Gabriele Wohmann wird achtzig - Biographie und Erzählband - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

AVIVA_gegen_AFD Happy End
Aviva-Berlin > Literatur
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Romane + Belletristik
   Biographien
   Jüdisches Leben
   Sachbuch
   Graphic Novels
   Art + Design
   Lesungen in Berlin
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2017




Happy Birthday AVIVA




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in größerer Schrift!

TIPP: über den Zurück-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 26.09.2012

Gabriele Wohmann wird achtzig - Biographie und Erzählband
Nina Breher

Sie war Mitglied der Gruppe 47, ihr böser Blick berüchtigt und ihre Bücher deutschlandweit bekannt. Heute ist sie nicht mehr allen ein Begriff – zu unrecht, wie die Autorin Ilka Scheidgen...



...in ihrer autorisierten Biographie von Gabriele Wohmann zeigt. Zusätzlich weckt ein Band mit neu zusammengestellten Erzählungen neues Interesse an ´der Wohmann´.

Die Bekanntheit von Gabriele Wohmann, die eine der bekanntesten Nachkriegsautorinnen war und seit den Sechzigern mit Größen wie Günter Grass und Marcel Reich-Ranicki auf Du ist, hat abgenommen. Dass das Interesse an ihr aber nicht verschwunden ist, zeigen zwei pünktlich zu ihrem achtzigsten Geburtstag am 21. Mai 2012 erschienene Bücher. Neben der autorisierten Biographie mit dem Titel Ich muss neugierig bleiben, die die Hilde Domin-Biographin und Autorin Ilka Scheidgen in enger Zusammenarbeit mit Gabriele Wohmann verfasste, erschien im Aufbau Verlag ein Band mit Erzählungen: Eine souveräne Frau versammelt 26 Kurzgeschichten aus 50 Jahren Autorinnenschaft und ist gewissermaßen ein Best Of der vielleicht wichtigsten Kurzgeschichtenschreiberin der Bundesrepublik. Die Geschichten lassen das umfassende Werk der Autorin Revue passieren, in dessen Zentrum stets die Form der Kurzgeschichte stand, die sie – so heißt es oftmals – wie kaum jemand sonst im deutschen Raum beherrscht.

Ich muss neugierig bleiben hingegen stellt Gabriele Wohmann in ein neues Licht, indem es den Blick auf ihre Lebensgeschichte und die Rezeption ihrer Veröffentlichungen richtet. Das Angebot des Piper Verlags, eine Autobiographie zu schreiben, lehnte Wohmann vor einigen Jahren ab: "Sie haben mich sogar zum Essen eingeladen, um mich zu überreden, Und ich sagte ihnen, mein Gedächtnis wäre gar nicht in der Lage dazu", vertraut sie Scheidgen an und fügt ihr gegenüber hinzu: "Gut für dich."Scheidgens Zugang ist ein so persönlicher, dass sie immer wieder selbst als Biographin im Text präsent ist – viele Passagen dokumentieren Gespräche mit Gabriele Wohmann. Sie rückt so nah wie möglich an die Autorin heran und macht stets deutlich, dass der vorliegende Text keine Autobiographie ist. Dieser erfrischende Ansatz trägt Informationen zutage, die uns vielleicht sonst verwehrt geblieben wären und skizziert wie nebenbei den Charakter Gabriele Wohmanns.

Die interessantesten Stellen im Buch sind die, an denen Scheidgen bei Wohmann nachhakt. Sie konfrontiert die Königin der Kurzgeschichte mit Aussagen aus älteren Interviews oder fragt nach der Richtigkeit ihrer eigenen Erklärungsansätze. Diese ungewöhnliche Nähe ist jedoch nicht nur die Qualität der Biographie, sondern zugleich auch ein Mangel. Oft kommt die Distanz abhanden, die es vielleicht gebraucht hätte, um das Leben und Werk Gabriele Wohmanns gänzlich zu überblicken. Die von Feuilletonzitaten durchsetzten Schilderungen lesen sich zeitweise wie eine Festschrift zum achtzigsten Geburtstag. Diese hätte die Autorin gewiss verdient, dennoch wäre mehr Distanz seitens der Biographin wünschenswert gewesen. Nicht zuletzt ist Distanz auch einer der Aspekte an Gabriele Wohmanns Erzählstil, den Scheidgen wiederholt lobt. Es wäre schön gewesen, wenn auch sie einen Schritt nach hinten gegangen wäre, wenn nicht aus Autorin und Portraitierter zeitweise ein "Wir" geworden wäre.

