Sarah Moss - Sommerhelle Nächte. Unser Jahr in Island - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

Happy End AVIVA_gegen_AFD
Aviva-Berlin > Literatur
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Romane + Belletristik
   Biographien
   Jüdisches Leben
   Sachbuch
   Graphic Novels
   Art + Design
   Lesungen in Berlin
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2017




Happy Birthday AVIVA




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in größerer Schrift!

TIPP: über den Zurück-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 28.03.2014

Sarah Moss - Sommerhelle Nächte. Unser Jahr in Island
Helga Egetenmeier

Über ein Jahr arbeitete die britische Wissenschaftlerin und Schriftstellerin Sarah Moss an der Universität Island. Als "Ausländerin" in Reykjavík eine mietbare Wohnung zu finden, erwies sich als...



... eine der ersten Schwierigkeiten, denn "Isländer mieten im Allgemeinen nicht, neunzig Prozent der Häuser werden von ihren Eigentümern bewohnt, und wenn man zur Miete wohnt, zeugt das von Jugend oder Armut."

Doch es wäre nicht Sarah Moss, die empathische und alles hinterfragende Autorin von "Schlaflos", ihrem ersten auf deutsch erschienen Roman, wenn sie sich mit alten Traditionen im Angesicht des isländischen Staatsbankrotts zufrieden geben würde. Geschickt verbindet sie durch ihren assoziativen Schreibstil ihre Gedanken und Emotionen mit Gesprächen und Informationen. Dazu gibt sie noch eine kräftige Brise trockenen Humor und lässt damit die Leserin an ihrem Leben als "Ausländerin" auf Island teilhaben.

Die Insel aus Feuer und Eis

Neben der in Reykjavík geborenen Sängerin Björk, sowie Vigdís Finnbogadóttir, des weltweit ersten demokratisch gewählten weiblichen Staatsoberhaupts, sind Orte wie der aktive Vulkan des Eyjafjallajökulls und der sagenumwobene Tafelberg Herðubreið ein Begriff für IslandtouristInnen. Die beeindruckende Natur lockt mit ihren Geysiren, Vulkanen, Gletschern und Mondlandschaften jährlich fast so viele BesucherInnen an, wie der Inselstaat EinwohnerInnen hat.

Anders als die meisten UrlauberInnen, erlebt Sarah Moss mit ihrer Familie einen kompletten isländischen Jahreszyklus mit hellen Nächten im Sommer und dunklen Tagen im Winter. Wenn ein Aufenthalt im Freien nicht möglich ist, ist "Fensterwetter": heiter, aber eisig kalt. Dann entflieht die Autorin, wie viele IsländerInnen, der Langeweile der Wohnung mit Mann und Kindern über die Tiefgarage ins Einkaufszentrum oder zum Schwimmbad. In sternenklaren Winternächten wagt sie sich jedoch fest eingepackt aus dem Haus, um die fliegende Schönheit der grün-schimmernden Aurora Borealis, dem Nordlicht, zu bestaunen.

Die "Pots and Pans Revolution" gegen die "räuberischen Wikinger"

Irritiert über die teuren Lebensmittel und den hohen Lebensstandard, macht sie sich auf die Suche nach der isländischen Wirtschaftskrise. Durch Nachfragen erfährt sie von dem beispiellosen Aktivismus, den Island zwischen Dezember 2008 und Januar 2009 erlebte. Die Demonstrationen wandten sich gegen die als "räuberische Wikinger" bezeichneten Banker, die zusammen mit der korrupten Regierung den Zusammenbruch der isländischen Wirtschaft verursacht hatten.

Unter dem Motto "Yes, we can!" wurde im Winter 2008/2009 die rechtsorientierte Regierung zu Fall gebracht. "Es gab alte Damen, die mit Löffeln auf Töpfe schlugen, jüngere Menschen mit Spaten und Schubkarren, Fischer mit Nebelhörnern. Manche Leute zündeten Leuchtraketen." Dennoch stieg die geringe Arbeitslosenquote bei hoch bleibenden Lebenshaltungskosten bis um das Sechsfache an. Als die Autorin Menschen befragen möchte, die auf Almosen und Essenspakete angewiesen sind, wird sie dafür beschimpft – sie möchten nicht noch weiter gedemütigt werden, indem sie auch noch darüber sprechen sollen.

"Lass uns Ausländer bleiben"

Voller Inbrunst gibt Sarah Moss diesen Satz der Leserin mit. Sie geht fast wissenschaftlich an die Beschreibung ihrer Zeit auf der Insel heran und benennt ihren Ausgangspunkt als Frau, Mutter und Akademikerin, die in einem links-orientierten Umfeld lebt. Von diesem Ort aus schweift ihr Blick neugierig durch die isländische Gesellschaft und sucht die Grenzen, die das Fremde vom Eigenen trennen, um die Menschen zu verstehen.

AVIVA-Tipp: Das etwas andere Reisebuch für Neugierige und Mutige, die in die Welt ziehen, um Grenzen zu erfahren und in Frage zu stellen. Gleichzeitig gibt das Buch einen liebevollen Einblick in die durch extreme Umweltbedingungen geprägte Gesellschaft Islands.

Zur Autorin: Sarah Moss wurde 1975 in Schottland geboren und promovierte an der Oxford Universität. Nach Stationen am University of Exeter's Cornwall Campus und an der Universität Island lehrt sie heute an der University of Warwick. "Sommerhelle Nächte" ist ihr dritter Roman und der zweite, der auf Deutsch erscheint. Sarah Moss hat zwei Kinder.
Mehr Infos unter: www.sarahmoss.org

Die Übersetzerin: Nicole Seifert, geboren 1972, studierte nach einer Ausbildung im S. Fischer Verlag Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften und Amerikanistik in Berlin. Seit ihrer Promotion lebt sie als freie Lektorin und Übersetzerin in Hamburg.

Sarah Moss
Sommerhelle Nächte – Unser Jahr in Island

Originaltitel: Names for the Sea: Strangers in Iceland
Aus dem Englischen von Nicole Seifert
mareverlag, Hamburg, erschienen im März 2014
Hardcover gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen, 400 Seiten
22 Euro
ISBN-13:978-3-86648-186-2
www.mare.de

Diesen Titel können Sie online bestellen bei FEMBooks

Weiterlesen und weiterhören auf AVIVA-Berlin:

Sarah Moss – Schlaflos

Björk – Biophilia

mehr zu Island


Literatur Beitrag vom 28.03.2014 Helga Egetenmeier 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken