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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 26.02.2010

Havanna im Spiegel - Alma Guillermoprieto
Sabine Grunwald

Eine junge idealistische Tänzerin reist nach Havanna um zu unterrichten. Dort wird sie mit dem herrschenden Mangel konfrontiert, der dem Enthusiasmus der RevolutionsanhängerInnen jedoch...



... nicht entgegensteht.

Im Jahr 1970 - Kuba versuchte mit seinem Sozialsystem und seiner Alphabetisierung Vorbild für Lateinamerika und die Staaten der Dritten Welt zu sein – erhält die junge Tänzerin Alma das Angebot in Havanna an der "Escuelas Nacionales de Arte" Modern Dance zu unterrichten. Mehr aus Neugier auf Veränderung, denn aus revolutionärer Gesinnung, verlässt sie New York und fährt in ein Land, das trotz aller Schwierigkeiten und Mängel im täglichen Leben dem Revolutionsführer Fidel Castro treu ergeben ist.

Die eher unpolitische und naive junge Amerikanerin mit mexikanischen Wurzeln wird sich im Kino durch einen Film über den Vietnamkrieg erstmals der kollektiven Schuld ihres Heimatlandes bewusst. Das tägliche Leben ist anstrengend, die Versorgung rudimentär. Obwohl sie als Ausländerin zu den Privilegierten gehört und es ihr auch mit viel Ausdauer gelingt, eine Unterkunft in dem von ihr bevorzugten Hotel zu ergattern, das eigentlich nur für die "verdienten Sowjets" vorgesehen ist.

In der Tanzschule ist das Essen von schlechter Qualität, die Unterkünfte primitiv und die tänzerische Ausbildung führt kaum zu einem qualifizierten Abschluss. Es fehlt an Geld und Spiegeln, die als Symbol der Eitelkeit und Dekadenz seitens der Schulleitung nicht geduldet werden. Mit den ihr ergebenen Schülerinnen versucht Alma gegen den Bürokratismus zu arbeiten und ihnen eine gute Ausbildung zu vermitteln und ist sich doch ihrer eigenen Unzulänglichkeit hinreichend bewusst. Wie soll sie den Stil von Merce Cunningham weitergeben, wenn die Begrifflichkeiten, das Wesen dieses Tanzstils, für die Schülerinnen nicht verständlich sind?

Durch den Kontakt zu ihrem schwulen politisch und kulturell engagierten Freundeskreis erfährt sie die ungebrochene Homophobie und den Machismo des sozialistischen Landes, das die meisten revolutionär-patriotisch eingestellten Schwulen und Lesben dazu zwingt, ihr geliebtes Heimatland zu verlassen.

Nach sechs Monaten im sozialistischen Kuba kehrt Alma in die USA zurück. Sie wird ihre Tanzkarriere nicht wieder aufnehmen, sondern widmet sich von da an der politischen Reisereportage und ist heute eine anerkannte Spezialistin auf dem Gebiet Lateinamerikas.

Zur Autorin: Alma Guillermoprieto, geboren in Mexiko, aufgewachsen in den Vereinigten Staaten, lebt heute in der mexikanischen Hauptstadt. Seit über zwanzig Jahren berichtet sie unter anderem für den "New Yorker" und die "New York Review of Books" aus Lateinamerika und gilt längst als eine Autorität auf dem Gebiet der politischen Reportage. Ihre Arbeiten finden sich in zwei Büchern gesammelt: "The Heart That Bleed" (1994) und "Looking for History" (2001). 1991 erschien "Samba", ein Buch über Brasilien und seine musikalische Volkskultur.
(Verlagsinformation)

AVIVA-Tipp: Die Erinnerungen Alma Guillermoprietos sind geprägt von jugendlichem Enthusiasmus und intelligenter Naivität. Ihre künstlerische Sicht auf den revolutionären Alltag liest sich spannend und unterhaltsam. Ein lesenswertes Buch, das Emotionalität und Alterskenntnis aufs Beste vereint.


Alma Guillermoprieto
Havanna im Spiegel
Eine Erinnerung an die Revolution

Aus dem Spanischen und Englischen von Matthias Wolf
400 Seiten, Halbleinen, fadengeheftet
Berenberg Verlag, erschienen Herbst 2009
ISBN 978-3-937834-33-7
EUR 25,00

Literatur Beitrag vom 26.02.2010 Sabine Grunwald 

   




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