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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 18.12.2008

Wider die Frau - Geschichte und Funktion misogyner Rede
Clarissa Lempp

Frauenfeindliche Rede ist leider (fast) so alt wie das Kulturinstrument Sprache. In diesem Band beleuchten WissenschaftlerInnen sozial- und kulturgeschichtliche Aspekte des Phänomens.



Diskurse zum Wesen der Frau gibt es seit Jahrhunderten. Das sich darunter auch immer frauenfeindliche Schriften finden, die "wider die Frau" gerichtet sind, ist nicht neu. Ob nun von den Schwächen, der Lasterhaftigkeit oder den Vorzügen der Frau erzählt wird, immer geht es um die Andersartigkeit der Frau und damit auch um eine andere Wertigkeit. Beiträge sind in allen kulturhistorischen Kontexten zu finden.

Die Erscheinungsformen frauenfeindlicher Rede sind sehr unterschiedlich. So gab es jüngst eine breitausgelegte Diskussion in den deutschen Medien rund um das "Eva-Prinzip", das sich auf bürgerliche Werte stützt, die Frauen zu "Liebesdienerinnen" ihrer Männer und Familien machen. Ganz wie die Pamina in Mozarts "Zauberflöte", die von der klischeehaften Darstellung der Frauenbilder bis zu Aussprüchen ihrer Helden wie "Ein Weib tut wenig, plappert viel..." reicht. Ein besonders grausames Beispiel für Misogynie sind Schriften aus dem Mittelalter wie der deutsche Hexenhammer von 1487 und sein französisches Pendant, die "Querelles des Femmes", die die Beziehungen von Frauen zu Hexerei und Satanskult beschreiben. Ausführungen wie diese waren Grundlage für die Verurteilung und Tötung tausender Frauen. Auch wenn der Hexenhammer nie offiziell als weltliches oder kirchliches Regelwerk anerkannt wurde, übten die perfiden Darstellungen von Ritualen einen großen Einfluss auf die Hexenverfolgungen aus.

In dem vorliegenden Band "Wider die Frau - Zu Geschichte und Funktion misogyner Rede" behandeln 16 AutorInnen das Phänomen. Die wissenschaftlichen Aufsätze befassen sich mit spezifischen Fragen aus unterschiedlichen Epochen und Disziplinen. Neben den bereits erwähnten Themen finden sich literatur- und medienwissenschaftliche Ansätze zu misogynen Frauenbildern sowie historische Untersuchungen wie zum Beispiel zum Frauenkult im Nationalsozialismus.

Zu den Herausgeberinnen:
Dr. Andrea Geier studierte Neuere deutsche Literatur und Allgemeine Rhetorik in Tübingen und lehrt heute an der Philipps-Universität Marburg im Institut für Neuere deutsche Literatur.
Prof. Dr. Ursula Kocher studierte Germanistik, Romanistik, Rhetorik und Geschichtswissenschaften in Bamberg und Tübingen und ist heute an der Freien Universität Berlin tätig.

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Aktuelle Publikationen aus der Geschlechterforschung

Misogynie - Die Geschichte des Frauenhasses von Jack Holland.

AVIVA-Tipp: Die unterschiedlichen Beiträge beschreiben Erscheinungsformen und Funktion frauenfeindlicher Reden im jeweiligen historischen Kontext, vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Dabei stehen in der Textauswahl der Herausgeberinnen ebenso die Auswirkungen misogyner Aussagen wie auch Gegenstrategien im Blick. Der Band bietet neben den interessanten Einzelanalysen auch einen Anstoß zur Frage nach der bestehenden Nötigkeit einer "Misogynie-Forschung".

Geier, Andrea und Kocher, Ursula (Herausgeberinnen)
Wider die Frau - Zu Geschichte und Funktion misogyner Rede

Böhlau-Verlag, erschienen 2008
Reihe: Literatur - Kultur - Geschlecht. Große Reihe 33
374 Seiten, Broschiert
ISBN: 3412153044
39,90 Euro

Literatur Beitrag vom 18.12.2008 Clarissa Lempp 

   




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