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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 18.01.2009

Justine Picardie - Daphnes Geheimnis
Constanze Geißler

Der Roman von Justine Picardie lüftet einen literarischen Skandal und nimmt sich in einer eigentümlichen Geschichte der beinahe in Vergessenheit geratenen Schriftstellerin Daphne du Maurier an.



Wir schreiben das Jahr 1957. Die Bestsellerautorin Daphne du Maurier ("Rebecca", kongenial von Alfred Hitchcock verfilmt) steht in Korrespondenz mit dem Bibliothekar und Literaturwissenschaftler Mr. J. A. Symington. Sie hofft, mehr Informationen von ihm für ihr neues Buch zu erhalten, das sich mit dem im Schatten seiner Schwestern stehenden Gelegenheitsautor Branwell Brontë beschäftigt. Mr. Symington besitzt alte Handschriften und er ist ein Fachmann auf dem Gebiet der Brontë-Forschung. War es nicht Branwell, der unglückliche Bruder, der an dem Ouvre seiner Schwestern Emily Jane, Anne und Charlotte Brontë beachtlich mitgeschrieben hatte, vor allem an dem erfolgreichen Roman "Sturmhöhe"? Es wird die These aufgestellt, dass die Unterschriften der Brontës gefälscht wurden, um die Preise für die Manuskripte in die Höhe zu treiben...

Spannend und ergreifend ist dieses Thema wohl vor allem für eingefleischte Brontë-Fans. Deshalb hat Justine Picardie noch eine zweite, im London der heutigen Zeit spielende Handlungsebene eingebaut, in der die Nachforschungen über den literarischen Skandal in ihrem Roman vorangetrieben werden.
Eine junge Frau ist dabei, ihre Doktorarbeit über die Brontës zu schreiben. Sie ist mit einem älteren Mann, einem Dozenten für Literaturwissenschaft, verheiratet, der wiederum nicht über seine ehemalige Lebensgefährtin Rachel hinwegkommt. Spannung liegt in der Luft, die Ich-Erzählerin stürzt sich immer tiefer in die Arbeit, sie findet die alten Briefe von Daphne du Maurier und Mr. Symington bei einem Ausflug nach Yorkshire und setzt sich gegenüber ihrem Mann durch, der das Forschungsprojekt für Zeitverschwendung hält. Und so wechselt der Roman zwischen brieflicher Korrespondenz, dem Aufenthalt von Daphne du Maurier auf ihrem Landsitz in Menabilly und der forschenden Doktorandin in London.

Leider will sich zu keinem Zeitpunkt ein wahres Lesevergnügen einstellen. Justine Picardie schreibt sich nicht wirklich an ihre Figuren und deren Schicksale heran. Der Roman ist zu statisch, Gemeinsamkeiten im Leben der beiden Hauptfiguren wirken allenfalls konstruiert und unauthentisch. Daphne du Maurier fühlt sich von ihrer Vergangenheit verfolgt und kommt nicht zur Ruhe, korrelierend denkt die Ich-Erzählerin in London ständig über die Exfrau ihres Mannes nach und kann die Gegenwart nicht leben. Die einzelnen Handlungsebenen von "Daphnes Geheimnis" laufen mehr parallel, als dass sie sich durchdringen und einen spannenden "Roman du noir" hervorbringen.

Zur Autorin: Justine Picardie ist Autorin des Bestsellers "Es wird mir fehlen, das Leben". Neben ihren Büchern schreibt sie regelmäßig für Haper´s Bazaar und das Sunday Telegraph Magazine. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in London.

AVIVA-Tipp: "Daphnes Geheimnis" liest sich ohne große Anteilnahme am Geschehen und Wiederholungen trüben den Fortgang der Geschichte. Die spukende Rebecca im Leben der Daphne du Maurier bleibt allenfalls ein Klischee. Etwas mehr Auseinandersetzung um den psychologischen Konflikt der beiden Protagonistinnen wäre wünschenswert gewesen, denn Potential bietet die durchaus recht raffiniert erdachte Geschichte allemal. Dennoch fiel es schwer, den Roman vorzeitig aus der Hand zu legen, weil die Leserin dann doch wissen wollte, worin das Geheimnis der Protagonistin besteht.

Justine Picardie
Daphnes Geheimnis

Originaltitel: Daphne
Übersetzt von Anke Kreutzer, Eberhard Kreutzer
Bloomsbury Berlin, erschienen August 2008
Gebunden, 386 Seiten
ISBN 3827006945
Euro 22,00

Literatur Beitrag vom 18.01.2009 AVIVA-Redaktion 

   




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