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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 05.12.2008

Ernst Probst. Superfrauen 11 - Feminismus und Familie
Henriette Jankow

Biographien berühmter Frauen, die sich für die Rechte der Frauen eingesetzt haben, verspricht der Autor im elften Band seiner Superfrauen-Reihe. Der Familie sei dabei ein extra Kapitel gewidmet.



Bei diesem Sachbuch über die Biographien berühmter Frauen handelt es sich um den elften der insgesamt 14 Bände der "Superfrauen"-Reihe. Auf etwa 150 Seiten will der Autor Lebensläufe von Frauen nachzeichnen, die sich für ihre Rechte im öffentlichen und privaten Raum eingesetzt haben. Gleichwohl unternimmt er den Versuch weniger bekannte aber nicht minder imposante Feministinnen der Anonymität zu entreißen.

Das Kapitel zu "Feminismus" besteht aus 27 Kurzbiographien von Frauen aus aller Welt, unter anderem von Alice Salomon, Simone de Beauvoir, Juana Inés de la Cruz. In einem weiteren Kapitel mit dem etwas unglücklich gewählten Titel "Auch sie kämpften für die Rechte der Frauen" widmet Probst Frauen wie Clara Zetkin und Rosa Meyreder nicht mehr als zwei Absätze. Dem folgt ein tabellarischer Abriss der "Meilensteine der Frauenbewegung" und eine Auflistung von Internetadressen über Feminismus und Frauenrechtlerinnen. Beides muss ohne erklärende Worte auskommen. Das Schlusskapitel bilden vier Kurzbiographien von Frauen, die sich für die Würdigung der Mutterschaft einsetzten. Darunter sind Frauen wie Elly Heuss-Knapp, die das Müttergenesungswerk gründete, aber auch eine Barbara Stratzmann, die im 15. Jahrhundert 53 Kinder geboren haben soll.

Der Familienbegriff in diesem Buch ist nur auf den der Mutterschaft beschränkt und suggeriert somit, dass das Wesen einer "Superfrau" offenbar von dem einer Supermutter nicht zu trennen sei. Durch eine fehlende Auseinandersetzung darüber, in wie fern Feminismus und Familie sich ausschließen oder dies gerade eben nicht tun, wirkt das letzte Kapitel zur "Familie" wie ein Appendix, der kurz vor dem Druck verfasst wurde.

Den Anspruch tiefer in die Wesen der mehr oder weniger berühmten Feministinnen eintauchen zu können, sollte man an derartige Sammelbiographien nicht stellen, da drei Seiten wohl kaum für die Veranschaulichung der Persönlichkeit von Simone de Beauvoir oder Sojourner Truth ausreichen dürften. Ob es nun aber notwendig war, sich gerade an de Beauvoirs Sexleben mit Sartre und dem amerikanischen Schriftsteller Nelson Algren, dem sie ihren "ersten Orgasmus ihres Lebens zu verdanken" hatte, lang aufzuhalten, ist fraglich. Vielleicht verfolgte der Autor damit die Absicht, aufzuzeigen, dass auch die große Feministin dem inneren Zwiespalt erlegen war, sich als Frau völlig von Mutterschaft und Hingabe zu einem Mann lösen zu wollen, ihrem Briefwechsel mit Algren zu Folge jedoch davon sprach, "treu zu sein, wie eine Frau, den Boden zu wischen und Essen zu kochen und zehn Mal in der Nacht und ebenso oft am Tag mit ihm Liebe zu machen". Da der Autor keine Stellung zu den beschriebenen Frauen nimmt, kann über seine Beweggründe der Schwerpunktesetzung nur spekuliert werden.

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:
"Publikationen aus der Geschlechterforschung in 2008"
"Ohne Frauen ist kein Staat zu machen"
"Berühmte Frauen - zwischen Appendix und blindem Fleck"
"Luise F. Pusch und andere berühmte Frauen"

AVIVA-Fazit: "Superfrauen 11 – Feminismus und Familie" erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, zu Recht. Es ist sicher schwer, das Leben interessanter Persönlichkeiten auf zwei bis drei Seiten, geschweige denn in drei Absätzen nachzuvollziehen. Die größte Schwäche dieses Buches, neben dem wenig vertrauenserweckenden Literaturverzeichnis, ist allerdings das mangelhafte Vorwort, welches in zehn mehr oder weniger nichtssagenden Sätzen den Band einführen will. Ohne Erläuterungen und sachliche Auseinandersetzungen zum Thema "Feminismus und Familie" kann dieses Buch allenfalls als Anreiz dienen, sich anderer Quellen zur intensiveren Beschäftigung mit der Frauenbewegung und ihren Vorkämpferinnen zu bedienen. So dürfte es zumindest einen kleinen Beitrag dazu leisten, weniger berühmte Frauen bekannter zu machen.

Zum Autor: Ernst Probst wurde 1946 in der bayrischen Oberpfalz geboren. Als freier Autor schreibt er für diverse und überregionale Zeitung (FAZ, Frankfurter Rundschau, Nordbayrische Tageszeitung) und gründete 2001 einen Buchverlag, den er 2006 wieder schloss. Er arbeitet auch als Fossilien- und Antiquitätenhändler.

Ernst Probst
Superfrauen 11 – Feminismus und Familie
Biographien berühmter Frauen in Wort und Bild

156 Seiten, broschiert
ISBN: 3638934047
GRIN Verlag, August 2008
15,99 Euro


Literatur Beitrag vom 05.12.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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