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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 07.04.2009

Mängelexemplar - Der Debutroman von Sarah Kuttner
Stefanie Denkert

Zwischen "Partylaune und Panikattacke" versucht das Stadtmädchen Karo, sich trotz Jobverlust und Depression ihren Humor zu bewahren. Ein Pop-Roman über das Bewältigen einer Quarterlife-Crisis!



Weiblich, ledig, jung – und plötzlich depressiv
Karo hat immer einen witzigen Spruch parat, sie ist die ungekrönte Meisterin der Ironie. Doch hinter den flotten Sprüchen der Ich-Erzählerin verbirgt sich eine traurige junge Frau, die sich selbst nicht mehr spürt.
Nachdem sie ihren Job als Eventmanagerin und ein paar falsche FreundInnen verloren hat, muss Karo sich eingestehen, dass sie nicht mehr viel zu lachen hat. Ihre jahrelange Liebesbeziehung zu Philip ist auch nur noch Gewohnheit und so zieht sie mutig einen Schlussstrich, um etwas panisch kurze Zeit später festzustellen, dass sie ja nun ganz allein ist. Und bald darauf hat Karo tatsächlich ihren ersten ´richtigen´ Panikanfall, der zu einem Kurzbesuch in der Psychiatrie führt.

Karos "depressive Verstimmung", so die Diagnose, wird begleitet von Panikattacken, Beruhigungspillen, Gesprächen mit einer Psychologin sowie Besuchen bei einer Psychiaterin, vorübergehendem Einzug bei und Versöhnung mit der Mutter, neuen Beziehungen und jeder Menge neuer Einsichten.
Der Weg zur Besserung ist steinig und lang, das ist nichts für die ungeduldige Karo, die sich zu schnell in psychischer Sicherheit und Stabilität wiegt, um dann festzustellen, dass die erste Diagnose revidiert werden muss.

Bei der jungen Frau handelt es sich nicht nur um eine Verstimmung, sondern um eine ausgewachsene Depression, die sich schleichend festgesetzt hat. Tief verborgen in der erwachsenen Karo steckt ein ängstliches Mädchen, das gelernt hat, seinen Schmerz hinter einer Fassade zu verstecken. Und diese gilt es nun aufzubrechen.

Die ´große´ Karo will jedoch nicht selbstmitleidig sein, obwohl sie Grund genug dazu hat - sei es wegen des sexuellen Missbrauchs in der Kindheit durch einen Onkel, wegen ihrer gewalttätigen Mutter oder ihres emotional unterkühlten Vaters - und hat sich deshalb ein Schutzschild aus Ironie gebaut. Da eine Depression eine ernste Sache ist und nicht so schnell auskuriert ist wie ein Schnupfen, muss Karo lernen, sich in Geduld zu üben, sich zu entspannen, und sie muss nach neuen Strategien suchen, um wieder zu einem ´normalen´ Leben zurückzufinden.

Zur Autorin: Sarah Kuttner wurde 1979 in Berlin geboren und arbeitet als Moderatorin. Sie wurde mit ihren Sendungen "Sarah Kuttner Die Show" (VIVA) und "Kuttner." (MTV) bekannt und arbeitete mehrfach für die ARD. Zuletzt war sie dort mit "Kuttners Kleinanzeigen" zu sehen. Ihre Kolumnen für die Süddeutsche Zeitung und den Musikexpress wurden im Fischer Taschenbuch Verlag veröffentlicht. Bisher sind dort "Das oblatendünne Eis des halben Zweidrittelwissens" und "Die anstrengende Daueranwesenheit der Gegenwart" erschienen. Sarah Kuttner lebt immer noch und gern in Berlin, "Mängelexemplar" ist ihr erster Roman. (Verlagsinfos)
Weitere Infos und Kontakt: www.sarahkuttner.de

AVIVA-Tipp: Kein leichtes Thema, das sich die TV-Moderatorin Sarah Kuttner für ihr fiktionales Erstlingswerk ausgesucht hat. "Mängelexemplar" ist leider nicht sonderlich frauenbewusst, es gibt allerdings einen guten Einblick in die urbane U-30-Generation und in das herrlich unpathetische Seelenleben einer depressiven jungen Frau, die sich kämpferisch statt mitleidig zeigt! Karos übertriebener Witz und ihre Selbstironie nerven zwar zwischenzeitlich, aber die Ich-Erzählerin ist – wie sie selbst auch weiß – sehr anstrengend und somit unterstreicht diese Verhaltensweisen noch einmal die Funktion von Humor als Schutzschild. Insgesamt ist Karos Geschichte und ihr Innenleben gut nachvollziehbar und durch Kuttners flott-flüssige Schreibe lässt sich "Mängelexemplar" trotz der harten Thematik ganz wunderbar weglesen!

Sarah Kuttner
Mängelexemplar

S. Fischer Verlag, erschienen im März 2009
Broschiert, 272 Seiten
ISBN-10: 3100422058
ISBN-13: 978-3100422057
14,95 Euro

Weiterlesen auf AVIVA Berlin:

Kolumnensammlung: Sarah Kuttner - Das oblatendünne Eis des halben Zweidrittelwissens
Roman: Maria Sveland - Bitterfotze
Ratgeber: Susan Nolen-Hoeksema - Wege aus der Frustfalle
Sachbuch: Alice Miller - Die Revolte des Körpers

Lese-Tipp: Elizabeth Wurtzel "Prozac Nation: Young and Depressed in America" (1996), auf dt. "Verdammte schöne Welt. Mein Leben mit der Psycho- Pille". Sex, Drugs and ... Depressionen: Während ihrer College-Zeit wird Elizabeth Wurtzel depressiv, doch ihr Arzt verspricht Heilung mit der neuen Wunderpille ´Prozac´. Weniger witzig als "Mängelexemplare", aber zurecht ein Kultbuch – nicht nur unter den Twenty- bis Thirty-Somethings der USA.

Literatur Beitrag vom 07.04.2009 AVIVA-Redaktion 

   




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