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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 06.10.2014

Simone Trieder und Lars Skowronski - Zelle Nr. 18. Eine Geschichte von Mut und Freundschaft
Lisa Sophie Kämmer

Ein bewegender Roman über das Schicksal vier junger inhaftierter Frauen, deren Mut, Willenskraft und Solidarität den Nationalsozialismus überdauerten. Berlin im Oktober 1942. Drei junge Polinnen...



... werden, nachdem sie der Spionage und Zusammenarbeit mit der polnischen Exilregierung beschuldigt wurden, in das Untersuchungsgefängnis Alt-Moabit überführt.

Als Mitglieder im Untergrund agierender Nachrichtenzellen, die der Heimatarmee (Armia Krajowa, AK) angegliedert waren, hatten sie Informationen über die Truppenstärke deutscher Verbände gesammelt, um diese an die Alliierten und die Exilregierung in London weiterzugeben. Im Zuge ihrer anschließenden Verhaftung beginnt für die Frauen und ihre Familien eine Zeit der Ungewissheit, des Wartens und des ständigen Bangens, ob sie die kahlen Wände der Haftanstalt jemals lebend verlassen können. Aus dieser Situation der Angst und Verzweiflung heraus entwickelt sich zwischen den Gefangenen eine besondere Freundschaft, die ihnen in der Folge Kraft, Trost und Hoffnung zu spenden vermag.

Das so in der Zelle Nr.18 entstandene intime Vertrauensverhältnis zwischen den Frauen - Krystyna Wituska (23), Maria Kacprzyk (21) und Lena Dobrzycka (21) - wird schließlich um die besondere Beziehung zu einer der Wärterinnen ergänzt, die den "Polenkindern" durch liebevolles Zureden und Hineinschmuggeln verbotener Waren das Leben zu erleichtern versucht. Auch die Tochter der Wärterin, die 16-jährige Helga Grimpe, nimmt hierbei eine bedeutsame Rolle ein, indem sie in regem Briefkontakt mit den inhaftierten Frauen steht, in dessen Folge sich diese ihr anvertrauen.

Diese freundschaftliche Korrespondenz, die durch die Bemühungen der Mutter über mehrere Monate ermöglicht wurde, erhielt schließlich in einem sorgfältig angelegten Erinnerungsalbum ihren Platz. Das so entstandene Album, das sich gegenwärtig im "Institut für Nationales Gedenken" in Warschau befindet, bildet dabei die Grundlage des vorliegenden Romans. Den LeserInnen von heute präsentiert sich auf diese Weise ein persönliches Zeugnis einst gefühlter Ängste, Hoffnungen und erstrebter Träume, indem es in eindrücklicher Weise die Gedankenwelt der Frauen freilegt, die als solche noch gegenwärtig aufwühlt und bewegt.

Zu den AutorInnen:

Simone Trieder
, geboren 1959, studierte Sonderpädagogik in Rostock und war anschließend als Regieassistentin an Theatern in Zwickau, Chemnitz und Halle tätig. Seit 1992 arbeitet sie freiberuflich als Autorin, wobei sie zunächst Theatertexte für Kinder verfasste. Neben dem Schreiben von Theaterstücken veröffentlichte sie Lyrik, Prosa, Kinderbücher sowie Werke zur Halleschen Regionalgeschichte. Sie ist Landesvorsitzende des Verbandes deutscher Schriftsteller in Sachsen-Anhalt, seit 2006 in der Redaktion der Reihe "Mitteldeutsche kulturhistorische Hefte" und war Mitinitiatorin der Leseaktion Leander lesen! Eine Stadt liest ein Buch anlässlich des 1200-jährigen Stadtjubiläums in Halle (Saale).

Lars Skowronski, geboren 1977, ist freier Historiker, Kurator mehrerer Ausstellungen sowie Mitarbeiter in der Gedenkstätte "Roter Ochse" (ehemalige Justizvollzugsanstalt in Halle an der Saale). Im Zuge der Recherchen zum vorliegenden Roman war es ihm möglich, Kontakte zu Überlebenden und deren Nachkommen herzustellen sowie zahlreiche bislang nicht ausgewertete Quellen zu ermitteln. Unter letzteren befanden sich vor allem Prozessunterlagen, Tagebücher, Korrespondenzen sowie zahlreiche Fotos, von denen sich einige original abgedruckt auch im Roman finden lassen.

Simone Trieder und Lars Skowronski haben anhand der Briefe, die Helga Grimpe im "Kleeblattalbum" durch die Bombennächte rettete, und aufgrund von Gesprächen mit der überlebenden Maria Kacprzyk die Schicksale der vier Frauen rekonstruiert.

AVIVA-Tipp: Simone Trieder und Lars Skowronski ist ein vielschichtiger Dokumentarroman gelungen, der die Lebensgeschichte einzelner Frauenschicksale ganzheitlich in sich vereint. Das Buch besticht vor allem durch seine fundierten Recherchen, in deren mehrjährigem Verlauf es die beiden AutorInnen in verschiedene Archive führte. Hierbei nahmen sie auch Kontakt zu Überlebenden und Nachkommen auf, wodurch nicht nur die Zeit der Inhaftierung durch persönliche Erinnerungen neuerlich beleuchtet werden konnte, sondern auch die Nachgeschichte bis in die Gegenwart sinnvoll nachgezeichnet ist. Der außergewöhnliche Mut und die besondere Freundschaft der polnischen Frauen, die gegen die Verbrechen der nationalsozialistischen Besatzer kämpften, sind es letztlich, die die Leserin zum Nachdenken anregen werden.

Simone Trieder und Lars Skowronski
Zelle Nr. 18. Eine Geschichte von Mut und Freundschaft

be.bra verlag, erschienen im Juni 2014
224 Seiten, gebunden, 78 Abb., Zeittafel, ausführliches Literaturverzeichnis
ISBN 978-3-89809-117-6
19,95 Euro
www.bebraverlag.de


Weitere Infos unter:

Institut für Nationales Gedenken
ipn.gov.pl

Geschichte der Justizvollzugsanstalt Berlin-Moabit
www.berlin.de

Historische Führungen in der Haftanstalt Berlin-Moabit www.stadtgeographische-exkursionen.de

Homepage der Gedenkstätte Roter Ochse Halle (Saale)
www.stgs.sachsen-anhalt.de

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Literatur Beitrag vom 06.10.2014 Lisa Sophie Kämmer 

   




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