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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 05.12.2010

Nadine Gordimer - Der Ehrengast
Sabine Grunwald

Nadine Gordimer gelingt es meisterhaft, das politische und soziale Drama Südafrikas mit einer großen Liebesgeschichte zu verbinden. Subtil und unparteiisch schildert sie, wie sich aus Freundschaft..



... erbitterter Hass entwickelt.

Colonel Bray betritt nach Jahren der Abwesenheit wieder afrikanischen Boden und wird in die Unruhen des jungen unabhängigen Staates verwickelt, aus denen eine Befreiung nicht möglich scheint.
Bray musste seinen Posten als Distriktskommissar der englischen Verwaltung aufgeben, da er sich auf die Seite der Unabhängigkeitsbewegung in einem afrikanischen Land schlug und die weißen Siedler ihn als "Verräter" diffamierten und seine Abberufung durchsetzten.

Jahre später wird der Mittfünfziger nach der Ausrufung der Unabhängigkeit der jungen Regierung von seinen schwarzen Freunden als Ehrengast zu den Feierlichkeiten der Staatsgründung eingeladen. Als sein Freund und ehemaliger Schüler, das jetzige Staatsoberhaupt Mweta, ihn bittet das marode Erziehungssystem des Landes aufzubauen, stürzt sich Colonel Bray voller Elan in die neue Aufgabe. Die Herausforderung und eine leidenschaftliche Liebesaffäre mit der jungen Rebecca lassen ihn aufblühen. Ohne Bedauern lässt er die Sicherheit und Behaglichkeit seines englischen Ruhesitzes und seine Frau Olivia hinter sich, um sich den Herausforderungen des jungen Staates zu stellen, der bald nach der Staatsgründung mit heftigen sozialen Unruhen zu kämpfen hat.

Bray, der zwischen dem Regierungschef Mweta und dessen Gegenspieler Shinza, dem ehemaligen Vorsitzenden des Gewerkschaftsverbandes steht, kann sich nur unter Aufbietung all seiner diplomatischen Fähigkeiten davor bewahren als Spitzel Mwetas instrumentalisiert zu werden. Alle Versuche, die beiden Kontrahenten zu versöhnen sind zum scheitern verurteilt und bald stürzen bewaffnete Auseinandersetzungen das Land im ersten Jahr seiner Unabhängigkeit in blutige Unruhen.

AVIVA-Tipp: Nadine Gordimer thematisiert in ihren Büchern das Leben in Südafrika unter den Bedingungen der Apartheidspolitik. Sie ist eine sensible und scharfsinnige Beobachterin, deren Erzählkunst ohne propagandistische Polemik und einseitige Parteinahme auskommt. Ihre scheinbar unpolitische Prosa ist zutiefst human und menschlich und ihre vielschichtig angelegten Charaktere entwickeln sich langsam und authentisch. Daneben besitzt sie ein wunderbares Gespür für die Stimmungen und Farben der Natur und des schwarzen Kontinents.

Zur Autorin: Nadine Gordimer wurde 1923 in Springs/Transvaal in der Nähe von Johannesburg, Südafrika, als Tochter jüdischer Eltern geboren. Seit ihrem Studium der Geisteswissenschaften ist sie als Schriftstellerin tätig und veröffentlichte bereits 1949 ihren ersten Band mit Kurzgeschichten. 1953 folgte ihr autobiografischer Debütroman "Die Entzauberung". Von Kindesbeinen mit den Folgen von Rassenhass und Diskriminierung, besonders der Gewaltherrschaft der Apartheidsregierung Südafrikas konfrontiert, engagiert sie sich kontinuierlich für ein friedliches und tolerantes Südafrika. Wegen ihrer öffentlichen und literarischen Auseinandersetzung mit dem Regime des weißen Südafrikas zog sie schnell die Anfeindungen beider Seiten auf sich. Anfang der neunziger Jahre trat sie dem ANC bei.
Nadine Gordimer wurde mit zahlreichen und renommierten Literaturpreisen, u.a. dem Booker Prize, ausgezeichnet.1991 erhielt sie als siebte Frau in der Geschichte den Nobelpreis für Literatur.Nadine Gordimer lebt in Johannesburg, Südafrika. In der Autorenedition bei BvT außerdem erschienen: Ein Mann von der Straße (2005), Beute (2005), Fang an zu leben (2008), Der Besitzer (2008) und Burgers Tochter (2008).

Nadine Gordimer
Der Ehrengast

Aus dem Englischen von Klaus Hoffer
Originaltitel: A Guest of Honour
Berliner Taschenbuchverlag, erschienen März 2010
ISBN 978-3-8333-0643-3
14,95 Euro


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

"Beethoven war ein Sechzehntel schwarz" von Nadine Gordimer

"Fang an zu leben" von Nadine Gordimer

Literatur Beitrag vom 05.12.2010 Sabine Grunwald 

   




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