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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 26.03.2009

Andrea Busfield - Mauertänzer
Jana Muschick

Der junge Afghane Fawad erzählt vom Tod seines Vaters, vom Regime der Taliban und seinen britischen FreundInnen. Autorin Busfield, ein neuer Geheimtipp. Wundervoll amüsant und melancholisch erzählt.



Vertriebene Taliban bis heute präsent

Der Roman "Mauertänzer" spielt im Jahr 2005 in Afghanistans Hauptstadt Kabul. Die Taliban sind nicht mehr die tyrannischen Herrscher des Landes, doch ihr blutiges Regime wirft weiterhin lange Schatten über die Bevölkerung. Protagonist des Romans ist der elfjährige Fawad, ein Junge, dessen Vater und Bruder durch die Hand der Taliban umgekommen sind und der sein Leben zwischen Schule, Allah und dem Beschützen seiner Mutter eingerichtet hat.

Kulturschock auf Afghanisch

Als seine Mutter eine neue Stelle im Haus der Engländerin Georgie annimmt, gerät Fawads Weltbild gehörig ins Wanken. In einer Art Kulturschock muss er begreifen, dass Frauen auch Frauen lieben können, dass EngländerInnen manchmal mit freiem Oberkörper arbeiten und dass es Menschen gibt, die gar keinen Gott haben – obwohl sie Weihnachten feiern. Georgie wird schnell zu seiner engsten Verbündeten doch die Freundschaft der beiden muss eine harte Probe bestehen, als Fawad herausfindet, dass die Engländerin mit einem mächtigen Paschtunen ein Liebesverhältnis hat, das nicht auf eine Ehe hinaus laufen soll.

Ehrlicher Einblick in traurige Zeiten

Durch die stete Darstellung der Innenperspektive des Jungen Fawad erhält die LeserIn einen wunderbar kindlich-naiven Einblick in das Leben Afghanistans. Durch Fawad wird das Verhältnis der AfghanInnen zu Gott, ihr Umgang miteinander sowie der Stolz vieler MuslimInnen dargestellt, die in Zeiten von Terror und Angst zusammenhalten.

Die Straßen Kabuls, besonders die Chicken Street mit ihren vielen TouristInnen, sind chaotisch-aufregend und gefährlich zugleich, da niemand vor plötzlichen SelbstmordattentäterInnen oder explodierenden alten Maschinen gefeit ist. Durch die Vermischung der Kulturen erlangt Fawads Herz große Offenheit. Der kleine Afghane, der schon mit elf Jahren erstaunlich viel Weitblick bewiesen hatte, resümiert nach seinem zwölften Geburtstag:

Wenn man einem Jungen ein Fahrrad schenkt, wird er glücklich sein, egal, ob er Muslim, Christ oder Jude ist. Und wenn man jemanden wirklich gern hat, spielt es keine Rolle, ob dieser Mensch Afghane oder Brite ist. ("Mauertänzer", S. 103)

Zur Autorin: Andrea Busfield, 1970 geboren, ist britische Journalistin. 2001 bereiste sie Afghanistan, verliebte sich in das Land und erfüllte sich 2005 einen Traum: Sie zog nach Kabul und arbeitete als Redakteurin bei "Sada-e-Azadi" (Stimme der Freiheit), die von der "International Security Assistance" Force gegründet wurde. Im Anschluss schrieb sie für die "Gulf Times" in Qatar, bis sie nach Europa zurückkehrte, um in Wien zu leben. (Quelle: Verlagsinformationen)

Zur Übersetzerin: Cornelia Holfelder-von der Tann , 1950 geboren, übersetzt seit 1976 hauptberuflich Literatur aus dem Englischen für verschiedene deutsche Verlage; sie ist Vorstandsmitglied im Freundeskreis zur internationalen Förderung literarischer und wissenschaftlicher Übersetzungen e.V. Cornelia Holfelder-von der Tann lebt in Freiburg. (Quelle: Verlagsinformationen)

AVIVA-Tipp: Fawads Gedanken und Erlebnisse bieten einen einmaligen Einblick in ein Land, das von Krieg und Not zerstört wurde und über das frau in den Nachrichten häufig allein durch Katastrophen hört. Der elfjährige Junge erzählt von seinem Leben zwischen Bomben und zerstörten Familien mit einer Ruhe und Kraft, die nur aus dem Mund eines Kindes kommen kann, das schon viel erleben musste. Der junge Afghane kennt den Frieden und die Geborgenheit europäischer Kinder nicht – dafür genießt er jeden Tag in vollen Zügen und hat Augen und Ohren immer geöffnet. Ein zauberhafter Ausflug in die Welt Afghanistans, der jede LeserIn verzaubern wird. Absolut lesenswert!

Hilfe für Afghanische Kinder

Lange Kriegsjahre haben bei vielen afghanischen Kindern seelische und körperliche Narben hinterlassen. Eltern wurden getötet oder verstümmelt, ganze Familien mussten fliehen oder wurden vertrieben, und die Armen Afghanistans kämpfen nach wie vor ums tägliche Überleben, weshalb viele Kinder, statt zur Schule zu gehen, zum Lebensunterhalt beitragen müssen.

Die Nichtregierungsorganisiation ASCHIANA mit Sitz in Kabul wurde 1995 gegründet, um Straßenkindern und kriegsgeschädigten Kindern eine Schul- oder Ausbildung zu ermöglichen. Für 20 Dollar im Monat können Sie das Leben eines afghanischen Kindes wirksam verändern.
Nähere Informationen erhalten Sie unter: www.aschiana-foundation.org


Andrea Busfield
Mauertänzer

Übersetzerin: Cornelia Holfelder-von der Tann
Originaltitel: Born under a Million Shadows
Atrium Verlag, erschienen März 2009
Gebunden, Seiten: 334
ISBN-13: 978-3-85535-043-8
19,90 Euro

Literatur Beitrag vom 26.03.2009 Jana Muschick 

   




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