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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 22.07.2009

Ulrike Schuerkens - Geschichte Afrikas
Clarissa Lempp

Die Sozialanthropologin Ulrike Schuerkens gibt in "Geschichte Afrikas" eine Einführung in kulturelle und soziale Entwicklungen des Kontinents, von der vorkolonialen Zeit bis zum "Status Quo".



Die eine Geschichte Afrikas gibt es nicht, viel mehr orientiert sich die Geschichtsauffassung des Kontinents an Erfassungsmethoden und Perioden. Aus dem vorkolonialen Afrika sind kaum schriftliche Dokumente erhalten, archäologische Fundstücke geben Ideen davon, wie es gewesen sein könnte. Die koloniale Herrschaftszeit ist zwar dokumentiert, aber aus einer sehr einseitigen Perspektive.

Die historische Afrika-Forschung ist so von einem hohen Spezialisierungsgrad geprägt, der es gerade für unbedarft Interessierte oft schwermacht, einen Überblick zu erlangen. Genau so schwierig wird es daher, die aktuelleren Forschungen und Veröffentlichungen einzuordnen. An einer Einführung in die Geschichte Afrikas hat sich nun Ulrike Schuerkens versucht. Sie unterscheidet dabei zwischen Perioden und Regionen und widmet sich übergeordneten Themen wie Religion, Ressourcen- und Sozialstrukturen.

Nach einem ersten Abriss zur Geschichtsschreibung in Afrika widmet sich Schuerkens umfangreich den historischen Grunderfahrungen in Wirtschaft, Kultur und Religion. Schuerkens geht dabei auch detaillierter auf Geschlechterordnungen und Verhältnisse in unterschiedlichen Regionen und Kulturformen ein und beschreibt die Rollenverhältnisse in den in Afrika weitverbreiteten Polygamie-Ehen eingehender.

Im Hauptteil des Buches erfolgt ein mehr als hundert Seiten umfassender chronologischer Überblick. Der Schwerpunkt scheint hier vor allem auf der Früh- und vorkolonialen sowie auf der Zeit der Kolonisation zu liegen. Zur jüngeren Historie bietet Schuerkens "Geschichte Afrikas" eine komprimierte Zusammenfassung der Kontinents übergreifenden Unabhängigkeitsbewegungen und Kämpfe. Auch hier findet sich ein eigener Abschnitt zur Rolle der Frauen im nationalistischen Kampf, die Schuerkens mit den regional vorherrschenden Geschlechterverhältnissen in Zusammenhang setzt. Über die auf die Unabhängigkeitsbestrebungen folgende Frauenbewegung und die feministischen Ansätze der Frauengeschichtsforschung in Afrika liefert Schuerkens einen kurzen Überblick.
In der aktuellen Übersicht bleibt Schuerkens jedoch leider etwas eindimensional und kurz gehalten bei den Ressourcen- und AIDS/HIV Problematiken stecken.


Zur Autorin: Ulrike Schuerkens hat Doktorgrade in Sozialanthropologie und Soziologie an der École des Hautes Études en Sciences Sociales, Paris erworben, wo sie in der Doktorandenausbildung zur Thematik von Entwicklung und Transformationsprozessen lehrt. Habilitiert wurde sie von der Universität Paris V- Descartes. Sie ist ausgewiesene Afrikaspezialistin und hat mehrere Jahre vor allem in Westafrika Feldforschung durchgeführt sowie für das Hohe Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) im Senegal gearbeitet. (Verlagsinformation)


AVIVA-Tipp: Ulrike Schuerkens versucht den Spagat zwischen wissenschaftlichem Text und ansprechendem Studienbuch zur Geschichte eines Kontinents, den zu beschreiben als schwierig gilt. Der Autorin gebührt Respekt für diese anspruchsvolle Absicht. Entstanden ist ein Buch, das manchmal zu trocken aneinander reiht, sprachlich bemüht das Lesen erschwert und zu undifferenziert für einen rein wissenschaftlichen Text erscheint. Trotzdem bietet es als Nachschlagewerk gebündelte Informationspakete, die zu weiteren Nachforschungen anregen. Erfreulich ist vor allem Schuerkens offener Blick für frauen- und geschlechterspezifische Entwicklungen, die sie geschickt in die Überthemen einfließen lässt, obwohl sie nicht explizit auf Gender-Fragen in ihrer Eingangsformulierung hinweist.


Ulrike Schuerkens
Geschichte Afrikas. Eine Einführung (Geschichte der Kontinente, Band 3)

Böhlau UTB, erschienen 2009
298 Seiten, mit 5 Karten
ISBN 978-3-8252-3116-3
19,90 Euro


Literatur Beitrag vom 22.07.2009 Clarissa Lempp 

   




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