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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 12.09.2014

Liza Cody - Lady Bag
Laura Fricke

Die wohnungslose Baglady lebt mit ihrem aus dem Tierheim geretteten Greyhound Elektra in den Straßen Londons. Ihren Namen erfährt die Leserin erst spät, dafür umso früher ihre Lebensgeschichte, die...



...sie zur Obdachlosen machte.

Als erfolgreiche Bankangestellte verliebte sich die Baglady einst in einen Mann, der sie nur für seine Zwecke benutzte: Er überredete sie dazu, die Schuld an einem Bankbetrug auf sich zu nehmen und für ihn ins Gefängnis zu gehen. Ihm verdankt sie auch, dass sie von nun an auf der Straße leben muss. Durch Zufall begegnet sie Gram, ihrem ehemaligen Geliebten und persönlichen Teufel, Jahre später wieder. Sie wird Zeugin, wie er eine wohlhabende Frau umgarnt und beschließt, sie vor ihm zu warnen. Ihre Warnung bleibt jedoch ungehört, schließlich ist sie nur die "irre alte Schrulle mit Hund". Deshalb heftet die Baglady sich an die Fersen des "Teufels" mit unvorhersehbaren Folgen: Sie wird verprügelt, Zeugin eines Mordes und dann irrtümlicherweise für das Opfer gehalten.

Aber mit der Identität der Ermordeten erhält sie nicht nur eine teure Lady bag oder Damentasche mit viel Geld darin – auf einmal hat die Baglady eine Menge Feinde. Unterstützt wird sie von ihrer Hündin Elektra und der Transfrau "Schmister". Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem wahren Mörder.

Erstaunlich authentisch und nachvollziehbar sind Liza Cody Charakter und Verhalten der Baglady gelungen. Was die anderen Figuren des Romans wie Polizei, PassantInnen und "Schmister" nicht erkennen, wird der Leserin durch die Augen der obdachlosen Frau gezeigt: Dass sie trotz Alkoholproblem intelligent ist und die richtigen Überlegungen über den Mord anstellt. Ihre Gedanken werden der Leserin mitgeteilt, während die "Pennerin" für die Romanfiguren nur alkoholisiert und paranoid vor sich hin brabbelt. Und so sagt sie ganz richtig: "Warum können die Leute nicht einsehen, dass man gestört und intelligent sein kann? Gestört sein macht dich nicht dumm, außer du warst es vorher schon."

Eine besondere Beziehung hegt die Baglady zu ihrer Hündin Elektra, die ihre einzige Freundin ist. Ihr vertraut sie sich an. Vor allem scheint der Greyhound aber das Über-Ich der obdachlosen Frau zu sein, wenn sie sie in ihren imaginären Gesprächen davon abhält Wein zu trinken, oder in der Öffentlichkeit eine Szene zu machen.

"Sei nicht dumm. Ich bin ein Hund."
"Du bist trotzdem meine Erlösung."
"Die Erlösung kannst du nicht in einer Flasche und einem Hund finden. Sie liegt in deinen Händen."


Zunächst kann die Leserin feststellen, dass es sich hier nicht um einen klassischen Krimi handelt. Beschrieben wird das Leben auf der Straße im ObdachlosInnenmilieu und die damit einhergehenden Herausforderungen und Überlebensstrategien. Dabei bleibt die Autorin sachlich und verzichtet auf Rührseligkeiten, auf die in diesem Zusammenhang sonst gerne zurückgegriffen werden. Somit schafft Cody eine gute Balance zwischen trauriger Stimmung und komischen Szenen, die bei der LeserIn zum einen Mitgefühl für die Baglady weckt und auf der anderen Seite mit beißendem Humor amüsiert. Langsam entwickelt sich die Geschichte vor diesem Hintergrund zu einem cleveren Kriminalroman. Eine Lehre gibt Cody der Leserin trotzdem mit auf den Weg: Am Ende gewinnt immer das System.

AVIVA-Tipp: "Lady Bag" ist ein ungewöhnlicher Kriminalroman, der unsentimental und sogar mit Humor soziale Ungerechtigkeiten aufzeigt und dadurch sozialpolitische Themen geschickt mit Spannung verbindet.

Zur Autorin: Liza Cody studierte Kunst und arbeitete u.a. als Roadie, als Fotografin, Malerin und Möbeltischlerin, bevor sie zum Schreiben kam. Ihre Kriminalromane um die Londoner Privatdetektivin Anna Lee wurden mit etlichen Preisen ausgezeichnet, in mehrere Sprachen übersetzt und für das Fernsehen verfilmt. In den Neunzigern begann sie mit der weltweit als GenrebreakerIn berühmt gewordenen Bucket-Nut-Trilogie um Catcherin Eva Wylie, für die sie unter anderem den Silver Dagger erhielt. Es folgten vier weitere Romane. "Lady Bag" erschien in England im Herbst 2013. Liza Cody lebt in London. (Verlagsinformationen, Homepage der Autorin)

Liza Cody
Lady Bag

Argument Verlag, erschienen im August 2014
Originaltitel: Lady Bag
Aus dem Englischen übersetzt von Else Laudan und B. Szelinski
Gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen, 320 Seiten
ISBN: 978-3-86754-222-7
17 Euro

Weitere Informationen zur Autorin:

www.lizacody.com

www.argument.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Interview mit der Obdachlosenärztin Dr. Jenny De la Torre

Die dritte Haut - Katrin Panier

Ann-Monika Pleitgen und Ilja Bohnet - Kein Durchkommen

Literatur Beitrag vom 12.09.2014 AVIVA-Redaktion 

   




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