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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 22.08.2015

Oren Lavie - Der Bär, der nicht da war. Illustrationen von Wolf Erlbruch
Angelina Boczek

Ein philosophisches Kinderbuch – auch für Erwachsene sehr schön anzusehen und zu lesen, in einer lyrischen Sprache, verfasst von dem israelischen Komponisten, Musiker und Theatermann Oren Lavie.



Oren Lavie, 1976 in Tel-Aviv geboren, hat dieses, sein erstes Buch, zusammen mit dem erfahrenen Illustrator Wolf Erlbruch veröffentlicht. Als Übersetzer wurde der kürzlich verstorbene Harry Rowohlt gewonnen, der schon die englischen Geschichten von A.A. Milne, "Pu der Bär", kongenial übersetzte.

Das Cover dieses großformatigen Buches, 55 x 33 cm, zeigt einen offensichtlich stillvergnügten Bären, die Augen sind geschlossenen, mit auffallend rot konturiertem "Lächelmund".

"Nett", ja sogar "glücklich" ist dieser Bär, auch "hübsch", heißt es gleich zu Anfang. Auf einer Wanderschaft durch den Wald, in dem er allerlei Begegnungen hat, will er sich seiner Eigenschaften versichern und herausfinden, "ob ich wirklich ich bin".

Es geht um Identität, um Wege und Umwege, die dorthin führen, ums Alleinsein, um Freundschaft, um die Sicht auf die Welt: "Es ist besser Blumen zu riechen, als sie zu zählen" entgegnet der Bär dem "kleinen, pummeligen", rechthaberischen Pinguin (der "Vorletzte Vorzeige-Pinguin"), der Blumen lieber zählt, statt sich an ihnen zu erfreuen.

Gemächlich wird alles erzählt, mit Reimen zwischendurch. Es scheint nicht zu gewagt, die Identitätsfrage zahlreicher israelischer Künstler und Künstlerinnen hier mitzudenken und verhandelt zu sehen, auf eine Weise, die jenseits von Klage und Anklage steht. Das Individuum im Hier und Heute wird focussiert, es geht nicht um "... einen nationalen oder einen jüdischen Standpunkt, sogar unsere Eltern haben uns Narrationen und Identitäten vermittelt, die nicht unbedingt dem entsprechen, was wir in unserem späteren Leben als unser gewünschtes oder wahrhaftiges Selbst empfinden." (so die Künstlerin Shlomit Lehavi in einem Interview mit AVIVA-Berlin.

Die wunderbaren Illustrationen von Wolf Erlbruch, die in diesem opulenten Format erst recht wirken, zeigen zunächst auf den ersten Seiten Natur, es sind einzelne Bäume zu sehen. Es folgt die Darstellung eines doppelten Bären, "der nach links sah und nach rechts und entdeckte, dass er ganz allein war". Die Wanderung führt den sympathischen Bären durch dschungelartige Gefilde in allen Grün-Schattierungen, durch einen dunklen Märchenwald ("Es war einmal..."), der nur hier und da durch einen Vogel oder ein Eichhörnchen belebt ist, abgesehen von der Kuh, dem "saumseligen" Salamander, dem Pinguin und der Schildkröte, die den Weg kreuzen. Richtig bunt wird es, wenn Blumen ins Spiel kommen und durch den roten lachenden Mund des Bären.

In diesem Märchenwald befindet sich um den Stamm eines großen dunklen (Kratz-) Baumes herumgebaut, das Haus des Bären: "Hier wohnt der Bär, der nicht da war".

Die gesamte Ausstattung des Buches, die Typografie und das zumeist eingefärbte Papier des Buches, selbstverständlich auch die Vorsatzpapiere, selbst die Bindung, machen das Buch zu einem bibliophilen Werk, es ist davon auszugehen, dass Wolf Erlbruch auch für diese herstellerischen Dinge zuständig war.

AVIVA-Tipp: Ein mehrmaliges Lesen wird gewinnbringend sein, es wird sich mehr und mehr der Witz des Textes erschließen, der nicht zuletzt zu eigenen Phantasien herausfordert, was wir sind, wohin wir gehen und dass sich schon alles finden wird, wenn auch nicht auf geradem Wege: "Ich hatte doch gleich das Gefühl, dass ich ich bin", sagt der Bär am guten Schluß "(denk ich jedenfalls") – ein schöner Schluss, da Oren Lavie offen läßt, ob andere genauso denken.

Zum Autor: Oren Lavie, geboren 1976 in Tel Aviv, ist Komponist, Musiker und schreibt Theaterstücke. Sein erstes Album "The Opposite Side of the Sea" (2007) wurde mit dem angesehenen ASCAP-Preis für die besten Lyrics ausgezeichnet. Heute lebt Oren Lavie in Tel Aviv, vorher auch in London, New York und Berlin. "Der Bär, der nicht da war" ist sein erstes Buch.
Mehr Infos unter: www.orenlavie.com


Zum Illustrator: Wolf Erlbruch, geboren 1948, war bis 2009 Professor für Illustration an der Bergischen Universität Wuppertal. Neben zahlreichen Auszeichnungen erhielt er 2003 für sein Gesamtwerk den Gutenbergpreis der Stadt Leipzig und den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises und 2006 die Hans Christian Andersen Medaille.


Oren Lavie
Der Bär, der nicht da war

Illustriert von Wolf Erlbruch. Übersetzt von Harry Rowohlt.
Antje Kunstmann Verlag, erschienen September 2014
48 Seiten mit farbigen Illustrationen. Gebundener Kartonband. Grossformat.
ISBN 9783 888 979705
Euro 16,95
www.kunstmann.de

Das gleichnamige Hörbuch wurde von dem Schauspieler Stefan Wilkening einfühlsam eingesprochen.

Hörbuch
Der Bär, der nicht da war

Sprecher: Stefan Wilkening
ISBN 978-3-95614-069-3
Euro 9,95
Antje Kunstmann Verlag, erschienen August 2015
www.kunstmann.de







Literatur Beitrag vom 22.08.2015 Angelina Boczek 

   




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