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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 14.09.2012

Ungleich mächtig. Das Gendering von Führungspersonen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in der Medienkommunikation. Herausgegeben von Margreth Lünenborg und Jutta Röser
Susanne Schwarz

Die "Mutter der Nation" ist Angela Merkel, Gerhard Schröder war das "Alphatier". Medien differenzieren: In Politik, Wirtschaft und Wissenschaft werden Frauen als Orchideen gesehen – oder als...



...überraschende Erfolgsfälle "weiblicher" Eigenschaften.

Bereits im Jahr 2010 stellten die Professorinnen Margreth Lünenborg und Jutta Röser ihre Studie "Spitzenfrauen im Fokus der Medien" innerhalb der Fachtagung Ungleich mächtiger? Mediale Geschlechterbilder von Führungskräften vor. Nun erscheint sie auch in Buchform.

Das Projekt verbindet in der Medienanalyse eine quantitative Erhebung der medialen Sichtbarkeit von Frauen in Spitzenpositionen im Vergleich zu Männern mit der qualitativen Untersuchung von Artikeln und Bildern sowie der Durchführung von Interviews.
Die Erhebung fand im Zeitraum vom 1. April 2008 bis 30. September 2008 statt. Dabei fanden fünf Zeitungen, acht Publikumszeitschriften und vier Fernsehsendereinbezogen Beachtung.

Frauen haben das Nachsehen – mit einer Ausnahme

Es war fast leicht zu erahnen: Weibliche Führungskräfte sind in der medialen Berichterstattung unterrepräsentiert. Gerade 17 Prozent derer, die aufgrund ihrer exponierten Stellung in Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft in den untersuchten Medien genannt wurden, sind laut der Studie Frauen. Die Politikerinnen reißen die Quote ein wenig hoch: Immerhin jede fünfte Person aus der Politik, über die während der Erhebung berichtet wurde, ist weiblich.

Werden nur PolitikerInnen auf Bundesebene betrachtet, wird das noch deutlicher. Der Bundesvergleich ergibt zwar, dass sich 30 Prozent der Mediennennungen auf Frauen bezogen, 18 Prozent konnte allerdings die Kanzlerin allein für sich verbuchen. Die Popularität Angela Merkels, was ihr Auftreten in den Medien anbelangt, scheint allerdings nicht auf andere Spitzenpolitikerinnen abzufärben, denn diese teilten sich dementsprechend 12 Prozent der Berichterstattung. Bei der Betrachtung der medialen Nennungen aller BundesministerInnen und der Bundeskanzlerin fällt auf, dass mit Angela Merkel zwar eine Frau an der Spitze ist – allerdings einsam. Als nächste weibliche Person folgt nach sieben Männern Brigitte Zypries (SPD, damals Bundesministerin der Justiz).

Diese Entwicklung zieht sich auch durch die visuelle Bildberichterstattung. Rund 75 Prozent der insgesamt 2.234 dargestellten Spitzenkräfte sind männlich, rund 25 Prozent weiblich.

Allerdings variiert das Verhältnis nach den einzelnen Professionen deutlich: In der Politik liegt der Frauenanteil in den ausgewählten Spitzenpositionen bei rund 41 Prozent, während der Anteil der Männer rund 59 Prozent beträgt. Dagegen sind Spitzenfrauen in Wirtschaft und Wissenschaft in der Bildberichterstattung mit rund 6 bzw. 14 Prozent deutlich unterrepräsentiert. Der vergleichsweise hohe Anteil von Spitzenfrauen in der Politik beruht erneut allein auf der starken Präsenz von Angela Merkel. Rund 54 Prozent aller Bilddarstellungen von Spitzenfrauen zeigen die Bundeskanzlerin.

