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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 11.02.2016

Die Suffragetten. Sie wollten wählen - und wurden ausgelacht. Herausgegeben von Antonia Meiners
Yvonne de Andrés

Vor fast 100 Jahren haben sich die Suffragetten, wie sie despektierlich genannt wurden, aufgelehnt gegen unwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen. Sie forderten für alle Frauen das uneingeschränkte ...



... Wahlrecht, sie wurden dafür verspottet, gedemütigt und verhaftet. Diese Frauen hatten Mut, Kampfgeist und eine klare Vorstellung von nicht verhandelbaren Werten. Das macht ihr Handeln so aktuell.

Das von Antonia Meiners herausgegebene Buch "Die Suffragetten" stellt die Entwicklung des Kampfs der wichtigsten Aktivistinnen für das weibliche Wahlrecht seit Ende des 18. Jahrhunderts vor.

Die Schriftstellerin Olympe de Gouge (1748-1793) gilt als die erste Verfechterin für Frauenrechte. 1791 verfasste sie die "Déclaration des droits de la Femme" und argumentierte auf der Ebene der Gleichberechtigung: "Die Frau hat das Recht, das Schafott zu besteigen. Sie muss gleichermaßen das Recht haben, die Rednertribüne zu besteigen." Ihre Gegnerinnenschaft zu den Jakobinern und ihre Feindschaft zu Robespierre, aufgrund ihrer unerwünschten Einmischungen in die Politik, führten am 03. November 1793 zur Hinrichtung durch die Guillotine. Mary Wollstonecraft (1759 – 1797) ist bekannt über das Zitat: "Wenn man den weiblichen Verstand schärft, indem man ihn bildet, ist Schluss mit dem blinden Gehorsam". Die Französische Revolution hat den Frauen nicht die gewünschte "Égalité" gebracht. Die gleichen Rechte mussten sich Frauen in den folgenden Jahrhunderten selbst hart erkämpfen.

"Sub und frango heißt buchstäblich: ich zerbreche. Suffragists und Sufragettes wären also im Grunde Zerbrecher. In Suffragette erhält das Wort durch die Endsilbe, die eine Verkleinerung bedeutet, etwas Spöttisch-Verächtliches. Das war auch beabsichtigt [...] Es sind ja nur Frauen, und die können ja von der Gewalt nichts erhoffen." (Käthe Schirmacher)

Neben diesen Frauen "der ersten Stunde" werden die Sozialistinnen – u.a. Clara Zetkin, Rosa Luxemburg, Ottilie Baader, Lilly Braun, Alexandra Kollontai – und "Die Radikalen" u.a. Anita Augspurg, Hedwig Dohm, Emmeline Pankhurst, Emily Wilding Davison – porträtiert bzw. kommen mit ihren Schriften selbst zu Worte. 26 Kurzporträts von namhaften Frauenrechtlerinnen mit vielen Bildern, Dokumenten, deren Positionen und Zitaten sind so entstanden.

Eine der Frauen, die sich in Deutschland im publizistischen Schlachtgetümmel bewegt, war Hedwig Dohm (1831 – 1919), eine der bekanntesten Schriftstellerinnen, Publizistinnen und Vordenkerinnen der Frauenbewegung im Deutschland des 19. Jahrhunderts. Die Texte von Hedwig Dohm in ihrer Schärfe und Pointiertheit zu lesen macht heute noch großen Spaß. Von ihr stammt der Satz: "Fordert das Stimmrecht, denn nur über das Stimmrecht geht der Weg zur Selbständigkeit und Ebenbürtigkeit, zur Freiheit und zum Glück der Frau."

Antonia Meiners fasst ausführlich und übersichtlich zusammen, was die Forderungen der Frauenbewegung aller Strömungen vereinte. Es handelt sich dabei um: Das Recht der Frau auf Erwerbstätigkeit, die Verbesserung der Mädchenbildung, Gleichstellung von Frauen und Männern vor dem Gesetz, Bekämpfung bürgerlicher Doppelmoral und Politisches Mitspracherecht.
Spannend ist im Anhang die Übersicht über die Einführung des Frauenwahlrechts. Es beginnt mit Finnland (1906) und geht über Deutschland (1918) Frankreich (1944) bis nach Liechtenstein (1984). In über 155 Staaten existiert das Frauenwahlrecht bis heute noch immer nicht. Weiterführende Literaturhinweise runden den Band ab.

Zur Herausgeberin: Antonia Meiners, hat Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität und später der Germanistik an der Freien Universität Berlin studiert bevor sie als freiberufliche Lektorin, Herausgeberin und Autorin tätig wurde. Sie beschäftigt sich mehrheitlich mit sich historischen und kulturpolitischen Themen. Im Elisabeth Sandmann Verlag sind von ihr erschienen: "Kluge Mädchen" (2006), "Kluge Geschäftsfrauen" (gemeinsam mit Claudia Lanfranconi, 2010) "Wir haben wieder aufgebaut" (2011) und "Die Stunde der Frauen 1913-1919" (2013).

AVIVA-Tipp: "Wenn das Endziel der Frauenbewegung einmal erreicht ist, so wird es kein führendes Geschlecht mehr geben, sondern nur noch führende Persönlichkeiten" (Helene Lange, 1848-1930). Daran arbeiten wir auch noch heute. Das von Antonia Meiners herausgegebene, im Elisabeth Sandmann Verlag erschienene Buch ist besonders empfehlenswert, da es nur wenige leichte und gutlesbare Lesebücher über Suffragetten und Frauenaktivistinnen gibt. Es ist eine gute Ergänzung zum Film "Suffragette" mit Cove Mulligan, Helena Bonham Carter und Meryl Streep. Eine anregende Lektüre, die viele wichtige Dokumente vereint und eine gute Vertiefung zum Thema anbietet. Sehr lesenswert.

Antonia Meiners (Hrgs.)
Die Suffragetten – Sie wollten wählen und wurden ausgelacht

Elisabeth Sandmann, gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen, 136 Seiten, zahlreiche SW-Abbildungen
19.95 Euro [D]
Elisabeth Sandmann Verlag, erschienen Januar 2016
ISBN: 978-3-945543-13-9
www.elisabeth-sandmann.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Suffragette. Taten statt Worte. Ein Film von Sarah Gavron, Kinostart: 04.02.2016 In ihrer Radikalisierung riskierten sie, alles zu verlieren – ihre Arbeit, ihr Heim, ihre Kinder und ihr Leben. Maud war eine dieser mutigen Frauen. Der Film um die "Women´s Social and Political Union" erzählt die Geschichte des Kampfes um Würde und Selbstbestimmung.

We want Sex
Ende der sechziger Jahre streikten in England beinahe täglich Arbeiter für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen. Aber 1968 waren es zum ersten Mal Arbeiterinnen, die ihre Fabrik verließen und mit Transparenten nach London marschierten. Ein filmisches Denkmal von Nigel Cole, gewidmet den wunderbaren Frauen von Dagenham und einem Meilenstein der feministischen Geschichte.

Antonia Meiners - Wir haben wieder aufgebaut. Frauen der Stunde null erzählen

Claudia Lanfranconi und Antonia Meiners - Kluge Geschäftsfrauen



Literatur Beitrag vom 11.02.2016 Yvonne de Andrés 

   




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