Judaism and Emotion. Texts, Performance, Experience - Sarah Ross, Gabriel Levy, Soham Al-Suadi - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 25.07.2013

Judaism and Emotion. Texts, Performance, Experience - Sarah Ross, Gabriel Levy, Soham Al-Suadi
Madeleine Jeschke

In dem in englischer Sprache erschienen Band nähern sich AutorInnen unterschiedlicher Forschungsbereiche dem Thema an, indem sie den Fokus auf Rolle und Funktion von Emotionen in Texten, Ritualen,...



... Musik und anderen Bereichen der jüdischen Tradition legen.

Dieses wenig erforschte Gebiet war Thema einer internationalen Konferenz im Oktober 2010 an der Universität Bern. Die OrganisatorInnen Sarah Ross, Gabriel Levy, Soham Al-Suadi haben die Konferenzbeiträge überarbeitet und in diesem Buch zusammengestellt. Die Konferenz ging aus einer Pilot–Studie, erarbeitet von der Musikethnologin Sarah Ross und dem Religionshistoriker Gabriel Levy zum Thema "Emotion in Rabbinic Texts, Jewish Liturgy and Music" hervor, die eine Lücke in den Studien der Emotionen im Judentum aufdeckte, welche in dem vorliegenden Band gefüllt werden soll.

"Judaism and Emotion bricht mit den Stereotypen, die bis vor nicht allzu langer Zeit das Judentum als strikte Gesetzesreligion kennzeichneten […] einem Verständnis von Judentum, das oftmals Spiritualität und Emotion aus dem Jüdischen Denken ausschließt."schreibt Prof. Dr. René Bloch, der Vorsitzende des Instituts der Jüdischen Studien der Universität Bern, in seinem Vorwort zu dem im Frühjahr 2013 erschienenen Buch.

Für Ross gibt es im Judentum im Vergleich mit ähnlichen Studien zu anderen Religion ein wesentliches Forschungsdefizit zur Dimension von religiösen Gefühlen und Emotionen im Kontext des täglichen jüdischen Lebens. Obwohl Emotionen im Judentum in verschiedenen Forschungsfeldern untersucht werden, herrscht ein vorrangig historischer Ansatz bei der Erforschung dieses Themenbereichs. Das Augenmerk liegt auf literarischen Repräsentationen von Emotionen im Judentum, es mangelt jedoch an der Integration anderer Methoden, etwa anthropologische, ethnographische, soziologische oder musikethnologische.

Die, in diesem Buch präsentierten, Beiträge beschreiben die Wechselbeziehung zwischen sozio-kulturellen oder religiösen Prozessen und der Neurologie und Biologie von Emotionen. Denn, die Erforschung, in welcher Form an Gebeten teilgenommen wird, und wie Liturgien, rituelle Objekte und Plätze, und musikalische Traditionen konstruiert sind, geben Ross zufolge Auskunft über die emotionale Beschaffenheit des Lebens von Jüdinnen und Juden.

Ziel dieser Forschungen ist mehr das Illustrieren und Analysieren von Emotion im Judentum in textlichen, musikalischen und kognitiven Formen, als diese umfassend zu untersuchen. Jedes der drei Kapitel zeigt eine bestimmte Form der physischen Manifestation von Emotionen und bezieht sich auf unterschiedliche Daten und Quellen.

Text

Im "Text Abschnitt" nehmen die Religionswissenschafter Soham Al-Suadi und Reuven Kiperwasser einen historisch-kritischen und soziohistorischen Ansatz zu der Thematik, indem sie gesprochene Gedanken und literarische Repräsentationen von Emotionen im Judentum, wie biblische und rabbinische Texte, untersuchen.
"Dining Social Alternatives - Pauls Dealing with emotional Diversity of the Hellenistic Meal." Al-Suadi thematisiert das Hellenistische Mahl als semi-private soziale Handlung, die es den TeilnehmerInnen erlaubt, mit sozialen Variablen zu experimentieren um neue soziale Alternativen in diese Praxis miteinzubeziehen.
Reuven Kiperwassers "Matters of the Heart - The metamophosis of the monolithic Bible to the fragmented in rabbinic thought" studiert den Prozess der Formation eines wichtigen anthropologischen Konzepts in der rabbinischen Literatur: das "Konzept des Herzen". Das Herz ist in der rabbinischen Literatur, wie auch in der Bibel, nicht nur ein anatomisches Organ, sondern das Zentrum seiner menschlichen Emotionen.

