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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 01.11.2008

Jennie Erdal - Die Ghostwriterin. Ich war sein Verstand und seine Stimme
Sabine Grunwald

Fast zwei Jahrzehnte führte die Autorin ein Doppelleben: offiziell Lektorin und Übersetzerin in einem britischen Verlag, war sie in Wirklichkeit die Stimme und das zweite Ich des Verlegers



"Die folgenden Erinnerungen berichten von unterschiedlichen Lebensabschnitten, im Kern erzählen sie jedoch die Geschichte einer ungewöhnlichen Beziehung, die teils symbiotisch, teils parasitär zu nennen ist. Sie erzählt von zwei Menschen sehr unterschiedlicher Herkunft, einem Mann und einer Frau, die mehr als zwanzig Jahre auch verschiedenen Gründen und auf verschiedene Weise voneinander gelebt und in gewissem Sinn auch den Geist des anderen bewohnt haben".

Mit diesen Sätzen umreißt die Autorin eine Beziehung, die weit über ein normales Arbeitsverhältnis hinausgeht und ganz allmählich ihre Privatsphäre so vereinnahmt, dass letztendlich eine Trennung stattfinden muss.

Jennie Erdal arbeitete fasst zwanzig Jahre für einen Mann, der als schillernde Figur das kulturelle Leben Londons beeinflusste. Mit seinem exzentrischen Wesen war der arabische Millionär Naim Attallah der unumschränkte Herrscher über ein Imperium von Unternehmen, die mit dem Verlagswesen, mit Mode, Film und Theater zu tun hatten. Seine weiblichen Angestellten waren jung, bildhübsch und kamen alle ausnahmslos aus den besseren Kreisen.

Es begann 1981, als Jennie Erdal 32 Jahre alt war. Die Ghostwriterin wurde zu seinem zweiten Ich, sie verfasste die gesamte Korrespondenz des "Tigers" – wie sie ihn nannte – bis hin zu den persönlichsten Schreiben. Hinzu kamen eine wöchentliche Kolumne, eine Interviewreihe in Buchform mit einflussreichen Frauen, die ihn zu einer Autorität in "Sachen Frauen" machten, eine Sammlung intimer Interviews mit prominenten Männern und zwei Romane, die seinen Ruhm in der literarischen Welt festigten.

Jennie Erdal beschreibt mit Witz und Sachverstand die Schwierigkeiten dieser Symbiose: Ihre unterschiedlichen Meinungen in den Belangen des täglichen Lebens, ebenso wie in ihren literarischen Auslegungen. Die zu überwindenden Schreibblockaden, ihre Strategien und Versuche, die Vorgaben und Ideen ihres Auftraggebers umzusetzen oder ihm auszureden, erzählt sie amüsant und kurzweilig.

"Meine Bedenken, ob es überhaupt machbar wäre, den Roman eines anderen zu schreiben, verschwanden nie ganz, doch in den folgenden Wochen gab ich mein Bestes, sie beiseite zuschieben."

Zur Autorin: Jennie Erdal arbeitete als Lektorin, Übersetzerin und viele Jahre als Ghostwriterin. Sie lebt in St. Andrews, Schottland, ist Mutter von drei Kindern und schreibt zurzeit ihren dritten Roman. Weitere Infos und Kontakt unter: http://jennieerdal.net (Verlagsinformation).

Zur Übersetzerin: Susanne Mecklenburg studierte Anglistik, Germanistik und Komparatistik in Berlin und London und promovierte über zeitgenössische britische Literatur. Sie übersetzte u.a. Alan Judd und Craig Clevenger.

AVIVA-Tipp: Mit spitzer Feder und viel Esprit beschreibt Jennie Erdal die Vor- und Nachteile, die das Leben einer Ghostwriterin mit sich bringt. Im Rückblick auf ihre Kindheit erklärt sie ihre Rolle als stille Beobachterin und Zuhörerin, die es ihr erst ermöglichten, den Roman eines anderen zu schreiben.

Jennie Erdal
Die Ghostwriterin. Ich war sein Verstand und seine Stimme

Originaltitel: Ghosting.
Aus dem Englischen von Susanne Mecklenburg
Gustav Kiepenheuer Verlag, erschienen September 2008
Gebunden, 293 Seiten
ISBN 978-3-378-01099-4
19,95 Euro

Literatur Beitrag vom 01.11.2008 Sabine Grunwald 

   




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