Für eine weitergehende Auseinandersetzung mit Gabriele Wohmann verweist Scheidgen stattdessen implizit auf die Werke Wohmanns, die sie ansatzweise interpretiert und mit dem Leben der Darmstädterin verknüpft – wer verstehen will, muss sich mit den Kurzgeschichten und Romanen selbst beschäftigen, die den Lebensweg von Gabriele Wohmann konturieren. Für die eigenen Nachforschungen stehen über sechshundert Kurzgeschichten und siebzehn Romane von den fünfziger Jahren an zur Verfügung. Georg Magirius, mit dem Gabriele Wohmann 2011 bereits Sterben ist Mist, der Tod aber schön. Träume vom Himmel herausgab, hat mit Eine souveräne Frau eine ideale Einstiegsmöglichkeit in das Werk der Autorin geschaffen. Immer dabei ist ihr unverwechselbarer "böser Blick", mit dem sie Missstände beschreibt, die sich unter der Oberfläche des alltäglichen Zusammenlebens verstecken.

AVIVA-Tipp: Die beiden 2012 erschienenen Bücher "Ich muss neugierig bleiben" und "Eine souveräne Frau" bieten ideale Voraussetzungen, sich endlich mal wieder intensiv mit Gabriele Wohmann auseinanderzusetzen. Ilka Scheidgen zeichnet den Lebensweg der Autorin nach, während Georg Magirius ein Panorama ihrer Kurzgeschichten zusammenstellt. Beide zollen der Autorin auf verschiedene Weise ihren Tribut und stellen gleichermaßen die Schönheit ihres Werkes heraus, das, so betont Magirius in seinem Nachwort, zu Unrecht nur selten mit diesem Begriff beschrieben werde.

Gabriele Wohmann, 1932 in Darmstadt geboren, gehört zu den wichtigsten Schriftstellerinnen Deutschlands. Ihr umfangreiches Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Bremer Literaturpreis und dem Hessischen Kulturpreis, und sie erhielt das Große Bundesverdienstkreuz. Zuletzt erschienen die Erzählungsbände: "Scherben hätten Glück gebracht" (2006) und "Schwarz und ohne alles" (2008). (Quelle: www.aufbau-verlag.de

Zur Autorin: Ilka Scheidgen, geboren und aufgewachsen in Berlin, hat bereits Romane, Erzählungen und Gedichte sowie literarische Essays und Autorenportraits veröffentlicht. Sie arbeitet als freie Publizistin für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften.
Mehr Informationen unter: www.ilka-scheidgen.de

Zum Herausgeber von Eine souveräne Frau: Georg Magirius hat evangelische Theologie in Marburg, Münster und Heidelberg studiert. Seit 2000 ist er freier Schriftsteller und Hörfunkjournalist.
Mehr Informationen unter: www.georgmagirius.de



Ilka Scheidgen
Gabriele Wohmann. Ich muss neugierig bleiben

Kaufmann Verlag, erschienen 2012
Gebunden, 240 Seiten
ISBN: 978-3-7806-3112-1
19,95 Euro
Weitere Informationen finden Sie unter: www.kaufmann-verlag.de



Gabriele Wohmann
Eine souveräne Frau. Die schönsten Erzählungen
Herausgegeben und mit einem Nachwort von Georg Magirius

Aufbau Verlag, erschienen 2012
Gebunden, 285 Seiten
ISBN: 978-3-351-03393-4
19,99 Euro
Weitere Informationen finden Sie unter: www.aufbau-verlag.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Gabriele Wohmann – Wann kommt die Liebe

Gabriele Wohmann – Scherben hätten Glück gebracht

Gabriele Wohmann – Fahr ruhig mal 2. Klasse. Geschichten von unterwegs

Ilka Scheidgen – Hilde Domin. Dichterin des Dennoch

Literatur Beitrag vom 26.09.2012 AVIVA-Redaktion 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken