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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 27.08.2009

Frida Nilsson - Ich, Dante und die Millionen
Claire Horst

Die Hauptfigur des Buches, Helge, ist eigentlich nicht besonders sympathisch. Eher ist er ein bisschen doof. Deshalb verliert er seinen neuen Job auch gleich am ersten Tag. Denn in der Bank, ...



... wo Helge gerade zum Direktor aufgestiegen ist, wird er pl├Âtzlich f├╝r einen Dieb gehalten. Helge hat keine Ahnung, wie es dazu kommen konnte. Warum wurde die Bank an seinem ersten Tag ausgeraubt? Und was hatte sein Vorg├Ąnger Lusidor nachts in der Bank zu suchen? Und wie kann er jetzt seine Unschuld beweisen?

V├Âllig verzweifelt ist Helge auch deshalb, weil er nicht mehr in seine Wohnung zur├╝ckkehren kann. Denn dort w├╝rde ihn der Polizeihund, der ihn verfolgt, sofort finden. Darum versteckt er sich auf einer M├╝llkippe. Bisher war Helge ziemlich ├╝berzeugt von sich ÔÇô und auch ziemlich arrogant. Als Bankangestellter hielt er sich f├╝r etwas Besonderes.

Und nun das! Eine schmutzige, verwahrloste Ratte ist die einzige "Person", die sich nun um den armen Helge k├╝mmert. Dante lebt von dem M├╝ll, den er sammelt und in der Stadt verkauft. "Die Ratte zog eine zerknitterte Plastikt├╝te aus ihrer Zipfelm├╝tze und begann, sie vollzustopfen. "Fein!", jubelte sie bei jedem St├╝ck Dreck, das sie einpackte. Ein verbogener, fleckiger Suppenl├Âffel war `fein`. Eine leere Limonadenflasche war `fein`. Eine gammelige Schuhsohle war `fein` und ein gekr├Ąuseltes Telefonkabel war `sehr fein`."

Nat├╝rlich will Helge mit dieser Ratte nichts zu tun haben: "┬┤Ich? Auf der M├╝llkippe bei einer Ratte schlafen? [...] Lieber sterbe ich! Nicht mal meinen gro├čen Zeh werde ich in deine faulige H├╝tte setzen!`" Mit der Zeit bemerkt er aber, wie gut es ist, einen Freund zu haben, auf den man sich verlassen kann. Ohne Dante k├Ânnte er wahrscheinlich gar nicht ├╝berleben ÔÇô denn die Ratte k├╝mmert sich sehr f├╝rsorglich um ihn, auch als Helge krank wird.

Seine ehemaligen Kollegen in der Bank dagegen, das muss Helge bald erkennen, sind ziemlich treulos. Immer klarer wird ihm, dass es auf ├äu├čerlichkeiten gar nicht so sehr ankommt. Viel wichtiger ist es, einen richtigen Freund zu haben ÔÇô auch wenn der nach M├╝ll riecht und furchtbare Z├Ąhne hat.

Auch der Kriminalfall um den Bankraub wird gel├Âst. Neben all der Spannung um Verfolgungsjagden, Tricksereien und ├ťberraschungen geht es aber vor allem um Freundschaft. Helge muss am Ende eine gro├če Entscheidung treffen und sich dar├╝ber klar werden, was ihm wirklich wichtig ist: Geld oder Freundschaft?

AVIVA-Tipp: Frida Nilsson hat ein warmherziges Buch f├╝r Kinder im Vorlese- oder ersten Lesealter geschrieben. Besonderen Spa├č macht es kleinen LeserInnen sicherlich, die Doofheit von Helge zu durchschauen. Viel fr├╝her als er selbst k├Ânnen sie das R├Ątsel um den Bankraub l├Âsen. So ist es ein witziges Buch mit einer sch├Ânen Botschaft geworden. ├ťber kleine logische L├╝cken im Ablauf der Geschichte wird da gern hinweggesehen.

Zu der Autorin: Frida Nilsson, geb. 1979, schreibt seit 2004 f├╝r Kinder. 2006 ist sie f├╝r den Augustpreis nominiert worden, den renommiertesten schwedischen Literaturpreis. In Schweden wird sie von der Presse gerne mit Roald Dahl verglichen, der einer ihrer Lieblingsautoren ist. Viele ihrer Geschichten wurden f├╝r das schwedische Kinderradio vertont.

Frida Nilsson
Ich, Dante und die Millionen

Gerstenberg Verlag, erschienen 2009
├ťbersetzung von Friederike Buchinger
Illustrationen von Ulf K.
144 S., 215 x 163 cm, gebunden
ISBN 978-3-8369-5268-2
12,90 Euro

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Literatur Beitrag vom 27.08.2009 Claire Horst 

   




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