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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 14.05.2012

Mechthild Lanfermann - Wer im Trüben fischt
Britta Meyer

Die feierliche Verleihung der Gastprofessur an einem elitären Berliner Institut hatten sich die Veranstaltenden anders vorgestellt: Erst lehnt der amerikanische Geehrte den Posten vor aller...



... Augen ohne Erklärung ab und dann findet mensch wenig später in einem Nebenzimmer seine Leiche.

Lanfermann, die selbst lange beim Radio tätig war, verlegt die Handlung ihres ersten Romans in die Redaktionsräume eines Rundfunksenders und lässt die Heldin ansonsten die Hauptstadt per Fahrrad durchstreifen – auf der Jagd nach den längst vergessenen Hintergründen eines Mordes.

Die Radiojournalistin Emma hat ihre Heimatstadt nach einer beruflichen und persönlichen Katastrophe verlassen und versucht nun, in Berlin erneut Fuß zu fassen. Als einzige freie Mitarbeiterin ihres Senders wird sie in aller Schnelle zur Universität geschickt und merkt schnell, dass hier kein zufälliger Unfall passiert ist. Parallel zu den Ermittlungen der Polizei und sehr zum Unmut des Kriminalkommissars Blume beginnt sie, ihre eigenen Recherchen anzustellen.

Der Tote, Tom Rosenberg, war nicht nur der Sohn jüdischer EmigrantInnen aus Deutschland, er war außerdem dafür bekannt, in seinen Büchern die Verstrickungen angesehener ProfessorInnen in antisemitische Universitätspolitik aufzudecken. Seine Veröffentlichungen, die schon so manche Reputation für immer zerstört haben, bescherten ihm einige rachsüchtige FeindInnen in einflussreichen Kreisen. Aber warum schlug er den prestigeträchtigen Posten so plötzlich aus? Warum hat er kurz vor seinem Tod in Berliner ArchitektInnenkreisen recherchiert? Und wer oder was sind "junge Fische"?

Während ihre Vorgesetzten Emma und ihre Story als einen Überraschungserfolg behandeln und die KollegInnen darauf mit eigenen Intrigen reagieren, macht ihre Hartnäckigkeit jemanden in Berlin zunehmend nervös. Bei ihren Nachforschungen stößt sie nämlich nicht nur auf verwickelte Beziehungen im Bauhaus-Milieu der 1920er Jahre und perfide Praktiken der Berliner Finanzämter während des Dritten Reiches, sondern auch auf die eine Person, die heute noch weiß, was "junge Fische" sind und welche Menschen vor langer Zeit solche gefangen haben...

Zur Autorin: Mechthild Lanfermann, geboren 1969 in Niedersachsen, studierte Theater, Film- und Fernsehwissenschaften und später Journalistik an verschiedenen deutschen Hochschulen und an der Sorbonne in Paris. Nach dem Studium arbeitete sie als Reporterin und Redakteurin beim WDR, bei Radio Bremen, beim RBB und bei Deutschlandradio Kultur. "Wer im Trüben fischt" ist ihr erster Roman. Lanfermann lebt in Berlin. (Verlagsinformationen)

AVIVA-Fazit: Die Idee ist spannend und die Hintergrundstory komplex, aber leider wimmelt die Handlung nur so von ausgedienten Klischees. Von der Zerrissenheit der verletzlich-toughen Heldin über die zaghafte Liebesgeschichte bis hin zur vorhersehbaren Auflösung passieren keine Überraschungen.


Mechthild Lanfermann:
Wer im Trüben fischt

btb Verlag, erschienen im April 2012
Taschenbuch, Broschur, 320 Seiten
11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-74376-6
9,99,- Euro
www.randomhouse.de

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Literatur Beitrag vom 14.05.2012 Britta Meyer 

   




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