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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 24.11.2010

Gabi Kopp - Das Istanbul-Kochbuch
Lisa Erdmann

Wer bei türkischer Küche zuerst an Kebab, Lahmacun und Börek denkt, für die ist dieses Kochbuch genau das Richtige. Autorin Gabi Kopp nimmt ihre LeserInnen mit auf eine kulinarische Reise fernab...



...von Klischees und Imbissbuden. Traditionelle Gerichte aus Tausendundeiner Nacht, gewürzt mit den unterhaltsamen Anekdoten ihrer BesitzerInnen erwarten die Leserin - und laden sowohl zum Nachkochen, als auch zum Schmökern ein.


Istanbul ist eine der buntesten Städte unserer Erde. Als Konglomerat aus einer Vielzahl unterschiedlichster Kulturen, Völker und Geschichten pulsiert sie wie keine andere. Etwa 15 Millionen EinwohnerInnen leben in diesem flirrenden Schmelztiegel, der Moderne und Tradition, Hightech und Antike täglich in Einklang bringt.

Nicht zuletzt ist Istanbul eine Vielvölker-Metropole zwischen zwei Kontinenten, deren kultureller Reichtum sich vor allem in den Küchen der GroßstädterInnen wieder findet. Denn genauso vielseitig wie die Stadt, so facettenreich ist auch ihre Speisekarte. Kulinarische Traditionen aus Griechenland, Armenien, Albanien, Bosnien und anderen Regionen treffen in der Millionenstadt aufeinander und verschmelzen zu internationalen Gerichten.

Erstaunlicherweise ist die türkische Küche in Deutschland fernab vom Imbissbereich immer noch wenig etabliert – und genau das will Illustratorin und Cartoonistin Gabi Kopp mit ihrer literarischen Rezeptesammlung ändern. Mit ihrem "Istanbul-Kochbuch" führt sie uns weg von europäisch-großstädtischem Oriental-Fastfood und ran an die Traditionen - mit Rezepten, die in den Familien und Dorfgemeinschaften von Generation zu Generation, von Mutter zu Tochter weitergereicht wurden.

Die KöchInnen, welche die Autorin besuchte, wollen ihre Traditionen bewahren und gaben ihrer Beobachterin bereitwillig Auskunft. In Gabi Kopps Buch findet die Leserin daher nicht nur die Rezepte, sondern auch die Geschichten, die Träume und Wünsche der GastgeberInnen.

Den Anfang macht die 55-jährige Hobbyköchin Ayla. Sie verbringt täglich mindestens zwei Stunden in ihrer Küche und kocht aus Leidenschaft am liebsten für die ganze Familie. Der Autorin verrät sie ihr Rezept für gefüllte Auberginen und, dass sie selbst am liebsten Dolma, ein sehr typisch türkisches Gericht mit gefüllten Paprikas, isst. Aylas größter Traum ist es, mit ihrer deutschen Schwiegertochter ein türkisches Restaurant in Deutschland zu eröffnen.

Auch die 38-jährige Satu Önder kommt in Kopps Istanbul-Kochbuch zu Wort. Sie berichtet von der Ausbildung ihrer Töchter und der Arbeit ihres Mannes, der als Imam und Muezzin in der Moschee zum Gebet ruft. Satu hat das Kochen von ihrer Mutter gelernt. Heute bereitet sie im Manzara Istanbul Gerichte für ein internationales Publikum zu. Den LeserInnen stellt sie die Gerichte vor, die sie bei ihrer Hochzeit auftischte. Das Feigendessert ist Satus ältestes und traditionsreichstes Gericht, es wurde von der Großmutter an die Mutter und dann an sie weitergegeben.

Gabi Kopps "Istanbul-Kochbuch" ist nicht in klassische Kategorien unterteilt, vielmehr stehen die zu den Rezepten gehörigen Personen mit im Vordergrund. Ihre Lieblingsgerichte werden wie lang gehütete Schätze präsentiert und bilden meist ein komplettes Menü aus Vorspeise, Hauptgang und Dessert.

Auch der Anhang enthält einige Besonderheiten. Die Leserin findet hier ein Register auf deutsch und auf türkisch, ein Glossar, welches die wichtigsten Zutaten noch einmal näher erläutert und einige hilfreiche Ausspracheregeln für die türkischen Begriffe. Eine Adressenliste lässt die Leserin schließlich auf den Spuren der im Buch vorgestellten Personen wandeln - und bietet zugleich Ausflugsziele für die nächste Türkeireise.

Kopp lässt ihre LeserInnen nicht nach Kategorien, sondern nach Ortschaften kochen und verleiht den Speisen genau dadurch eine einzigartige Authentizität. Die kunstvollen Illustrationen, farbigen Zeichnungen und Skizzen der Autorin sind dabei keineswegs als Serviervorschlag zu verstehen. Sie bleiben unaufdringliches Dekor, welches der Leserin nur eine Ahnung von dem geben soll, was sie nach der Zubereitung des jeweiligen Rezepts erwartet. Schließlich ist jedes Gericht, egal wie oft gekocht, immer wieder ein Unikat.

Zur Autorin: Gabi Kopp, geboren 1958 in Luzern, studierte an der Hochschule für Design und Kunst in Luzern und am Central St. Martins College of Art in London. Sie war Mitbegründerin und vier Jahre lang Köchin des Genossenschaftsrestaurants Widder in Luzern. Seit 20 Jahren ist sie Illustratorin und Cartoonistin z.B. für Annabelle, NZZ u.v.a. 2009 wurde ihr von Stadt und Kanton Luzern der Werkpreis für ihr Projekt des Illustrierten Kochbuchs zu Istanbuls Vielvölkerküche verliehen. (Verlagsinformation)

AVIVA-Tipp: Gabi Kopps "Istanbul-Kochbuch" enthält Rezepte, die der Leserin schon beim Lesen das Wasser im Munde zusammen laufen lassen. Auch wenn die Zutaten oft wenig spektakulär erscheinen, so sind es die Gerichte doch allemal. Sie sind nicht nur ein orientalischer Gaumenschmaus, sondern gleichen ferner einer Liebeserklärung an die Küche des Morgenlandes. Afiyet olsun! (Guten Appetit!)


Gabi Kopp
Das Istanbul-Kochbuch

Verlagshaus Jacoby & Stuart, erschienen 2010
Gebunden, 192 Seiten, Flexcover
ISBN: 978-3-941787-10-0
19,95 Euro
Weitere Infos unter: www.jacobystuart.de


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Koscher und Co. - Über Essen und Religion

Silvena Rowe - Kulinarisches Osteuropa

Literatur Beitrag vom 24.11.2010 Lisa Erdmann 

   




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