Performance

"The inner history of a people is contained in its song"
Dieses Zitat von Adolf Jellink (1844) zeigt für Sarah Ross auf das Herzstück dieses Kapitels und somit auf den Kern des Buches. Wobei sie die "inner history" mit "inner voices" gleichsetzt: "When we talk about Judaism and Emotion, we also talk about the inner voices of the Jewish people, which are contained in different religious and cultural forms and traditions." Die Darbietung von Emotionen im Judentum bezieht sich hier vor allem auf die körperliche Repräsentation, oder der Verkörperung von religiösen Gefühlen durch rituelle Zeremonien und Musik. So beschäftigen sich Beiträge von Amit Klein, Gabriel Levy und Sarah Ross mit Audio-Repräsentationen religiöser Gefühle und diskutieren, wie jüdische Ideen von Emotionen sich in jüdischer liturgischer Musik und spirituellen Melodien manifestieren und in welchem Bezug sie zu einander stehen.

Experience

Tamas Biro und Gabriel Levy konzentrieren sich im Kapitel "Experience" auf Methoden der Kognitionswissenschaften um Einblicke in die Wechselbeziehung von Judentum und Emotionen zu erhalten.
Biro argumentiert, dass rituelle Systeme bestehen bleiben, wenn sie eine Spannung zwischen Langeweile und hoher emotionaler Erregung herstellen können. Dazu analysiert er eine persönliche emotionale Erfahrung zu Yom Kippur und wendet das Model von McCauley und Lawson (2002) zur Struktur von religiösen Ritualen auf das Judentum an. Aus seiner Untersuchung schließt er, dass die Jüdischen Studien mit Hilfe der kognitiven Religionswissenschaften ergänzt werden können. "A better understanding of emotion will bring us closer to a better understanding of Judaism"
Demgegenüber verspricht sich Levy durch eine neue Methode, mit Mitteln aus den kognitiven Religionswissenschaften eine hybride Disziplin von Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften zu schaffen, um die jüdische Religion und Kultur besser zu verstehen.

AVIVA-Tipp: Die Themenbereiche der wissenschaftlichen Abhandlungen zu "Judaism and Emotion" zeigen, wie die Erforschung von Emotionen im Judentum durch die Verbindung von Kognitionswissenschaften und traditionelleren (historisch, sozio-ökonomischen) Ansätzen profitieren und weiterentwickelt werden kann. Anhand von Beispielen aus der jüdischen Liturgie, Ritualen und persönlichen Erfahrungen werfen die AutorInnen den Blick auf eine bisher wenig beachtete Thematik.

Zu den HerausgeberInnen und AutorInnen:

Sarah Ross (geboren 1977) erlangte ihren Doktorgrad an der Universität für Musik und Theater Rostock und arbeitet seit 2009 als Assistentin für Kulturelle Anthropologie der Musik und World Arts am Institut für Musikwissenschaft, sowie am Center for Cultural Studies, der Universität Bern. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit ist Ross ein aktives Mitglied der Jüdischen Gemeinde Bern. 2004 bekam sie den Hadassah-Brandeis-Institute Research Award der Brandeis Universität. Die Ethnomusikologin forscht zu Genderforschung, jüdischer Musik, Musik und Emotionen, Musik und Minderheiten, sowie Angewandter Ethnomusikologie. Sie engagiert sich als Vertretung der Jüdischen Gemeinde Bern im Vorstand des Vereins "Haus der Religionen – Dialog der Kulturen", sowie in anderen wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Vereinen.

Gabriel Levy erlangte seinen Doktorgrad 2007 in Religious Studies an der University of California, Santa Barbara und ist derzeit apl. Professor am Institut für Archäologie und Religious Studies an der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie. Er ist Autor von Judaic Technologies of the Word: A Cognitive Analysis of Jewish Cultural Formation( 2012)

Soham Al-Suadi (geboren 1980) erlangte ihren Doktorgrad 2010 an der Theologischen Fakultät der Universität Basel und ist derzeit Lehrstuhlassistentin am Institut für Biblische Studien (Neues Testament) an der Theologischen Fakultät der Universität Bern. Sie schreibt momentan an ihrem zweiten Buch zur frühen christlichen Prophetie.

(Quellen: Peter Lang Pub Inc, Homepage Gabriel Levy, Homepage Sarah Ross Soham Al-Suadi: Universität Bern)

Judaism and Emotion
Texts, Performance, Experience
Sarah Ross, Gabriel Levy, Soham Al-Suadi [Hrsg]

Verlag: Peter Lang Pub Inc (erschienen 31. Mai 2013)
Hardcover, 177 Seiten
Sprache: Englisch
ISBN: 978-1-4331-1872-2
64,20 Euro
www.peterlang.com

Mehr Informationen zu den HerausgeberInnen und AutorInnen finden Sie unter:

www.musik.unibe.ch und www.sarah-ross.de

www.gabriellevy.com

www.theol.unibe.ch



Literatur Beitrag vom 25.07.2013 AVIVA-Redaktion 

   




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