Chaim Noll - Die Synagoge - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

Happy End AVIVA_gegen_AFD
Aviva-Berlin > Literatur
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   J├╝disches Leben
   Interviews
   Literatur
   Romane + Belletristik
   Biographien
   J├╝disches Leben
   Sachbuch
   Graphic Novels
   Art + Design
   Lesungen in Berlin
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2017




Happy Birthday AVIVA




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild f├╝r das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in gr├Â├čerer Schrift!

TIPP: ├╝ber den Zur├╝ck-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 12.05.2014

Chaim Noll - Die Synagoge
Susann S. Reck

Im Zentrum des in Ostberlin geborenen und in Israel lebenden Schriftstellers neuem, vielschichtigen Roman, steht Holly, ein ebenso labiler wie aggressionsgeladener Kriegsdienstverweigerer aus Israel



Die Synagoge in der W├╝ste

Chaim Noll erz├Ąhlt von einem kleinen Ort in der israelischen W├╝ste w├Ąhrend der Intifada. Seine BewohnerInnen sind Juden/J├╝dinnen und einige ChristInnen. Pal├ĄstinenserInnen werden als Arbeitskr├Ąfte zum Hausbau herangezogen. Mit den BeduinInnen stehen die BewohnerInnen auf freundschaftlichem Fu├č. Neben Instituten der Universit├Ąt, Forschungslaboren und einer Milit├Ąrbasis, gibt es an dem Ort auch das Grab eines ber├╝hmten Politikers. F├╝r die AkademikerInnen, Intellektuellen, K├╝nstlerInnen und Verwaltungsangestellten, die den Gro├čteil der EinwohnerInnenschaft ausmachen, spielt Religion kaum eine Rolle. Die sch├Âne, ungew├Âhnliche gro├če Synagoge des Ortes bleibt meistens leer, selten kommt am Schabbat ein Minjan zustande.

Der Provokateur

Schrittweise f├╝hrt Chaim Noll in den entschleunigten Rhythmus des W├╝stenortes ein, in seine Abgeschiedenheit, die von den dort Lebenden als etwas Besonderes angesehen wird. Anhand von Perspektivwechseln verschafft er der LeserIn Einblick in ihre Biographien, ihren Alltag. Wie tr├╝gerisch das tolerante Miteinander an dem abgelegenen Ort jedoch ist, entpuppt sich an Holly, einem jungen Mann, der sich als jugendlicher Kriegsdienstverweigerer an den Rand, sowohl der W├╝stenort-, als auch der gesamten israelischen Gesellschaft, katapultiert hat. Holly ist nach einer langen Europareise mit Depressionen und Aggressionssch├╝ben in die W├╝ste zur├╝ckkehrt. Auf ihn, das wird schnell offenkundig, sind die Ereignisse zur├╝ckzuf├╝hren, die am 9. November ├╝ber den Ort hereinbrechen und das gem├Ąchliche Leben dort empfindlich st├Âren.

Umgang mit T├ĄterInnen

Mit Holly beschreibt Noll die Figur eines jungen Israeli, dessen kriminelle Handlungen sich explizit gegen den israelischen Staat richten. Er zwingt die anderen im Ort, mit ihm als Nestbeschmutzer umzugehen, und, im Hinblick auf seine Taten, Position zu beziehen. Er konfrontiert sie mit seiner an Selbsthass grenzenden Aversion gegen das Judentum und lotet damit die Grenzen m├Âglicher Toleranz aus.
Der Umgang der israelischen Gesellschaft mit seinen ProvokateurInnen und KritikerInnen ist sicherlich das brisanteste Thema, das in Chaim Nolls neuem Roman Die Synagoge zu finden ist. Inwieweit diese sich einer ebenso notwendigen wie auch kontroversen Diskussion entzieht, indem sie den jungen T├Ąter pathologisiert, l├Ąsst der Autor offen.

Zum Autor: Chaim Noll wurde 1954 als Hans Noll in Ostberlin geboren. Er studierte Kunst und Kunstgeschichte in Ostberlin, verweigerte den Wehrdienst in der DDR und reiste 1983 nach Westberlin aus. Seit 1995 lebt er in Israel in der W├╝ste Negev. Chaim Noll unterrichtet neben seiner schriftstellerischen T├Ątigkeit an der Universit├Ąt Be┬┤er Sheva.
Mehr zu Chaim Noll auf seiner Website: www.chaimnoll.com
Ver├Âffentlichungen
Der Abschied (1985), Nachtgedanken ├╝ber Deutschland (1992), Die W├╝ste l├Ąchelt (2001), Meine Sprache wohnt woanders. Gedanken zu Deutschland und Israel (mit Lea Fleischmann, 2006), Der Kitharaspieler (2008), Der goldene L├Âffel (2009), Feuer (2010), Kolja. Geschichten aus Israel (2012)

Chaim Noll
Die Synagoge

Verbrecher Verlag, erschienen M├Ąrz 2014
Leinen mit Leseb├Ąndchen, 448 Seiten
Preis: 29,00 Euro
ISBN: 9783943167771

Lesungen von Die Synagoge mit Chaim Noll unter:
www.verbrecherverlag.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Meine Sprache wohnt woanders. Gedanken zu Deutschland und Israel (mit Lea Fleischmann, 2006)

Der Kitharaspieler (2008)





Literatur Beitrag vom 12.05.2014 Susann S. Reck 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken