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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 08.06.2016

Christa Winsloe - Auto-Biographie und andere Feuilletons. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Doris Hermanns
Annika Hüttmann

In ihren Feuilletons aus den 20er und 30er Jahren widmet die Schriftstellerin und Tierbildhauerin sich clever, humorvoll und wunderbar subjektiv den unterschiedlichsten Themen und beschreibt so die vielen Seiten einer optimistischen und chaotischen, ...



... lebensbejahenden und bedrohlichen Zeit.

Zu Lebzeiten war Christa Winsloe als Autorin, Tierbildhauerin und Journalistin bekannt, heutzutage wird ihr Name vor allem mit einem Werk verknüpft, ihrem Roman "Das Mädchen Manuela", der unter dem Titel "Mädchen in Uniform" mehrfach, u.a. mit Romy Schneider, Lilli Palmer und Therese Giehse unter der Regie von Géza von Radványi im Jahr 1958 verfilmt wurde.

Dass Winsloes Schaffen durchaus facettenreicher war als dieses eine Buch, zeigen ihre Feuilletons, die zwischen 1926 und 1938 zunächst in Deutschland ("Der Querschnitt", "Berliner Tageblatt", "Frankfurter Zeitung"), dann in den USA ("Harper´s Bazaar", "Saturday Evening Post" veröffentlicht wurden. Die Autorin beschreibt hier unter anderem ihr Leben als Künstlerin, ihre Liebe zu Tieren, Probleme, die Ehen mit sich führen, Flugzeuge, Autos, lästige soziale Verpflichtungen und ihre Reisen. Zwar ist das Feuilleton ein Genre, das sich eher durch ironische und humorvolle Betrachtungen auszeichnet, aber Winsloe gelingt es auch, Themen wie gesellschaftliche Umbrüche, Inflation und Krieg zu bearbeiten.

"Auto-Biographie", welchem dieser Sammelband seinen Titel verdankt, ist eine dieser Betrachtungen mit einem ernsten Hintergrund und zugleich das Feuilleton, das vielleicht am meisten hervorsticht. Winsloe, zu der Zeit mit einem der reichsten Männer Ungarns verheiratet, schildert hier die Geschichte ihres Mercedes. Zumindest vordergründig. Im Hintergrund - verwoben mit dem Schicksal ihres geliebten Autos - finden der Erste Weltkrieg, die Oktoberrevolution und die Ausrufung der ungarischen Räterepublik statt. Dass die Autorin wählt, die Biographie ihres Autos zu erzählen und (scheinbar) nebenher menschliche Biographien und politische Ereignisse beschreibt, zeigt wie perfekt sie sowohl das Genre als auch das Erzählen beherrscht.

Egal, ob sie sich einem schlafenden Mops oder der Inflation zu Beginn der 20er Jahre widmet, es lohnt sich, Christa Winsloes Feuilletons wiederzuentdecken. Ihr Humor ist manchmal subtil, oft böse und wirkt heute noch erfrischend. Bemerkenswert (vielleicht auch beunruhigend?) ist auch, wie treffend und aktuell viele ihrer Beobachtungen heute noch sind, während mensch sich gleichzeitig beim Lesen immer wieder auf eine Zeitreise in die Vergangenheit begibt.

Herausgegeben und mit einem interessanten Nachwort versehen wurde diese erste Sammlung von Winsloes Feuilletons von Doris Hermanns, der Autorin einer 2012 erschienenen Winsloe-Biographie. Hermanns hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Werk und turbulente Leben der Künstlerin einem größeren Publikum wieder nahe zu bringen und mensch muss sagen: Zum Glück.

AVIVA-Tipp: Mit Humor und Scharfsinn gibt Winsloe Einblicke in den Beginn des 20. Jahrhunderts und ihr eigenes Leben mit allen Sonnen- und Schattenseiten. Die Lektüre lohnt sich!

