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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 14.05.2012

Antonia Becker - Vielleicht fühlt sich Liebe so an
Gertrud Lehnert

Lynn ist ein Mäuschen: farblos, angepasst, ein bloßes Anhängsel ihres Freundes. Aber in ihr steckt ein ungeahntes Potential. Sascha hingegen ist cool: Lederjacke, Springerstiefel, unverbindlichen..



... erotischen Abenteuern nicht abgeneigt. Aber sie ist immer da, wenn es um ihre anspruchsvolle Partnerin geht, die ständig Hilfe braucht.

Dass die kurz vor dem Einlaufen in den Hafen der Ehe stehende Lynn und die wilde lesbische Fotografin sich begegnen, ist erstaunlich genug. Noch erstaunlicher: Lynn erblickt Sascha – und ist hin und weg. Und siehe da: Sie wird aktiv, zum ersten Mal in ihrem Leben. Sie ist es, die trickreich ein Wiedersehen einfädelt. Und sie ist es, die am Ball bleibt, sich nicht abschütteln lässt und plötzlich zu ahnen beginnt, was sie eigentlich will: Sie will diese selbstbewusste Frau, die so anders ist als alle Menschen, die sie bisher gekannt hat. Und so ganz anders als sie selbst. Sie will: ein anderes Leben. Und entdeckt sich selbst neu.

Lynn lässt sich nicht abschrecken, nicht durch abfällige Bemerkungen anderer, nicht durch Saschas zuweilen verletzendes Verhalten, ihre Distanz nach vorangegangener großer Nähe, ihre Unzuverlässigkeit. Nach langem Zögern gelingt es Lynn sogar, ihren karriereversessenen Verlobten loszuwerden. Aber gelingt es ihr auch, Saschas Herz zu gewinnen?

Vielleicht fühlt sich Liebe so an ist eine charmante zeitgemäße Version des alten Butch-Femme-Themas. Ganz und gar von heute sind die beiden so unterschiedlichen Hauptfiguren, auch wenn die alten Muster noch durchschimmern: die Butch als einsame Wölfin, die unter der harten Schale den empfindsamen Kern versteckt, und die Femme, die sich bei aller scheinbaren Unterwürfigkeit als tatkräftig entpuppt und ohnehin die Klügere von beiden ist, was Beziehungen angeht. Schön geschildert sind die beiden Frauen in ihren Eigenheiten, in ihren Annäherungen und Abstoßungen, in ihren Ängsten und Sehnsüchten. Und auch die Figuren drumherum haben klare Konturen: die nörgelnde Katja, die der Reihe nach Madonna, Mireille Mathieu und andere imitiert und Sascha fest am Bändel hält, Saschas streitlustige Schwester Christina in ihren billigen Fummeln, die ewig auf Männerfang ist, ihr leicht verrückter Bruder Kai, der seit Jahren schweigt und ein Computerfreak ist, und ihre stets keifende Mutter. Lynns einzige FreundInnen, die spießige Elena mit ihrem Mann, und das nicht minder spießige Lesbenpaar Pia und Fleur. Ganz im Kontrast dazu Saschas Chef, der Fotograf, der wie ein übriggebliebener 68er daherkommt. Das Partyvolk. Und etliche mehr.

Es ist eine bunte Mischung aus modernen Großstadttypen, die sich mehr oder weniger gut durchs Leben schlagen und manchmal auch Karriere machen. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven. Mal liegt der Fokus auf Sascha, mal auf Lynn, so dass die Leserin sich ein Bild von beiden und ihrer Beziehung zusammensetzen kann und oft mehr weiß als eine der beiden Frauen. Die Szenen sind teilweise lose aneinander gereiht, zwischen ihnen liegen zuweilen zeitliche Sprünge. Das verleiht dem Roman Dynamik und Tempo – genau das, was eine zeitgemäße Geschichte braucht, um zu überzeugen.

AVIVA-Tipp: Die große Liebe auf den ersten Blick - und eine angepasste Hetera entpuppt sich als aufregende Femme. Aber was braucht es, um eine widerstrebende Butch nicht nur zum Sex, sondern zur Liebe zu verführen? Mitreißend erzählt Antonia Becker von zwei gegensätzlichen, liebenswerten Großstadtheldinnen und gibt der klassischen Konstellation eine ganz zeitgemäße Frische. Eine wunderbare Urlaubslektüre – und darüber hinaus!

Zur Autorin: Antonia Becker lebt mit ihrer Partnerin und einem Cockerspaniel im Ruhrgebiet. Sie liebt Star Trek und Mr. Spock ganz besonders. Als Kind wollte sie Astronautin werden. Daraus wurde dann aber ein Germanistik- und Kunststudium, was auch nicht verkehrt war, denn so kam sie zum Schreiben. Vielleicht fühlt sich Liebe so an ist ihr erster Roman.

Antonia Becker
Vielleicht fühlt sich Liebe so an

Roman
Verlag Krug & Schadenberg Berlin, erschienen 2012
Broschiert, 224 Seiten
Euro 16,90
www.krugschadenberg.de

Literatur Beitrag vom 14.05.2012 AVIVA-Redaktion 

   




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