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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 03.06.2014

Andrea Löther, Linda Vollmer - Gleichstellungsarbeit an Hochschulen. Neue Strukturen - neue Kompetenzen
Claire Horst

Welche Rolle spielt Gleichstellungspolitik heute an den Hochschulen? Welche Auswirkungen haben die strukturellen Veränderungen der Universitäten auf sie? Diesen Fragen geht die Publikation...



... des Kompetenzzentrums Frauen in Wissenschaft und Forschung (CEWS) nach.

Seit den 1980er Jahren, so stellen die Herausgeberinnen fest, "findet eine Transformation des Wissenschafts- und Hochschulsystems statt". Zum einen geschehe dies aufgrund veränderter gesellschaftlicher Erwartungen an die Hochschule, zum anderen aufgrund veränderter Steuerung: Mittelvergabe und Evaluation der Hochschulen sind die wichtigsten Einflussfaktoren, die auch Auswirkungen auf die Gleichstellungspolitik haben.

Zu ihrer Analyse haben die Herausgeberinnen aktuelle Forschungsberichte und beispielhafte Praxisberichte zur Entwicklung einzelner Hochschulen versammelt. Gewinnbringend ist der Band vor allem aufgrund seiner Vielstimmigkeit. Denn die einzelnen AutorInnen kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen: Während einige betonen, dass die neue Organisationsstruktur den Hochschulen gute Chancen zur Implementierung von Gleichstellungsmaßnahmen biete, kritisieren andere die Ökonomisierung der Hochschulen. Frauen haben zwar vermehrt die Chance zum Beispiel auf eine Stelle in der Verwaltung, die oberen Positionen bleiben ihnen oft jedoch weiterhin verwehrt. Birgit Riegraf und Lena Weber stellen noch eine andere Gefahr heraus: Eine rein ökonomische Argumentation führt dazu, dass gleichstellungspolitische Forderungen, die keinen ökonomischen Vorteil bieten, nicht mehr durchgesetzt werden können.

Besonders betont wird von den Herausgeberinnen die Bedeutung einer Vernetzung aller AkteurInnen – nur so kann es gelingen, die alten Mechanismen und Rollenmuster zu überwinden.

So zeichnen Andrea Löther und Lina Vollmer anhand einer Online-Befragung aller Hochschulen in Deutschland den Stand und die Erfolge der Gleichstellungsarbeit nach. Ihre Untersuchung zeigt, dass personelle Ressourcen ein wichtiger Faktor sind, um auch eine Reflexivität innerhalb der Hochschule zu ermöglichen. Weiterhin sei für den Erfolg der Umsetzung auf der Aufbau von Gender-Expertise in weiteren Bereichen der Hochschule notwendig. "Damit sie jedoch eine kritische Stimme für die Gleichstellung von Frauen und Männern an Hochschulen sein können, bedürfen sie einer eigenen administrativen Unterstützungsstruktur."

Andere Aufsätze widmen sich der Professionalisierung der Gleichstellungspolitik und deren Auswirkungen oder untersuchen einzelne Hochschulen. Auch den Hochschulen in Österreich und der Schweiz sind einzelne Aufsätze gewidmet.

So untersucht Angela Wroblewski Berufungsverfahren in Österreich und stellt einen weiteren Fallstrick fest: Gleichstellung wird häufig als reine Verwaltungsmaßnahme wahrgenommen, kritisiert sie. Auch sie kommt zu dem Schluss, dass eine Verankerung in allen Bereichen der Hochschulen und eine bessere Vernetzung zum Erfolg notwendig sind.

AVIVA-Tipp: Der Band gibt einen guten Einblick in die Arbeit von Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen und zeigt die Schwierigkeiten auf, die bei der Umsetzung von Gleichstellungsmaßnahmen auftreten. Gleichzeitig verdeutlichen die AutorInnen, dass es den einen richtigen Weg zum Ziel nicht gibt.

Zu den Autorinnen: Dr. Andrea Löther, Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Köln, Lina Vollmer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Köln (Verlagsinformationen)

Löther, Andrea, Vollmer, Lina (Hrsg.)
Gleichstellungsarbeit an Hochschulen. Neue Strukturen – neue Kompetenzen

cews. Beiträge Frauen in Wissenschaft und Forschung, Band 6
Verlag Barbara Budrich, erschienen im April 2014
Broschiert, 256 Seiten
ISBN: 978-3-8474-0151-3
Euro 33,00
www.budrich-verlag.de


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Literatur Beitrag vom 03.06.2014 Claire Horst 

   




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