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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 25.11.2015

Astrid Lindgren, Sara Schwardt - Deine Briefe lege ich unter die Matratze. Ein Briefwechsel 1971 - 2002
Bärbel Gerdes

Ein sprachgewandtes zwölfjähriges Mädchen schreibt der berühmten Astrid Lindgren, und es entspinnt sich ein faszinierender Briefwechsel. Der erste Brief der Autorin landete jedoch in der Toilette.



Sara Ljungcrantz, das einsame und unglückliche Mädchen, das sich im April 1971 erstmals an Lindgren wandte, war getroffen von deren Antwortschreiben. Denn deren Sätze saßen "wie ein Schmetterlingsball beim Tennis". Nur ein einziges Mal habe sie den Brief gelesen, konnte aber noch Jahrzehnte später daraus zitieren.

Zeitlebens erhielt Astrid Lindgren Tausende von Briefen. Ihr war es wichtig, dass jeder auch beantwortet wurde. Äußerst selten entspannte sich daraus eine Korrespondenz – in diesem Fall aber war es anders. Das kluge und sprachlich so feinsinnige Mädchen interessierte sie, obwohl diese in ihrem ersten Brief alle Schauspielerinnen, die Rollen in Lindgren-Filmen spielten, in Bausch und Bogen verdammte und behauptete, sie könne es besser machen.
Schon bald bereute Sara diesen Brief. Sie schrieb etwas zerknirscht erneut und zeigte dabei eine erstaunliche Fähigkeit zur Selbstreflexion. Und Astrid antwortete ...

Sara Schwardt, 1958 geboren, schrieb schon als Kind leidenschaftlich gerne. In ihren Briefen legt sie eindrucksvoll dar, wie es ihr geht mit ihrem Leben, ihrem Alleinsein und den vielen negativen Selbstbeschreibungen ("hässlich, dumm, doof, faul"). Schnell erkennt Lindgren, dass sie es mit einem Mädchen zu tun hat, das dringend Hilfe und Unterstützung braucht. Voller Aufrichtigkeit geht sie auf deren Briefe ein: Dass du weder dumm noch doof bist, das weiß ich dank deiner Briefe mit Sicherheit. Wie es um das andere bestellt ist, darüber kann ich mich natürlich nicht äußern., nur um in einem der nächsten Briefe, nachdem Sara ihr ein Foto zugeschickt hat, mit Hallo Du Hübsche zu beginnen.
Sie fragt, ob sie ihr alles schreiben dürfe und ob wiederum Sara frei schreiben kann.

Im Verlauf dieses Briefwechsels öffnen sich beide: der Ton wird zärtlicher und offener, Astrid berät, schlägt vor, erklärt – und Sara wiederum kommentiert Astrids Bücher, deren Neuverfilmungen und fragt, wie es denn sei, so berühmt zu sein. Lindgren beschreibt ihr ihre Schwierigkeiten beim Schreiben des Buches Die Brüder Löwenherz und teilt mit ihr den tragischen Unfalltod ihrer Haushälterin.

Die Briefe Astrid Lindgrens gingen nach deren Tod in den Besitz der Königlichen Bibliothek in Stockholm über. Lena Törnqvist vom Astrid-Lindgren-Archiv sichtete die Briefe und stieß immer wieder auf den Namen Sara Ljungcrantz. Insbesondere die ausgefeilte Sprache fiel ihr darin auf.
Sara Schwardt wiederum kontaktierte etwa ein Jahr nach dem Tode Lindgrens 2002 deren Tochter Karin Nyman, um dem Archiv die Originale ihrer Lindgrenbriefe zu schenken. Im Gegenzug bat sie um eine Kopie des gesamten Briefwechsels.
Lena Törnqvist wandte sich an die Briefeschreiberin mit der Bitte um Veröffentlichung. Diese zögerte, denn beide hatten sich versprochen, die Briefe niemandem zu zeigen. Letztendlich entschied sie sich jedoch zur Veröffentlichung, sogar zu einem unredigierten Abdruck der Briefe: Sollen die Leute doch über meine Briefe denken, was sie wollen schreibt sie in ihrem letzten, an die bereits verstorbene Autorin gerichteten Brief.

AVIVA-Tipp: Life is not so rotten as it seems, schreibt Lindgren in einem ihrer Briefe. Davon getragen ist der gesamte Briefwechsel, den sich Lindgren-Liebhaberinnen nicht entgehen lassen sollten – und schon gar nicht unglückliche zwölfjährige Mädchen.

Zur Autorin: Astrid Lindgren wurde 1907 auf dem Hof Näs in der Nähe von Vimmerby, Småland, geboren. Ausbildung als Sekretärin. Von 1946 bis zu ihrer Pensionierung 1970 arbeitet sie in einem Verlag. Daneben schreibt sie ihre zahlreichen, mit Preisen überhäuften Bücher wie Kalle Blomquist, Ronja Räubertochter, Die Kinder von Bullerbü, Pippi Langstrumpf oder Michel aus Lönneberga. 1978 Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. 1994 erhält sie den Alternativen Nobelpreis. Astrid Lindgren starb im Alter von 94 Jahren am 28. Januar 2002. Zuletzt erschien von ihr "Die Menschheit hat den Verstand verloren. Tagebücher 1939-1945", in denen sie vor allem ihre Ablehnung jeglicher Gewalt und jeglichen Krieges zum Ausdruck brachte.

Sara Schwardt wurde 1958 geboren, arbeite als freie Journalistin und hat einige Gedichte und Kurzgeschichten veröffentlicht. Sie hat drei erwachsene Kinder und lebt in der Nähe von Göteborg.

Die Übersetzerin: Birgitta Kicherer wuchs zweisprachig als Tochter einer Schwedin und eines Deutschen auf und gilt als eine sehr vielseitige Übersetzerin aus dem Schwedischen. Sie übersetzt vor allem Kinder- und Jugendliteratur.

Astrid Lindgren, Sara Schwardt
Deine Briefe lege ich unter die Matratze. Ein Briefwechsel 1971-2001

Originaltitel: Dina brev lägger jag under madrassen
Deutsch von Birgitta Kicherer
Einbandillustration von Steffi Pelzl
Oetinger Verlag, erschienen am 17. September 2015
Gebunden, 237 S.
ab 17 Jahren
ISBN 978-3-7891-2943-8
19.99 Euro
www.oetinger.de


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Literatur Beitrag vom 25.11.2015 Bärbel Gerdes 

   




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