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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 21.08.2009

Berlin `36 - Das Buch zum Film
Iella Peter

Am 10. September 2009 kommt der Film über die jüdische Leichtathletin Gretel Bergmann in die Kinos. Das Begleitbuch zum Film liefert wichtige Hintergrundinformationen zu ihrer erstaunlichen...



... Lebensgeschichte und der Situation des jüdischen Sports im "Dritten Reich".

Noch vor Kinostart des gleichnamigen Films "Berlin ´36" erscheint sein Begleitbuch. Es ordnet die Geschichte der Leichtathletin Gretel Bergmann und ihrer Konkurrentin Dora Ratjen in die propagandistisch aufgeheizte Zeit der Olympischen Spiele 1936 ein.

Den Nationalsozialisten gelang mit der Inszenierung des sportlerischen Großereignisses 1936 ein nie zuvor gesehenes Propaganda-Spektakel. Die Opfer dieser Maschinerie sind dagegen weit weniger bekannt. Das vorgestellte Buch beleuchtet die Schicksale der zwei AusnahmesportlerInnen Gretel Bergmann und Dora Ratjen und berichtet von der perfiden List der Nationalsozialisten, die beiden im Rahmen der Olympiavorbereitung als KonkurrentInnen gegeneinander auszuspielen.

Denn einfach ausschließen aus dem Olympia-Kader kann Reichssportführer von Tschammer und Osten die Jüdin Gretel Bergmann nicht. Die Amerikaner drohen damit, die Olympischen Spiele zu boykottieren, wenn keine jüdischen SportlerInnen im deutschen Team vertreten sind.

Gretel und Dora sind aus unterschiedlichen Gründen AußenseiterInnen der Gesellschaft. Die jüdische Spitzensportlerin Gretel Bergmann wird zunächst als Alibijüdin zu den Olympischen Spielen geladen. Um die Gefahr eines Sieges der jungen Frau zu schmälern, wird auch die bis dahin unbekannte Deutsche Dora Ratjen (im Film Marie Ketteler) ins Rennen um die Goldmedaille geschickt. Im Trainingslager müssen sich die beiden Sportlerinnen ein Zimmer teilen. Anfangs herrscht noch eisige Stimmung, erst allmählich entsteht eine Freundschaft zwischen ihnen.

Letztlich wird Gretel Bergmann aber um ihre Olympiateilnahme betrogen. Denn als Reichssportführer von Tschammer und Osten erfährt, dass die AmerikanerInnen beschlossen haben die Spiele nicht zu boykottieren, erhält Gretel die offizielle Absage ihrer Olympiateilnahme. In dem Schreiben heißt es, dass ihre Leistungen nicht ausreichend seien. Zudem wird das Gerücht gestreut, dass sie eine Verletzung erlitten habe und deshalb nicht teilnehmen könne.

Dora Ratjen, die vermeintliche Konkurrenz Bergmanns, wird als Junge geboren, wächst jedoch, von den Eltern dazu gezwungen, als Mädchen auf und nimmt als Mitglied der Frauenmannschaft an den Olympischen Spielen teil. Sie schafft es bis unter die letzten vier Springerinnen im Hochsprung-Wettbewerb und feiert auch bei anderen Meisterschaften große Erfolge. Erst 1938 wird Ratjen als Mann enttarnt.

Viele Schwarz-Weiß-Fotografien und historische Originaldokumente gewähren, neben der ausführlichen Darstellung der Biografien, einen persönlichen Einblick in die bewegten Lebensgeschichten der beiden SportlerInnen. Fotografien von Gretels Aufstieg zur gefeierten Spitzensportlerin, aber auch Bilder von Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten und anderen Funktionären sind zu sehen. Von Tschammer und Osten holte Dora Ratjen, vermutlich damals schon in dem Wissen, dass sie in Wirklichkeit ein Mann war, in das Olympiateam. Gerade ihr, bis heute kaum beleuchtetes, Schicksal wird in dem Buch aufgearbeitet. Die Bilder von Dora, beispielsweise private Schnappschüsse oder Aufnahmen kurz nach der Festnahme durch die Gestapo, berühren sehr. Neben den Originalaufnahmen sind auch Standfotos aus dem Film abgebildet.

Dem Film und gleichnamigen Begleitbuch "Berlin ´36" gelingt es eindrucksvoll, diesen fast vergessenen Teil deutscher Sportgeschichte wieder aufleben zu lassen.

Zu den AutorInnen:

Dr. Jutta Braun
ist Historikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich Zeitgeschichte des Sports der Universität Potsdam. Sie hat unter anderem zur Justizgeschichte der DDR, zu den deutsch-deutschen Sportbeziehungen und zum Fußball in der DDR publiziert.
Berno Bahro ist Sportwissenschaftler und Historiker. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich Zeitgeschichte des Sports der Universität Potsdam und promoviert zurzeit zum Sport in der SS.

AVIVA-Tipp: Das Buch vermittelt der LeserIn einen umfassenden Überblick der Geschehnisse um die Olympischen Spiele 1936 und gewährt, dank der vielen Hintergrundinformationen, Einblick in die persönlichen Schicksale der gefeierten SpitzensportlerInnen Gretel Bergmann und Dora Ratjen.

Jutta Braun und Berno Bahro
Berlin ´36. Das Buch zum Film

Verlag für Berlin-Brandenburg, erschienen August 2009
Broschur, 146 Seiten mit 46 Abbildungen
ISBN: 978-3-86650-037-2
Preis: 14,90 Euro


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

"Berlin `36 - Ein Film von Kaspar Heidelbach"

"Vergessene Rekorde. Jüdische Leichtathletinnen vor und nach 1933"

Literatur Beitrag vom 21.08.2009 AVIVA-Redaktion 

   




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