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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 05.10.2010

Promovieren heute. Zur Entwicklung der deutschen Doktorandenausbildung im europäischen Hochschulraum. Herausgegeben von Margret Wintermantel
Ute Vetter

Konzipiert wurde der Band für die Fachtagung "Wie willkommen ist der Nachwuchs? Neue Modelle der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung" der Körber-Stiftung und des Konstanzer Wissenschaftsforums..



... die vom 23. bis 24. September 2010 veranstaltet wurde. Am 29. September 2010 ist "Promovieren heute" in der Edition Körber-Stiftung erschienen.

Die DoktorandInnenausbildung im gesamten europäischen Hochschulraum durchläuft eine tiefgreifende Reform und in fast abseitiger Stille findet eine Veränderung statt. Die Vergleichbarkeit des deutschen Promotionssystems steht im Fokus des Bandes. Er ist Bestandsaufnahme und Analyse der Qualität des Promotionsverfahrens.

Die Herausgeberin Margret Wintermantel, als Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) führt im ersten Beitrag in die Problematik rund um die Promotion aus der Sicht der Hochschulen ein. Diese sind als Akteure gefragt, die Forschung und Lehre und somit die Promotionsreform umsetzen und sichern müssen.

In dem Band kommen ExpertInnen aus Hochschulreform, Wissenschaftsmanagement und Politik zu Wort. Die kurzen und schwerpunktorientierten Beiträge wurden durch Erfahrungsberichte und Interviews ergänzt.

Einig sind sich die AutorInnen über die Notwendigkeit der Veränderung in der DoktorandInnenausbildung. Diskutiert wird unter anderem, wie sich strukturierte Promotion gestalten sollte. Weiter geht es um Fragen, welche Erfahrungen mit bisherigen Programmen wie DoktorandInnenschulen und GraduiertInnenkollegs gemacht wurden, beziehungsweise wie diese sinnvoll evaluiert werden können. Besonders ausführlich wird über die Form der optimalen Promotion gesprochen. Dabei steht der individuellen die strukturierte Promotion gegenüber. Dieses sehr zentrale und kontrovers diskutierte Thema Struktur versus Freiheit ist mit diversen Beiträgen abgedeckt.

Für InteressentInnen zum Thema "Promotion und Geschlecht" stellt der Abschnitt zur Lebens- und Karrieresituation den spannendsten Teil dar. Der Beitrag "Karrierewege in der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung. Das Geschlecht macht einen Unterschied" von Jutta Allmendinger und Julia Schorlemmer macht unter anderem deutlich, welchen speziellen Herausforderungen sich die angehenden Wissenschaftlerinnen stellen müssen:

"Festzuhalten bleibt: Männer promovieren meist auf einer Mitarbeiter- oder Drittmittelstelle, Frauen promovieren eher in Graduiertenkollegs und werden über Stipendien finanziert. Sie müssen häufiger auf wechselnde Finanzierungsquellen zurückgreifen und sind damit weniger dauerhaft in feste Arbeitsverhältnisse eingebunden. Männer haben somit bessere Ausgangsbedingungen für einen erfolgreichen wissenschaftlichen Karriereweg." (S. 132)

Erwähnt wird in diesem Zusammenhang die Kinderlosigkeit unter Wissenschaftlerinnen. Die Autorinnen des Beitrags beziehen sich hierbei auf die Ergebnisse des Projekts "Wissen- oder Elternschaft", aus dem hervorgeht, dass wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jahre 2006 zu 73 Prozent kinderlos waren und Frauen dabei signifikant weniger Kinder hatten als die Männer. Frauen müssen noch immer mehr leisten als Männer (vgl. S. 131).

Der Band schließt mit Erfahrungsberichten, Interviews und dem Nachdenken über kooperatives Promovieren ab. Der Autor Jörn Weinhold geht in seinem Beitrag der Frage nach, ob es nicht sinnvoll sei, die Trennlinie zwischen künstlerischer Erkenntnis und wissenschaftlicher Forschung aufzugeben, denn ist eine künstlerisch-gestalterische Promotion nicht Provokation und Chance zugleich? (vgl.S.163).

Insgesamt sind die Beiträge aufschlussreich hinsichtlich der wissenschaftlichen Diskussion zum Thema und entsprechen in ihrer Form dem akademischen Stil, der überraschender Weise gar nicht so trocken rüberkommt.
Es bleibt noch viel zu tun, zu besprechen, zu debattieren und auch zu analysieren, um die deutsche DoktorandInnenausbildung im europäischen Hochschulraum neu zu gestalten und ihre Qualität zu sichern.

AVIVA-Tipp: "Promovieren heute" ist wie frau/man vermuten würde, kein Leitfaden oder eine Handlungsanweisung für AkademikerInnen. Die Beiträge liefern auch keine detaillierte und tiefe Analyse des gegenwärtigen Promotionsverfahrens, eher handelt es sich um einen flüchtigen Einblick in Themen und Schwerpunkte, die rund um die DoktorandInnenausbildung von ExpertInnen diskutiert werden. Der gut strukturierte Aufbau und die Texte machen einen schnellen informativen Einstieg möglich.

Zur Herausgeberin und Autorin: Prof. Dr. Margret Wintermantel, geboren 1947 im Westerwald, habilitierte 1986 im Fach Psychologie in Heidelberg. An der Universität des Saarlandes lehrte sie als Professorin und war von November 2000 bis Oktober 2006 Präsidentin dieser Universität. Seit März 2006 ist sie Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und seit 2009 Mitglied im Vorstand der Europäischen Universitätsvereinigung (EUA). Margret Wintermantel ist Mitglied des Kuratoriums des Deutschen Studienpreises und des Beraterkreises »Hochschulentwicklung 2020« des Landes Baden-Württemberg. 2005 wurde sie zur Ritterin der französischen Ehrenlegion.

Beiträge u.a. von: Jutta Allmendinger, Martina Brandt, Jürgen Enders, Helmut Hoping, Stefan Hornbostel, Thomas Ekman Jørgensen, Barbara M. Kehm, Jürgen Mittelstraß, Ernst M. Schmachtenberg, Jörn Weinhold und Margret Wintermantel.


Margret Wintermantel (Hrsg.)
Promovieren heute. Zur Entwicklung der deutschen Doktorandenausbildung im europäischen Hochschulraum

Edition Körber-Stiftung, Hamburg, erschienen: 29. September 2010
www.koerber-stiftung.de
Softcover, 188 Seiten, 17 x 24 cm
ISBN: 978-3-89684-125-4
14,00 Euro

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Frauenanteil bei Habilitationen erneut gestiegen (2008)

"Die Emanzipationsfalle - Erfolgreich, einsam, kinderlos"

"Frauen auf dem Sprung. Wie Junge Frauen heute leben wollen. Die BRIGITTE-Studie" von Jutta Allmendinger

Weitere Infos finden Sie unter:

www.edition-koerber-stiftung

Wissen- oder Elternschaft? Kinderlosigkeit und Beschäftigungsbedingungen des wissenschaftlichen Personals an Hochschulen in Deutschland
hdz.hdz.tu-dortmund.de

Literatur Beitrag vom 05.10.2010 AVIVA-Redaktion 

   




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