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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 27.02.2013

Ella Griffin - An und für Dich
Dana Strohscheer

Ein Unterhaltungsroman aus der Welt der Reichen und Schönen, wo erfolgreiche Frauen in Werbeagenturen arbeiten, deren Leben nach dem Plan Job-Mann-Kind verläuft und die keine Existenzängste kennen.



Willkommen in der Welt von Saffy. Sie ist Ende Zwanzig, arbeitet bei einem hippen PR-Unternehmen und wünscht sich nichts sehnlicher, als eine Familie mit ihrem Freund zu gründen. Er hört auf den Namen Greg, ist ein mäßig talentierter Schauspieler und hält sich für den Mittelpunkt der Welt.

An dieser Stelle möchte mensch das Buch bereits aus der Hand legen. Doch damit wird dem Debutroman der irischen Autorin Ella Griffin nicht Genüge getan.

Die Traumwelt von Saffy bricht dann zusammen, als Greg ihr den lang ersehnten Antrag macht und der große Tag immer näher rückt. Plötzlich ist sich die Protagonistin gar nicht mehr sicher, ob Heiraten wirklich das ist, was sie will.

Liest sich Griffins Roman anfangs als nochmaliger Aufguss einer vielfach bekannten Story nach dem Prinzip Liebe-Intrigen-Happy End, entpuppt sie sich doch zu einer etwas anderen Erzählung. Indem sich Saffy auf die Suche nach ihren eigentlichen Wünschen und Sehnsüchten macht, wird deutlich, dass sie die Normen des Alltäglichen nur aus einem Grund für sich in Anspruch nehmen möchte: Als Abgrenzung zu ihrer beruflich erfolgreichen, emotional jedoch unterkühlten Mutter Jill.

Hier schrillen beim Lesen natürlich die Alarmglocken. Soll hier wieder einmal das Bild einer karriereorientierten Frau gezeichnet werden, die für alles Zeit hat, nur nicht für das eigene Kind? Ja und Nein. Die Mutter Saffy´s wird nicht unbedingt sympathisch charakterisiert, doch verharren die Figuren glücklicherweise nicht nur in oberflächlichen Stereotypen. Vielmehr wird deutlich, dass sowohl Mutter als auch Tochter in der Vergangenheit Fehler gemacht und unterschiedliche Lebensentwürfe haben.

Als Gegenpart zu der leicht chaotischen, konsumorientierten Saffy konzipiert die Autorin ein "Paar ohne Trauschein", mit gemeinsamen Kindern, Jess und Connor. Die beiden scheinen trotz permanenter finanzieller Schwierigkeiten glücklich zu sein. Bis Connors selbst verfasster Roman, an dem er seit Jahren arbeitet, von einem Verlag angenommen wird. Er beginnt dadurch, an seinem bisherigen Lebensweg zu zweifeln. So entwickelt sich eine Nebenhandlung, die der doch etwas dünnen Story über die Hauptfigur zu mehr Leben verhilft. Denn nun werden in der Erzählung auf einer zweiten Ebene Probleme einer bestehenden Beziehung verhandelt, wie Alltagstrott und die Angst, etwas im Leben zu verpassen - und die permanente Furcht vor dem persönlichen Scheitern.

Allerdings kann sich die Autorin nicht so ganz entscheiden, welcher Handlung sie den Vorrang geben soll, und so ist mensch beim Lesen immer wieder zwischen den beiden Geschichten hin und her gerissen, die nur lose miteinander verbunden sind.

Leider überzeugt Griffins auch Sprache und Erzählstil nur bedingt:

"Greg war immer gern ein bisschen anders. Er hatte ihr letztes Jahr eine riesige Venusfliegenfalle geschenkt. Sie war ganz hübsch, aber im Februar gab es wenig Fliegen, und sie war gestorben, nachdem Saffy sie mit einem Stück Räucherlachs von ihrem Bagel gefüttert hatte."

Der bemüht lockere Schreibstil der Autorin passt nicht wirklich zu den teilweise eher ernsthaften Themen, wie der schweren Erkrankung von Saffy´s Mutter, weigert sich auf der anderen Seite jedoch, ganz in Banalitäten abzugleiten. So mäandert der Roman vor sich hin, neigt einmal mehr dem Drama, dann der Komödie zu, ohne eine eigene Sogwirkung zu erzeugen.

Was das Buch trotzdem lesenwert macht, ist die Wärme und Lebenserfahrung, mit der die Autorin ihren Figuren begegnet. Die Hilflosigkeit, mit der Saffy und Connor den Verwicklungen des Lebens gegenüberstehen, mögen die LeserInnen aus eigener Erfahrung kennen - und das macht sie sympathisch.

Zudem thematisiert Griffin die schwierige Mutter-Tochter-Beziehung einfühlsam, räumt auch dem (nicht ganz freiwillig) abwesenden Vater und der daraus resultierenden Unsicherheit der Protagonistin Saffy genügend Platz ein. Dieser Strang der Erzählung ist interessant und lesenswert und wertet den Roman auf.

Zur Autorin: Ella Griffin wuchs als jüngstes von sechs Kindern in Dublin auf. Nach dem College schlug sie sich mit Gelegenheitsjobs durch, bis sie in der Werbebranche landete und dort viele Jahre erfolgreich arbeitete. "An und für Dich" ist ihr erster Roman. (Quelle:Verlagsinformationen)

Zu den Übersetzerinnen:

Isabel Bogdan
1968 in Köln geboren, studierte Anglistik und Japanologie in Heidelberg und Tokio. Sie lebt in Hamburg und arbeitet als Autorin und Übersetzerin. So hat sie beispielsweise das Buch von Jonathan Safran Foer "Tiere essen" (gemeinsam mit Ingo Herzke und Brigitte Jakobeit) und Megan Abbotts "Das Ende der Unschuld" übersetzt. Im Jahr 2012 veröffentlichte sie bei Rowohlt das Buch Sachen machen. Zudem ist sie Vorsitzende des Vereins zur Rettung des Anderthalb. Im Jahr 2006 erhielt sie den Hamburger Förderpreis für literarische Übersetzung. Im Jahr 2011 folgte diese Auszeichnung für ihre eigenen literarischen Arbeiten. (Quelle: www.isabelbogdan.de)

Jenny Merling, geboren 1983, studierte Literaturübersetzen in Düsseldorf. Sie übersetzt aus dem Spanischen und Englischen, unter anderem Patricia Briggs, Antonio Lozano, und Devan Sipher. (Quelle:Verlagsinformationen)

AVIVA-Fazit: Lockere Ferienlektüre, die am Strand oder abends auf dem Sofa konsumiert werden kann. Nicht herausragend, aber durchaus lesenswert. Wie die Protagonistin ihre eigene Familiengeschichte nach und nach aufarbeitet, birgt einiges an Identifikations- beziehungsweise Verständnispotenzial.

Ella Griffin
An und für Dich

Originaltitel: Postcards From the Heart
Aus dem Englischen übersetzt von Jenny Merling und Isabel Bogdan
Kiepenheuer und Witsch, erschienen August 2012
Gebundene Ausgabe, 480 Seiten
ISBN: 978-3462044164
16,99,- Euro
www.kiwi-verlag.de

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.ellagriffin.com

www.goodreads.com

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Anne Cushman - Ich, mein Karma und Er

Megan Abbott - Das Ende der Unschuld

Jonathan Safran Foer - Tiere essen

Ayelet Waldman - Böse Mütter




Literatur Beitrag vom 27.02.2013 Dana Strohscheer 

   




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