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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 30.12.2009

Laura Restrepo - Land der Geister
Sunna Krause-Leipoldt

Der 2004 mit einem Preis ausgezeichnete Roman von Laura Restrepo wurde 2009 ins Deutsche übersetzt. Er zeigt die Abgründe hinter der perfekt inszenierten Gesellschaft des Drogenkartells und der ...



...Elite des Landes im Kolumbien der 80er Jahre.

Die wilden 1970er haben Kokain weltweit und besonders in den USA zur Modedroge Nummer 1 gemacht. Hauptlieferant ist Kolumbien, in dem sich etablierte LandbesitzerInnen und junge AufsteigerInnen die riesigen Gewinne aus dem Handel mit dem "weißen Gold" teilen. Ihr Anführer und gleichzeitig am meisten gefürchteter Feind ist der legendäre Pablo Escobar, eine berühmte historische Figur, die aus Filmen wie dem Thriller "Das Kartell" mit Harrison Ford bekannt ist. Er erledigt die Drecksarbeit in diesem Geschäft und teilt die Gewinne mit seinen InvestorInnen, in deren Unternehmen er das Geld wäscht.

Die schöne Agustina ist das Kind einer der einflussreichsten Familien aus Bogotá, in deren Leben scheinbar alles perfekt ist. Als ihr Mann Augilar eines Tages von einer Reise zurückkehrt, findet er sie, zu seiner Überraschung, nicht zu Hause sondern in einem Hotelzimmer vor. Sie ist nicht ansprechbar und offenbar in Wahnvorstellungen gefangen. Unterstützt von Agustinas Tante Sofi pflegt Augilar sie und versucht mit viel Geduld und gutem Zureden, sie wieder in die Realität zurück zu holen.

Was vorgefallen ist, erfahren die LeserInnen erst am Ende des Romans, da "Land der Geister" die Handlung in die Zeit vor diesem Vorfall verlegt. In einzelnen Episoden, die sich nach und nach zu verschiedenen und schließlich einem einzigen Handlungsstrang verbinden, wird mehr über Agustinas Familie, die Verwicklungen in das Geschäft mit den Drogen und über ihre Beziehung zu Augilar offenbart. Dabei fällt immer mehr der äußere Schein einer elitären Gesellschaft ab, wenn verschleierte Skandale und persönliche Schwächen der einzelnen Charaktere zu Tage treten.

Agustinas Vater betrügt die Mutter mit deren Schwester und quält den jüngsten Sohn aus Wut über dessen unmännliches Wesen. Agustina selbst ist, wie ihr deutscher Großvater, psychisch instabil und glaubt, eine Hellseherin zu sein. Einer der Drogenbosse, der nach einem Reitunfall gelähmt ist, versucht seine Erektionsprobleme mit ausgefallenen Sexphantasien zu überwinden und entdeckt dabei seine Lust am Leiden anderer. Langsam nähern sich diese verschiedenen Handlungsstränge dem Zeitpunkt an, bei welchem der Roman einsetzt und es wird klar, wie sie zusammenhängen und was Agustina zugestoßen ist.

"Land der Geister" ist auf sehr unkonventionelle Weise geschrieben, was sich unter anderem darin zeigt, dass es im Textbild keine offensichtliche Unterscheidungsmöglichkeit zwischen einer Erzählerin und der direkten Rede der handelnden Figuren gibt. Auch die Erzählperspektive selbst ist zunächst ein Rätsel, da diese sogar innerhalb einzelner Sätze zu wechseln scheint. Doch bei aufmerksamem Lesen erschließt sich auch dieser Aspekt der Geschichte.

AVIVA-Tipp: Laura Restrapo macht es den LeserInnen nicht leicht, Zugang zu ihrem Roman zu finden. Doch "Land der Geister" ist ein in jeder Hinsicht eigenwilliges und beeindruckendes Buch, das mit einer spannenden, intelligent erzählten Geschichte und gut eingesetzten "Aha-Effekten" bis zur letzten Seite fesselt und Lust auf mehr macht.

Zur Autorin: Laura Restrepo, 1950 in Kolumbien geboren, begann ihre berufliche Laufbahn als Literaturdozentin an der Universität von Bogotá. Sie arbeitete für verschiedene Menschenrechtsorganisationen und musste aufgrund ihres politischen Engagements für mehrere Jahre das Land verlassen. Später arbeitete sie als Journalistin und schrieb Sachbücher und Romane, für die sie zahlreiche Preise erhielt. Mit "Land der Geister" gewann sie 2004 den renommierten Alfaguara-Preis. Heute lebt Laura Restrepo in Mexiko-City.
Weitere Infos und Kontakt unter: www.randomhouse.de
(Quelle: Sammlung Luchterhand Verlag)

Laura Restrepo
Land der Geister

Originaltitel: Delirio
Übersetzt aus dem kolumbianischen Spanisch von Elisabeth Müller
Sammlung Luchterhand Verlag, erschienen November 2009
384 Seiten, Taschenbuch
ISBN: 978-3-6306-2173-9
9,00 Euro
www.randomhouse.de/luchterhand

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Literatur Beitrag vom 30.12.2009 AVIVA-Redaktion 

   




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