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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 01.12.2008

Iris Alanyali - Der Teufel trägt Pampers
Stefanie König

Gerade frisch in die USA immigriert, sieht sich Iris Alanyali mit vielen Hürden und Schwierigkeiten konfrontiert. Doch mit ihrem größten Problem hat sie nicht gerechnet: der eigenen Mutterschaft.



"Im Vergleich zur Mutterschaft schien mir Amerika ein Kinderspiel."

Als studierte Geisteswissenschaftlerin ist Iris Alanyali es gewöhnt, Antworten auf ihre Fragen grundsätzlich in Büchern oder auf Beipackzetteln nachschlagen zu können. Das ändert sich mit der Geburt ihres ersten Kindes schlagartig. Vollkommen auf sich allein gestellt, durchlebt sie die ersten Monate in Deutschland zwischen Stillen, trösten, wickeln und Schlafmangel wie in Trance.
"Ich hatte jetzt eben ein Kind. Aber hieß das, kein Recht mehr auf schicke Kleidung? Auf Kompaktpuder für unterwegs? Auf Zeitungslektüre, die länger als 30 Sekunden dauert und auf Mahlzeiten ohne Fleckenentferner?"

Kurzerhand zieht sie mit dem vier Monate alten Sohn zu Ehemann und Kindsvater nach New York. Doch auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten fühlt sie sich mehr als begrenzt. Ihr Mann Robert ist keine große Hilfe und selbst überfordert mit der neuen Situation. Aber nicht nur, dass ihr Mann am liebsten den kompletten Tag auf der Arbeit verbringt, die alleinstehende Nachbarin beschwert sich auch noch dauernd über das Babygeschrei, und wie soll man neue FreundInnen finden, wenn man weder studiert noch arbeiten geht?

An einem schicksalhaften Tag im New Yorker Central Park beschließt sie, sich endlich wieder zur Hauptperson in ihrem Leben zu machen, und das Muttersein zu einer Nebenrolle umzugestalten. Sie stürzt sich in das Amerika, das sie aus den Medien kennt, und gönnt sich ab jetzt Wellnesstage, sucht sich gleichgesinnte Mamis und Babysitterinnen im Internet und erwägt, ein Buch über ihr neues Leben zu schreiben.

Ich lebte jetzt in Amerika, dem Land meiner Fernsehträume. Einer Welt, in der "stay-at-home-mum" nicht mit "Bleib zu Hause, Mutti!" übersetzt, sondern zu "Desperative Housewives" wird."

Ob sie sich todesmutig mit ihrem riesigem Kinderwagen unter die täglichen 6,5 Millionen Passagiere der New Yorker U-Bahn mischt, Baby-Shops mit lautem, reizüberflutungsgefährdetem Spielzeug aufsucht, Müttertreffs in Internetforen ausfindig macht oder Eignungstests für Nannys entwickelt - Iris Alanyali porträtiert mit viel Witz und Situationskomik die Tücken des Alltags US- amerikanischer Mütter.
Zum Schluss muss sie zugeben, dass sich ihre Rolle in der eigenen kleinen Fernsehserie zwar kaum mit "Sex and the City" und den "Desperate Housewives" messen lässt, sie aber mit der abgemilderten "Lindenstraßen"-Version doch mehr als zufrieden ist, und der Teufel in Pampers sich letztendlich sogar als wahrer Engel entpuppt.

"Amerika kannte ich aus Kinofilmen und Fernsehserien. Das Muttersein hatte ich nicht einmal pro Woche Dienstag abends 45 spaßige Minuten lang üben können. Das Muttersein ist leider nicht Teil der Popkultur: Während hunderttausende von Frauen, die weder berühmt noch hip sind, ganz selbstverständlich Magazine wie Glamour lesen und Serien wie Sex and the City gucken, abonniert keine kinderlose die Zeitschrift Eltern oder schaltet freiwillig den Kinderkanal ein."

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin
"Die blaue Reise - und andere Geschichten aus meiner deutsch-türkischen Familie" von Iris Alanyali, erschienen 2006.

AVIVA-Tipp:
Da selbst gerade Mutter geworden, und nun offen für die alltäglichen Probleme mit Kind, charakterisiert Iris Alanyali zutreffend das Leben amerikanischer Eltern samt Nachwuchs. Bei dieser amüsanten, soziologischen Studie verzeiht man ihr auch gern den monotonen Hang zu überspitzten Darstellungen und die bisweilen sehr starren, geschlechtsrollentypischen Zuweisungen. Mit einem Gespür für die Komik des Alltags tritt sie mit Witz und Ironie zum Gegenangriff auf den Mütterkult an, und schlägt dabei sogar den Teufel in die Flucht!

Zur Autorin: Iris Alanyali wurde 1969 im schwäbischen Sindelfingen geboren und wuchs in einer deutsch-türkischen Familie auf. Sie studierte Germanistik, Linguistik und Theaterwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Zudem absolvierte sie die Deutsche Journalistenschule in München. Danach arbeitete sie als Redakteurin und Literaturkritikerin bei der Literarischen Welt und publizierte unter anderem im Berliner Tagesspiegel und der Berliner Morgenpost. Zur Zeit lebt sie mit ihrer Familie in New York und arbeitet als freie Autorin.

Iris Alanyali
Der Teufel trägt Pampers - Mein neues Leben in Amerika

Rowohlt Verlag, erschienen November 2008
Taschenbuch, 220 Seiten, broschiert
ISBN-13: 978-3499624292
8,95 Euro

Literatur Beitrag vom 01.12.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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