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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 13.11.2013

Nadine Gordimer - Erlebte Zeiten / Bewegte Zeiten
Lea Albring

Zum 90. Geburtstag der Nobelpreisträgerin erschien im Berlin Verlag ein Doppelband, der sich dem erzählerischen und essayistischen Werk der Autorin widmet. Kurzgeschichten und literarische ...



... Abhandlungen erstrecken sich auf über tausend Seiten und spiegeln die immense Produktivität von mehr als 60 Schaffensjahren wider. Zwei Erzählungen aus der Kollektion erscheinen nun erstmals auf Deutsch.

Querschnitt eines literarischen Lebens

Keine Frage, ihr Handwerk beherrscht die vielfach ausgezeichnete Autorin perfekt. Egal ob Roman, Kurzgeschichte oder Essay, Gordimer fühlt sich in jedem Genre zu Hause. Eine literarische Form begleitet sie allerdings von Anfang an: Mit 15 veröffentlicht sie ihre erste Kurzgeschichte, ein ganzes Leben später, mit 90 Jahren, ist die Vielzahl ihrer Erzählungen längst nicht mehr in einem Atemzug zu nennen. Als willkommene Orientierungshilfe kommt da der Doppelband "Erlebte Zeiten / Bewegte Zeiten" gerade recht, in dem auch die literarischen Anfänge der Autorin ihren Platz haben.
Die kurzen literarischen Formen, egal ob Essay oder Shortstory, sind seit jeher mehr als nur Fingerübungen für Gordimer, wenngleich sie ihren Weltruhm ganz klar ihren Romanen zu verdanken hat. Vor diesem Hintergrund erscheint der Doppelband, dessen Texte von der Autorin selbst ausgesucht und zusammengestellt wurden, mit Nachdruck als ein bewusstes Statement eines langen Schriftstellerinnenlebens: Die Seiten künden von Produktivität und Arbeitswut einer Vielschreiberin und machen deutlich, dass ein schriftstellerisches Œuvre mehr als die Summe seiner Weltbestseller ist.

Leitmotive und Textexperimente

Gordimer, die am 20. November 1923 als Tochter jüdischer Eltern in einer Südafrikanischen Kleinstadt in der Nähe von Johannesburg geboren wurde, setzt sich in ihrer Arbeit genauso mit den Versatzstücken ihrer eigenen Biographie als auch mit Rassismus und Apartheidspolitik in Südafrika auseinander. Gesellschaftliche und soziale Missstände sind Themen mit beständiger Aktualität in ihrem Werk und gehen natürlich auch in den vorliegenden Doppelband ein.
Der kurze Text "Von den Toten träumen" ist eine Synthese aus Abhandlung und Fiktion, wenn die Ich-Erzählerin in einem Traum mit den bereits verstorbenen DenkerInnen Edward Said, Susan Sontag und Anthony Sampson diniert und deren Gesellschaftstheorien und Biographien gegeneinander abwägt. Ebenso als Schreibexperiment zu verbuchen ist der Text "Brief seines Vaters". Als Replik auf Franz Kafkas "Brief an den Vater" verfasst die Autorin eine fiktive Antwort von Hermann Kafka und begibt sich damit in eine paradoxe Schreibsituation. Den Wendungen und Absurditäten dieses Gedankenspiels zu folgen macht großen Spaß: "Ich schreibe Dir, nachdem wir beide gestorben sind. Während Du Dich nicht rührst. Es wird keine Antwort von Dir geben, das weiß ich."

Zwei Bände – eine Botschaft

Der erste Teil des Doppelbandes – Erlebte Zeiten. Erzählungen 1952-2007 – fokussiert sich auf die literarischen (Hybrid-)Formen der Autorin. Band Zwei – Bewegte Zeiten. Leben und Schreiben 1954-2008 – ist eine Sammlung essayistischer Schriften, die Titel Tragen wie "Apartheid" oder "Mandela: der Mensch hinter dem Mythos". Zwar sticht es in den essayistischen Texten besonders heraus, doch auch viele ihrer Kurzgeschichten künden unerschrocken von einer klaren politischen Haltung und dem kompromisslosen Streben nach Freiheit und Gerechtigkeit der Autorin.

AVIVA-Tipp: Mit einer Sprache, die prägnant ist ohne penibel zu sein, ihren mehrschichtigen Charakteren und ihren konzisen Alltagsbeobachtungen besticht Nadine Gordimer auch in dieser vielfältigen Sammlung aus kurzen Texten und schwerwiegenden Gedanken.

Zur Autorin: Nadine Gordimer wurde 1923 in Springs/Transvaal in der Nähe von Johannesburg, Südafrika, als Tochter jüdischer Eltern geboren. Seit ihrem Studium der Geisteswissenschaften ist sie als Schriftstellerin tätig und veröffentlichte bereits 1949 ihren ersten Band mit Kurzgeschichten. 1953 folgte ihr autobiografischer Debütroman "Die Entzauberung". Von Kindesbeinen an den Ausprägungen von Rassenhass und Diskriminierung, besonders der Gewaltherrschaft der Apartheidsregierung Südafrikas ausgesetzt, engagiert sie sich kontinuierlich für ein friedliches und tolerantes Südafrika. Nadine Gordimer wurde mit zahlreichen und renommierten Literaturpreisen, u.a. dem Booker Prize, ausgezeichnet. 1991 erhielt sie als siebte Frau in der Geschichte den Nobelpreis für Literatur.


Nadine Gordimer
Erzählungen 1952 – 2007. Leben und Schreiben 1954 – 2008

Berlin Verlag, erschienen: Oktober 2013
Zwei Bände, gebunden in Leinen im Schuber, 736 u. 384 Seiten
78,00 Euro
ISBN: 978-3-8270-1177-0

Weitere Infos unter:

www.berlinverlag.de

Diesen Titel können Sie online bestellen bei FEMBooks

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Fang an zu leben - von Nadine Gordimer - jetzt als Taschenbuch

Nadine Gordimer - Der Ehrengast

Nadine Gordimer – Beethoven war ein Sechzehntel schwarz



(Quelle: www.berlinverlag.de)





Literatur Beitrag vom 13.11.2013 Lea Albring 

   




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