Zur Autorin: Christa Winsloe, 1888 in Darmstadt geboren, geht Winsloe 1909 nach München, um Bildhauerei zu studieren. 1913 heiratet sie den ungarischen Schriftsteller und Mäzen Baron Ludwig von Hatvany und lebt mit ihm in Paris, Ungarn, Berlin und Wien. Nach ihrer Scheidung kehrt sie 1924 nach München zurück, wo sie als Tierbildhauerin arbeitet und zahlreiche Feuilletons in deutschen Zeitungen veröffentlicht. Bekannt wird sie mit dem Theaterstück "Ritter Nérestan", das erstmals 1931 unter dem Titel "Mädchen in Uniform" verfilmt wird und 1933 als Roman "Das Mädchen Manuela" erscheint, berühmt. Zusammen mit ihrer Partnerin, der amerikanischen Journalistin Dorothy Thompson, geht Winsloe 1933 in die USA, wo sie trotz weiterer Veröffentlichungen nie recht Fuß fasst. 1935 kehrt sie endgültig nach Europa zurück, allein. Ab 1938 lebt Winsloe in Frankreich, wo sie die letzten Jahre ihres Lebens gemeinsam mit ihrer Lebensgefährtin Simone Gentet in Cluny verbringt. Dort wird sie im Juni 1944, kurz vor ihrer geplanten Abreise über Deutschland nach Ungarn, erschossen.
(Quelle: Verlagsinfos)


Christa Winsloe
Auto-Biographie und andere Feuilletons

Herausgegeben und mit einem Nachwort von Doris Hermanns
AvivA Verlag, erschienen 16.03.3016
Gebunden mit Abbildungen, 272 Seiten
19,90 Euro
ISBN/EAN: 978-3-932338-83-0
www.aviva-verlag.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Christa Winsloe - Das Mädchen Manuela
Manuela von Meinhardis ist anders als es von ihr in Preußen um die Jahrhundertwende erwartet wird. Und trotz des großen zeitlichen Abstands fühlt sich Winsloes einfühlsame Schilderung einer unglücklichen Kindheit und Jugend auch heute noch sehr nah an. "Der Roman zum Film Mädchen in Uniform" heißt es im Untertitel des Buches. (2013)

Doris Hermanns - Meerkatzen, Meißel und das Mädchen Manuela. Die Schriftstellerin und Tierbildhauerin Christa Winsloe
Während der Name Christa Winsloe wahrscheinlich nur noch wenigen etwas sagt, ist ihr erstes Theaterstück bzw. dessen Verfilmung unter dem Titel "Mädchen in Uniform" umso bekannter. Die Antiquarin Doris Hermanns begibt sich auf die Spuren einer besonderen und mutigen Frau, die trotz ihres großen Ruhmes in den 1930er Jahren heute fast vergessen ist. (2012)

Leontine Sagan - Licht und Schatten. Schauspielerin und Regisseurin auf vier Kontinenten
Die Memoiren der Regisseurin von "Mädchen in Uniform", 1951 geschrieben und 1996 in Johannesburg auf Englisch erschienen, sind nun erstmals in deutscher Sprache bei Hentrich & Hentrich erschienen. (2010)

Gabriele Tergit - Käsebier erobert den Kurfürstendamm
Als der Volkssänger Käsebier 1931 zum Megastar wird, ist Berlin ist eine aufregende und dynamische Stadt, eine Stadt vieler Kulturen und Identitäten. Der satirische Gesellschaftsroman der als Elise Hirschmann geborenen Schriftstellerin und Gerichtsreporterin erschien 1931 erstmals im Rowohlt Verlag. In den Folgejahren wurde das Werk über das Berlin der späten Weimarer Republik in verschiedensten Verlagen veröffentlicht, geriet schließlich in Vergessenheit, bevor er nun, im Frühjahr 2016, im Schöffling Verlag von Nicole Henneberg herausgegeben und mit einem Nachwort versehen wurde. (2016)



Literatur Beitrag vom 08.06.2016 Annika Hüttmann 

   




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