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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 17.07.2009

Andrea Zabel - Schleudergang
Sharon Adler

Der Debutroman der ehemaligen Hotelfachfrau und Redakteurin um ihre Protagonistin, die Journalistin Linda Zanotti, verspricht "Brodelnde Action, einen verzwickten Fall und eine Heldin, die ...



... ihre High Heels nur zum Schlafen abstreift".

Frage: Darf ein Kriminalroman intelligent sein?
Antwort: Das w├Ąre wunderbar!
Frage: Sollte er spannend sein?
Antwort: Ganz klares Ja.
Frage: Sollten Krimis sexistisch und rassistisch sein?
Antwort: Ganz klares Nein.

Gibt es noch irgendetwas dazwischen? Hier k├Ânnen wir die Fragen mit einem defintiven Jein beantworten.
Andrea Zabel bem├╝ht sich in ihrem Debutroman nach Kr├Ąften, humorvoll und geistreich, Spannung zu erzeugen.
Das ist ihr leider nicht gelungen, doch mehr dazu sp├Ąter.

Zum Plot

"Brodelnde Action, ein verzwickter Fall und eine Heldin, die ihre High Heels nur zum Schlafen abstreift.
Sie ist blond, aber nicht blau├Ąugig. M├Ąnner wickelt sie eiskalt um den Finger, und ihre gro├če Klappe lehrt gestandene Kripobeamte das F├╝rchten. Die Journalistin Linda Zanotti stolpert in ein monstr├Âses Komplott, bei dem ihre Gegner ├╝ber Leichen gehen.
Ein Zeitschriftenverlag wirft schwindelerregende Gewinne ab ÔÇô mit einer l├Ącherlichen Auflagenzahl. Die Buchhalterin Katharina Wei├č wird von einem Auto ├╝berfahren ÔÇô nachdem der Wagen stundenlang mit laufendem Motor an Berlins verkehrsreichster Stra├če auf sie gewartet hat. Und noch am selben Abend verl├Ąsst eine Freundin des Unfallopfers die Stadt ÔÇô vermummt und in aller Eile ... F├╝r Katharinas Kollegin Linda ist klar: Die Sache stinkt! W├Ąhrend die Kriminalbeamten noch mit dem Staatsanwalt streiten, mischt Linda die Ermittlungsarbeiten auf. Mit scharfer Zunge und gewagtem Augenaufschlag ist sie immer dort, wo sie nicht sein soll, und als der gewieften Chefredakteurin auch noch Katharinas Tagebuch in die H├Ąnde f├Ąllt, ger├Ąt sie zwischen alle Fronten. Autos explodieren, Zeugen werden eliminiert ... und Linda steht pl├Âtzlich ganz oben auf der Abschu├čliste."

(Quelle: HOFFMANN UND CAMPE Verlag)

Was vielversprechend begann, mausert sich schon nach den ersten Seiten zu einer etwas z├Ąhen Angelegenheit, die sich dar├╝ber hinaus zu einem ├ärgernis erster G├╝te entwickelt. Platte und frauenfeindliche Formulierungen wie etwa: ... sie wusste, dass sich Antonio beim Ein- und Ausparken bisweilen anstellte wie ein M├Ądchen." oder rassistische Entgleisungen wie "Sie war eine hochgewachsene f├╝llige Mulattin, hinter volumin├Âsen, blutrot geschminkten Lippen blitzten unfassbar wei├če Z├Ąhne". Weiter beschreibt die Autorin ihre Figur: "An den gro├čen H├Ąnden mit langen rotlackierten Fingern├Ągeln trug sie goldene Ringe mit Steinen in allen Farben, und an den Handgelenken klimperten Reifen, Spangen und Ketten."

M├Âglicherweise glaubt Andrea Zabel, dass alle Afrodeutschen direkt von den B├Ąumen Afrikas nach Deutschland importiert wurden? Die Leserin kann das Weltbild der Autorin nur erahnen, die Klischeebildung jedoch weder ├╝berlesen noch entschuldigen. Daneben erschlie├čt sich es ihr nicht, worauf sich der Titel des Buches bezieht. Es bleibt zu hoffen, dass uns die am Ende des Buches angek├╝ndigte Fortsetzung dar├╝ber aufkl├Ąrt.

Zur Autorin: Andrea Zabel absolvierte eine Ausbildung zur Hotelfachfrau, arbeitete als Redakteurin bei verschiedenen Zeitschriften und als Werbetexterin. Heute ist sie freie Autorin und Lektorin und lebt in der N├Ąhe von M├╝nchen. "Schleudergang" ist ihr erster Roman.

AVIVA-Fazit: Selbstverst├Ąndlich hat seichte Unterhaltungsliteratur ihre Daseinsberechtigung und kann sogar Spa├č machen. "Schleudergang" jedoch ist flach und vorhersehbar, trieft nur so voller Klischees und l├Ąsst daneben stilistisch zu w├╝nschen ├╝brig. Schade.

Andrea Zabel
Schleudergang

HOFFMANN UND CAMPE Verlag, erschienen am 15. Juni 2009
ISBN: 978-3-455-40119-6
384Seiten, Klappenbroschur
Preis: 14,99 Euro


Literatur Beitrag vom 17.07.2009 Sharon Adler 

   




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