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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 16.02.2015

Melissa Gira Grant - Hure spielen. Die Arbeit der Sexarbeit
Dorothee Robrecht

In dieser Streitschrift kritisiert die Journalistin Melissa Gira Grant den herablassenden Paternalismus vieler US-Feministinnen Sexarbeiter_innen gegenüber. Mit einem Vorwort von Mithu M.Sanyal



"Das ist das Buch über Prostitution, auf das die Welt gewartet hat" Laurie Penny

In der Debatte um ein Verbot der Prostitution kommen Sexarbeiterinnen (und erst recht Sexarbeiter) kaum selbst zu Wort. Bei bestürzend vielen Feministinnen herrscht eine zutiefst sexistische Auffassung von Prostituierten, wie sie eigentlich eher konservativen alten Männern unterstellt werden könnte: als unterdrückte Opfer, die es zu befreien gilt. Die aus dieser Bevormundung folgende Forderung, Prostitution gehöre verboten, wird aber kaum jemals von den Sexarbeiter_innen selbst vertreten.

In "Hure spielen" stellt Melissa Gira Grant, Journalistin und ehemalige Sexarbeiterin, die Dinge vom Kopf auf die Füße und lässt die Akteure selbst zu Wort kommen. Dabei entlarvt sie die Position von Alice Schwarzer & Co. als paternalistischen Willen zur Kontrolle und plädiert für einen grundsätzlich neuen Blick auf die Sexindustrie. Sie berücksichtigt auch männliche und transsexuelle Sexarbeit.

Zur Autorin: Melissa Gira Grant ist freie Journalistin und ehemalige Sexarbeiterin. Sie schreibt über Sex, Politik und Technologie und veröffentlicht regelmäßig u.a. in The Nation, The Atlantic, Wired, dem Guardian. 2010 gründete sie den Verlag Glass Houses Press.
Mehr Infos: twitter.com/melissagira

Mithu M. Sanyal hat für die deutsche Ausgabe ein Vorwort geschrieben, in dem sie Grants Positionen in die deutsche und europäische Debatte einordnet. Sanyal, geboren 1971, arbeitet als Kulturwissenschaftlerin, Journalistin (WDR, NDR, BR, FR, taz, Literaturen) und Autorin mit Schwerpunkt auf Popkultur, Postkolonialismus und Feminismus. Ihr Buch Vulva erschien 2009 bei Wagenbach.
Mehr Infos: www.sanyal.de

AVIVA-Tipp: Melissa Gira Grant untersucht vor allem die Situation in den USA, und die ist eine andere als in Deutschland: Während käuflicher Sex zwischen Erwachsenen hier legal ist, ist Prostitution in den USA grundsätzlich verboten - was dazu führt, dass Sexarbeiter_innen Freiwild sind, für Kunden, für die Polizei und auch für selbsternannte Sittenwächter. Dass etwa, wie in New York, schon der Besitz von Kondomen reicht, um in den Anfangsverdacht der Prostitution zu geraten, ist in Deutschland gegenwärtig schwer vorstellbar. Doch, so Susanne Billig im Deutschlandfunk, Grants Buch zeigt, "wie es hier aussähe, wenn sich die Anti-Prostitutionskampagne um Emma-Herausgeberin Alice Schwarzer durchsetzen sollte."
Melissa Gira Grant argumentiert mit stellenweise vehementem Unmut gegen radikal prostitutionskritische Feministinnen. Ihr Vorwurf: Diese Feministinnen reden über Sexarbeiter_innen statt mit ihnen. Sie wollen Frauen "retten", die sie nicht darum gebeten haben - Frauen, die sie als Opfer wahrnehmen und dadurch entmündigen. Und sie merken nicht, wie heteronormativ sie agieren, wenn sie das tun. Dass Grants Unmut durchaus begründet ist, zeigt der nahezu zeitgleich in deutscher Übersetzung erschienene Essay der Professorin und Anti-Porno-Aktivistin Gail Dines, "Pornland. Wie die Pornoindustrie uns unserer Sexualität beraubt."

Melissa Gira Grant
Hure spielen. Die Arbeit der Sexarbeit

Originaltitel: Playing the Whore
Aus dem Englischen von Georg Felix Harsch
Mit einem Vorwort von Mithu M.Sanyal
Nautilus Flugschrift, Deutsche Erstausgabe, erschienen August 2014
ISBN 978-3-89401-799-6
Broschur, 192 Seiten
€ (D) 14,90
Weitere Infos unter: www.edition-nautilus.de

Weiterführende Links

Susanne Billig, Analyse kollektiver Fantasien. Deutschlandfunk, Beitrag vom 21.10.2014

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Pieke Biermann - Wir sind Frauen wie andere auch! Prostituierte und ihre Kämpfe

Gail Dines - Pornland. Wie die Pornoindustrie uns unserer Sexualität beraubt

Beatriz Preciado – Pornotopia

The Feminist Porn Book - herausgegeben von Tristan Taormino, Celine Parreñas Shimizu, Constance Penley und Mireille Miller-Young. Vorwort von Laura Méritt

Mithu M. Sanyal - Vulva. Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts



Quelle: Verlagstext


Literatur Beitrag vom 16.02.2015 AVIVA-Redaktion 

   




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