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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 19.07.2017

Rivka Galchen - Amerikanische Erfindungen
Elianna Renner

Die mehrfach ausgezeichnete jüdisch-kanadische-amerikanisches und in Brooklyn, Newy York, lebende Schriftstellerin ("Atmosphärische Störungen") und Journalistin/Kolumnistin legt nach: Zehn amüsante Kurzgeschichten zwischen Traum, Wirklichkeit und Alltag.



Rivka Galchen erzählt, erfindet, phantasiert und kombiniert mögliches und unmögliches aus dem Repertoire des Alltäglichen. Geschichten von Möbeln werden erzählt, die davon laufen, plötzlich aus der Wohnung verschwinden. Übrig bleibt ein unerklärlicher Kriminalfall, der einen Haufen Rätsel hinterlässt und nicht verortbare Schuldgefühle hervorruft.

"Manchmal beim Eintunken meiner McDonaldland-Kekse-FryGuy, Grimace-, hielt ich den Keks zu lange in der Milch, sodass er sich vollsaugte und auf den Boden des Bechers sank. Dort wurde er zu etwas Mehligem, Vulgärem. Grauenhaft. Ich verlor den Appetit. Obwohl die Oberfläche der Milch oft unberührt war, spürte ich die Anwesenheit des Kekses dort unten lauernd. Wie ein uriger bodenlebender Fisch mit beiden Augen auf einer Kopfseite." Die etwa sechsjährige Protagonistin in Waldbeerenblau hat ein Auge auf Roy geworfen ein Ex-Junky der bei McDonalds arbeitet. Jeden Samstagvormittag sitzt sie mit ihrem Vater, einem Psychiater, bei McDonalds und versucht sich ihrer großen Liebe anzunähern.

Die Grenzen zwischen real und surreal sind oft fließend, dass die Zeit zum Hinterfragen fehlt. Es fällt leicht, sich in Galchens Welt einzufinden, die Situationen erscheinen immer wieder komisch, Detailverliebt und wunderschön umschrieben.

AVIVA-Tipp: Beiläufig, surreale erzählte Kurzgeschichten aus dem Alltag von Menschen, denen immer wieder was Absurdes anhaftet. Fragmente werden blumig umschrieben und unerwartet geschehen immer wieder wundersame Dinge.

Zur Autorin: Rivka Galchen wurde 1976 in Toronto, Kanada geboren. Ihre jüdischen Eltern immigrierten vor Rivkas Geburt aus Israel nach Kanada. Beide waren WissenschaftlerInnen, ihr Vater Professor der Meteorologie an der University of Oklahoma und ihre Mutter Computer Programmiererin an der National Severe Storms Laboratory. Rivka Galchen studierte Literatur und Medizin (Letzteres, um ihrer Mutter einen Gefallen zu tun: "I was a yalda tova, a good girl.") in Princeton und an der Mount Sinai Medical School. 2006 erhielt sie den Rona Jaffe Foundation Writers´ Award und 2008 den Canadian Writers Trust´s and Fiction Prize sowie den Governor General´s Award. Ihr erster Roman Atmosphärische Störungen war ein großer Erfolg in den USA. Der New Yorker listete sie 2010 unter die 20 Besten ihrer Generation unter 40. Rivka Galchen war 2011 Mary Ellen von der Heyden Fiction Fellow an der American Academy in Berlin. Während ihrer Zeit in Berlin traf sie die Schriftstellerin Yoko Tawada und schrieb für den New Yorker das Essay "The Profound Empathy of Yoko Tawada". Rivka Galchen arbeitet und lebt in Brooklyn.

Rivka Galchen
Amerikanische Erfindungen

Originaltitel: American Innovations: Stories
Übersetzt von: Grete Osterwald und Thomas Überhoff
Rowohlt Verlag, erschienen 2016
ISBN 978-3-498-02529-8
Gebunden, 208 Seiten, 19,95 EUR
www.rowohlt.de


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Rivka Galchen - Atmosphärische Störungen
"Wir können nicht sagen, wie das Wetter morgen (oder in einer Stunde) sein wird, weil wir nicht exakt genug wissen, wie es jetzt gerade ist." Dieses Zitat des Meteorologen Tzvi Gal-Chen steht, gemeinsam mit einem Gilles Deleuze-Zitat über die Liebe, am Anfang des Erstlingsromans der US-amerikanischen Autorin. (2010)

Literatur Beitrag vom 19.07.2017 AVIVA-Redaktion 

   




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