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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 21.01.2015

Margaret Atwood - Die Tür
Philippa Schindler

Seit Jahren ist die kanadische Schriftstellerin als Kandidatin für den Literaturnobelpreis im Gespräch. Anlässlich ihres 75. Geburtstages erscheint nun ein Gedichtband der Autorin im Berlin Verlag.



"Für meine Familie". So heißt die schlichte Widmung, die Margaret Atwood – eine der einflussreichsten Erzählstimmen unserer Zeit – an den Anfang ihrer aktuellen Lyriksammlung stellt. 2007 erschien das Buch erstmals unter dem Titel "The door". Nun bringt der Berlin Verlag, pünktlich zum 75. Geburtstag der Schriftstellerin im November 2014, eine zweisprachige Edition des Bandes heraus: links das Original, rechts die Übersetzung. Das Versprechen ihrer einleitenden Worte hält Margaret Atwood dabei allemal. In ihren Gedichten lässt sie Eltern, Geschwister und die eigenen Kinder auftreten und erzählt auf diese Weise ihr gesamtes Leben von Beginn an bis heute.

"Zitternd im Beinahe-Niesel"

Margaret Atwood, die 1939 als Tochter einer Ernährungsberaterin und eines Insektenforschers im kanadischen Ottawa geboren wurde und den Großteil ihrer Kindheit in den Wäldern im Norden von Quebec verbrachte, blickt zurück. In "Die Tür" beginnt sie ihre Retrospektive mit der von Faszination getragenen Kindheitserinnerung an eine Benzin-Pfütze, "das Leuchtendste in Kriegszeiten, / ein Spritzer Regenbogen". Bildreich und wortgewaltig schwingt sich die Schriftstellerin - die erst mit acht Jahren eine Schule besuchte und heute Gewinnerin des Man-Booker-Preises, der höchsten englischsprachigen Literaturauszeichnung, ist - zu einer autobiographischen Reise durch die Narration ihrer Erinnerungen empor.

Hier ein Wald und dort ein Leben

Die wohl schönsten und berührendsten Gedichte in dem Lyrikband "Die Tür" hat Margaret Atwood ihren Eltern gewidmet. Sie erzählen vom Leben, frisch und gerade erst begonnen, von Idealismus, von Leichtsinn, aber auch vom Los-Lassen und quälenden Abschieden. In "Meine Mutter schwindet..." schreibt Atwood: "Wäre sie ein Boot, würde man sagen, / der Mond scheint durch die Rippen / und niemand ist am Ruder, / doch treiben wäre das falsche Wort". Es ist das mutige Bekenntnis einer Tochter, die bereit ist, "Lebwohl" zu sagen. Weniger melancholisch klingt hingegen das Gedicht für den Vater der Autorin an. Atwood folgt darin einer Kindheitserinnerung des gerade zehnjährigen Carl und beschreibt, wie dieser eines schönen Sommertages einen Schmetterling im Wald entdeckte, "blau wie ein Augenpaar", und beschloss, Insektenforscher zu werden.

"Das dritte Alter besucht die Arktis"

Doch auch in "Die Tür" hält Margaret Atwood das nötige Gleichgewicht zwischen Melancholie und ironisch-entblößendem Ton und bewahrt ihre Lebensrückschau so vor dem Abdriften ins Kitschige. Der Witz ihrer Gedichte liegt dabei häufig in der wunderbar bissigen Beschreibung des Alterns, mitsamt seinem Wunsch nach Abenteuer, aber bitte unter sicheren Bedingungen. "[D]ick eingepackt in unseren Fleeceschichten, / behandschuht wie Kleinkinder" lässt die Autorin ihre ProtagonistInnen dann schon mal die eisigen Gangways eines Ausflugsschiffes herunter trotten, nur um sie ein paar Zeilen später "volles Rohr" brüllen zu lassen, wenn die Gischt sie trifft. Denn schließlich – und das ist wohl die vielversprechende Erkenntnis, die wir aus Margaret Atwoods Gedichten ziehen können - gilt es noch mehr, viel mehr "wahres Leben [zu] absolvieren".

AVIVA-Tipp: Bekannt ist die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood vor allem als Autorin von Romanen wie "Das Jahr der Flut" (2009) und "Die Geschichte von Zeb" (2014). Ihre literarische Karriere begann jedoch bereits in den frühen 1960er Jahren mit der Veröffentlichung zahlreicher Gedichte. In ihren aktuellen Lyrikband "Die Tür" nimmt sie diesen Faden ihres literarischen Werkes erneut auf und stellt eine autobiographische Rückschau in Versform an. Ihre poetische Sprache: vielschichtig, bildgewaltig und punktgenau. Margaret Atwoods Poesie trifft, wie die Pranke eines Bären am Lac Mistassini.

Zur Autorin: Margaret Atwood, geboren 1939 in Ottawa, gehört zu den bedeutendsten Erzählerinnen unserer Zeit. Ihr "Report der Magd" wurde zum Kultbuch einer ganzen Generation. Bis heute stellt sie immer wieder ihr waches politisches Gespür unter Beweis, ihre Hellhörigkeit für gefährliche Entwicklungen und Strömungen. Sie wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem renommierten Man Booker Prize und dem Nelly-Sachs-Preis. Margaret Atwood lebt in Toronto. (Quelle: Berlin Verlag)
Website der Autorin:
www.margaretatwood.ca

Zur Übersetzerin: Monika Baark, 1968 in Tel Aviv geboren, studierte Englisch und Kunstgeschichte. Sie lebt in Berlin, hat unter dem Namen Monika Schmalz bereits die letzten Romane von Margaret Atwood ins Deutsche übertragen und übersetzt u.a. Jeanette Winterson, Lionel Shriver und Amity Gaige. (Quelle: Berlin Verlag)

Margaret Atwood
Die Tür

Titel der Originalausgabe: The door
Zweisprachige Ausgabe
Übersetzung von Monika Baark
Berlin Verlag, erschienen im Oktober 2014
Leinen, 288 Seiten
ISBN: 978-3-8270-1221-0
22,99 Euro
www.berlinverlag.de

Diesen Titel können Sie online bestellen bei FEMBooks

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Margaret Atwood - Die Geschichte von Zeb

Margaret Atwood - Das Jahr der Flut

Margaret Atwood – Payback

Margaret Atwood - Moralische Unordnung



Literatur Beitrag vom 21.01.2015 Philippa Schindler 

   




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