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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 09.01.2009

Helen Garner - Das Zimmer
Stefanie Denkert

Für eine dreiwöchige Krebstherapie wohnt Nicola bei Helen, doch schon nach wenigen Tagen liegen die Nerven blank. Eine bewegende Geschichte über eine Frauenfreundschaft, die an ihre Grenzen geht.



Helen, Mitte sechzig und eine alte ´68erin, erwartet ihre langjährige Freundin Nicola zu Besuch aus Sydney. Für drei Wochen will die an Krebs erkrankte Freundin bei ihr in Melbourne eine Vitamin C-Therapie machen, doch Helen ist skeptisch. Einen anderen Scharlatan, der Nicola das Geld mit einer alternativen Krebstherapie aus der Tasche ziehen wollte, hat sie bereits entlarvt. Doch die lebenslustige, alleinstehende Nicola gibt die Hoffnung auf eine Wunderheilung jenseits der Schulmedizin nicht auf.

Helen ist nervös, richtet das Gästezimmer detailgenau krankengerecht für ihre Freundin ein. Das Bett wird auf die Nord-Süd-Achse gestellt, damit die positive Energie fließen kann. Will Nicola einen Spiegel im Zimmer, oder doch lieber nicht in ihrem Zustand? Und in Helens Kopf tauchen immer wieder zwei Gedanken auf: Was ist, wenn Nicola zu ihr gekommen ist, um zu sterben? Oder will Nicola gar, dass Helen diejenige ist, die ihr ins Gesicht sagt, dass sie sterben wird?

Als Helen ihre Freundin am Flughafen abholt und das erste Mal seit Monaten wiedersieht, ist Nicola nur noch ein Schatten ihrer selbst, kann sich kaum auf den Beinen halten. Am nächsten Morgen jedoch ist die Freundin wieder das blühende Leben. Und dieses Auf- und Ab von Nicolas körperlicher Verfassung geht nun fast täglich weiter, jedes Mal nach einer Vitamin-Injektion wird Helen in einen desolaten Zustand versetzt. Den Tag danach ist sie wieder ganz die Alte und spielt die Nebenwirkungen der Therapie herunter. Helen hält sich zurück mit ihrer Skepsis über die Vitamin C-Therapie, begleitet ihre optimistische Freundin und pflegt sie rund um die Uhr. Doch je mehr Nicola körperlich von der Therapie zermürbt wird und dabei an ihrem Glauben auf Besserung durch Alternativmedizin festhält, desto mehr zerrt es an Helens Nerven und eine wachsende Wut staut sich in ihr auf.

Ein Segen, dass am zweiten Wochenende ein befreundetes Paar vorbei kommt, das sich zuvor um Nicola gekümmert hat, denn eine eigene Familie hat sie nicht.
Iris und Gab wollen Helen entlasten und Nicola zum Abbruch der Therapie überreden, doch sie lässt nicht davon abbringen. Für Helen ist der Austausch mit dem Paar eine große Erleichterung. Die beiden verstehen, wie Helen sich fühlt, wenn sie sich ständig große Sorgen um Nicola macht, ihre nassen Bettlaken wechselt – während die Kranke so tut, als ginge es ihr bestens und fest daran glaubt, in der nächsten Woche bereits geheilt zu sein.

Als Nicola an einem Abend vollkommen zittrig und schwach vom behandelnden Arzt nach Hause gebracht wird, stellt Helen den Scharlatan zur Rede. Doch dieser redet sich mit Studien über erfolgreiche Vitamin C-Behandlungen heraus und belächelt Helens Drohungen, ihn zu verklagen. Damit nicht genug, denn die in Rage gekommene Helen spricht nun auch ganz offen mit Nicola über den Ernst ihrer Lage. Und Nicola liefert endlich die Erklärung für ihr Verhalten. Kann die Freundschaft diesen gewaltigen Befreiungsschlag aushalten?

Zur Autorin: Helen Garner wurde 1942 im australischen Geelong geboren. Zu ihrem preisgekrönten Werk zählen Romane und Kurzgeschichten sowie Sachbücher. Mit "Das Zimmer" kehrte die Autorin nach 15 Jahren erstmals wieder zum Roman zurück. Sie eroberte sofort die Australische Bestsellerliste und wurde mit dem Victorian Premier´s Literary Award for Fiction sowie dem Queensland Premier´s Literary Award for Fiction ausgezeichnet. (Verlagsinfo)

AVIVA-Tipp: "Das Zimmer" ist eine Geschichte über eine Freundschaft, die in einer Extremsituation zeigen muss, was sie aushalten kann. Im Angesicht des Todes, wie im Fall von Nicolas Krebserkrankung im Endstadium, sind die beiden Freundinnen gezwungen, so ehrlich wie noch nie zuvor, miteinander zu sein. Doch bis dem Moment, an dem die Wahrheiten ausgesprochen werden, geht ein schwieriger Prozess voran. Helen Garner gelingt es, über die Krebserkrankung von Nicola und die qualvollen Nebenerscheinungen zu schreiben, ohne pathetisch zu werden. Eine unglaublich traurige Geschichte so zu erzählen, dass sie nicht traurig stimmt. Wer weiß, wie es ist, einen Menschen beim Sterben zu begleiten, erkennt, wie scharfsinnig und realistisch Helen Garner schreibt - und dabei auch die tragischkomischen Momente nicht übersieht. Ein wirklich bemerkenswerter Roman!

Helen Garner
Das Zimmer

OT: The Spare Room
Übersetzt von Gerhard Falkner, Nora Matocza
Berlin Verlag, erschienen im Januar 2009
Gebunden, 176 Seiten
ISBN: 3827008336
EAN: 9783827008336
18 Euro

Literatur Beitrag vom 09.01.2009 AVIVA-Redaktion 

   




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