Von Müttern, Models und Powerfrauen

Nicht nur in der Quantität der medialen Beachtung unterscheiden sich die Geschlechter. Auch die Art der Berichterstattung variiert. Während Männer "Hoffnungsträger", "Fußballkumpels", "Alphatiere" und "Vollprofis" sind, fallen Frauen – auch bei politischen Artikeln – vorwiegend als Mütter (oder Töchter) auf, als Trägerinnen von hübschen oder hässlichen Schuhen, Begleitungen von Männern oder auch als "Powerfrauen". In jedem Fall wird ihre Rolle als Machtinhaberin explizit herausgestellt. Dass sich Männer in Führungspositionen befinden, erscheint normal, bei Frauen wird impliziert, es müsse sich um Besonderheiten handeln.

Durch qualitative Interviews wurde von der Forschungsgruppe auch untersucht, wie die mediale Berichterstattung auf junge Frauen und Männer wirkt. Die Ergebnisse der Forschung an Zeitungsartikeln wurde darin bestätigt:: Angela Merkel wird als erste Person genannt, wenn nach weiblichen Führungskräften gefragt wird. Abgesehen von der Kanzlerin und Ursula von der Leyen (damals Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) war sie wurde kaum eine Spitzenpolitikerin genannt. Die Befragten sehen die Kanzlerin darüber hinaus als ein Symbol für mehr Geschlechtergerechtigkeit und erwarten, dass diese sich auch auf die generelle Akzeptanz von Frauen in Führungspositionen auswirken wird.

Bei allen Befragten – unabhängig von Geschlecht und Bildungsstand – herrscht ein Bewusstsein für Geschlechterungleichheiten. Während sich die befragten Frauen involviert und lebensweltlich betroffen zeigen, diskutieren die Männer die Ungleichbehandlung aus einer distanzierten Sicht als ein Problem, das ausschließlich Frauen betrifft. Beide Gruppen sprechen sich jedoch für die selben beruflichen Aufstiegschancen für Männer und Frauen sowie ihre Gleichberechtigung aus.

AVIVA-Tipp: Ungleich mächtig ist ein aufschlussreicher Beitrag zur Debatte um Frauen in Führungspositionen. Das Werk zeigt auf, wie Medien diesbezüglich auf den gesellschaftlichen Common Sense einwirken. Das Werk ist Bestandaufnahme und Forderung zugleich: Der Journalismus bildet reale Missstände in der Geschlechtergleichstellung nicht nur ab, sondern reproduziert sie auch – mit einer bewussten Berichterstattung kann sich das ändern!

Zu den Herausgeberinnen:

Margreth Lünenborg
ist Professorin für Journalistik und Direktorin des Internationalen Journalisten-Kollegs an der Freien Universität Berlin. Außerdem ist sie in der Lehre der Universitäten Zürich, Wien, Salzburg, Lüneburg und Greifswald tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Journalismusforschung, der kommunikationswissenschaftlichen Geschlechterforschung, den Cultural Studies und der Medienforschung, der Migration in Verbindung zu den Medien und den hybriden Medienangeboten.
Weitere Infos unter: www.polsoz.fu-berlin.de

Jutta Röser ist Professorin für Kommunikationswissenschaft an der Leuphana-Universität Lüneburg. Ihre Arbeitsgebiete enthalten Publikums- und Rezeptionsforschung, Medien und Kommunikationstechnologien in Alltagskontexten, Cultural Media Studies und Gender Studies, Mediengewalt, Populäre Medien und Journalismus.
Weitere Infos unter: www.leuphana.de

Margreth Lünenborg, Jutta Röser (Hg.)
Ungleich mächtig. Das Gendering von Führungspersonen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in der Medienkommunikation.

transcript, erschienen Mai 2012
Broschiert, 270 Seiten
ISBN-13: 978-3837616927
26,80 Euro

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Migrantinnen in den Medien von Margreth Lünenborg, Katharina Fritsche und Annika Bach.

2009 - Frauen in den Nachrichten noch immer unterrepräsentiert

World-Wide-Weibsbilder

Angela Merkel barbusig in Fotomontage

Dokumentation des Journalistinnenbunds (JB)

Frauen in den Medien

Doppelleben

Literatur Beitrag vom 14.09.2012 AVIVA-Redaktion 

   




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