundierte empirische Basis" gewonnen wurden. Das gleiche Manko gelte f├╝r die Erforschung der Ursachen des "anderen" Umgangs von Frauen und M├Ąnnern mit Computer und Internet.

Die ausgewiesenen empirischen L├╝cken hindern die Autorin jedoch nicht daran, praktische Folgerungen zu ziehen, die ├╝ber die Ausbesserung der Datenbasis hinausgehen: So empfiehlt sie, bei der Planung und Durchf├╝hrung von Bildungsveranstaltungen Geschlechterdifferenzen hinsichtlich der Seminarinhalte, dem Verhalten der Teilnehmenden und der Seminarleitung, der methodischen Gestaltung und den Rahmenbedingungen sowie eine Frauen einschlie├čende Sprache zu beachten. F├╝r zuk├╝nftige Forschungsvorhaben r├Ąt sie, einen Diversity-Blickwinkel einzunehmen:

"Der Schwerpunkt der Forschungen sollte weniger darin liegen, zu definieren, wie M├Ąnner sind und wie Frauen "anders" sind, was weiblich und was m├Ąnnlich ist im Lernen oder im Umgang mit Computern und Internet. [...] Globale gesellschaftliche Entwicklungen und die zunehmenden Individualisierungsprozesse lassen die soziale Schere in den Lebenslagen von Frauen immer weiter auseinander klaffen. Deshalb sollten k├╝nftige Forschungsprojekte im Bereich der Bildung verst├Ąrkt auf Einflussgr├Â├čen wie Alter, ethnische Herkunft, Bildungshintergrund, soziales Milieu oder Lebensformen Wert legen."

Der AVIVA-Tipp: Eine fachliche Fundgrube f├╝r alle, die in IT-nahen Bereichen der Aus- und Weiterbildung besch├Ąftigt sind.


Zur Autorin:
Susanne Thoma geh├Ârte von 1999-2003 dem Gesch├Ąftsf├╝hrenden Vorstand von Piona Point e.V. - Internationales Netzwerk der Frauen-Computer-Schulen an sowie der Leitung von pepperpoint - Tele- und Businesscenter f├╝r Frauen. Inzwischen hat sie die fachliche Leitung des Beratungszentrums "ber-IT - Beratung - Berufsorientierung - Informationstechnologien f├╝r Frauen" ├╝bernommen und die Unternehmensberatung THOMA | Unternehmen | Beratung gegr├╝ndet, die sich auf Dienstleistungen in Form von Beratung, Seminaren und Webkonzepten in den Bereichen Projektmanagement/ Arbeitsorganisation, Vernetzung, Qualit├Ątssicherung und Genderperspektive konzentriert.





Thoma, Susanne (2004): Geschlechterperspektive bei der Vermittlung von Computer- und Internetkompetenz. Eine Bestandsaufnahme von Forschungsergebnissen.
Wirkstoff-Verlag. Berlin.
Hrsg.: Frauen geben Technik neue Impulse e.V. Berlin. Mitarbeit: Cornelia Lins.
96 Seiten, 5 Abbildungen, 4 Tabellen
ISBN:3-933788-00-5

Der Verkaufspreis betr├Ągt 8,- EUR. Hinzu kommen 1,50 EUR Versandkosten.
Die Publikation kann online bestellt werden unter:
http://www.wirkstoff.org/formular.htm

...oder postalisch beim:
Wirkstoff Verlag
Rheinsberger Str. 77, 10115 Berlin
fon: 030 - 4402250, fax: 030-44022511


Das Inhaltsverzeichnis und ein Abstract der Studie finden Sie unter:
http://www.genderperspektive.de/inhalt.htm

Weitere Infos zur Autorin und ihrer Unternehmensberatung unter:
http://www.susanne-thoma.de/index.html



Literatur Beitrag vom 25.06.2004 Ilka Fleischer 

   




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